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Kleve: FFF Kleve hat als erste Ortsgruppe in NRW ein eigenes Büro

Eröffnung nach Demonstration in Kleve : Kleve hat das erste FFF-Büro in NRW

Die Klever Fridays-for-Future-Gruppe hat ab jetzt ihre eigene Geschäftsstelle. Nach einer Fahrraddemo durch die Stadt wurde die neue Heimat für FFF auf dem Gelände der alten Bensdorp-Fabrik eröffnet.

Die erste Geschäftsstelle von Fridays for Future in Nordrhein-Westfalen ist in Kleve. Sie wurde jetzt nach der Klever FFF-Fahrraddemonstration  im Rahmen des globalen Klimastreiks am vergangenen Freitag, 25. September, feierlich eröffnet. Das gemütliche Büro auf der Van-Den-Bergh-Straße soll fortan als Anlaufstelle und Planungsstützpunkt fungieren. „Bis jetzt hatten nur die Initiativen aus Hamburg und Stuttgart ihr ganz eigenes Büro. Nun haben wir auch eins“, sagt Bernhard Drießen. Er ist im Vorstand von FFF Kleve aktiv.

In den vergangenen Monaten habe man sich vor allem mit Renovierungsarbeiten beschäftigt, so Drießen weiter. Eine Küche wurde eingebaut, neue Möbel angeschafft. Bevor die Corona-Pandemie dies Mitte März bis auf weiteres verhinderte, fanden auch schon erste Treffen statt. „Jetzt sehen wir uns hier wöchentlich zur Vorstandssitzung. Da organisieren wir Demonstrationen und andere Aktionen, diskutieren Anliegen und Fragen“, erzählt Drießen.

Auch für die Zusammenarbeit mit Parteien und anderen Organisationen wolle man den neuen Standort nutzen, ergänzt Berbalk. „Was wir hier geschafft haben, ist ein voller Erfolg. Wir haben in Kleve ein großes Team installiert und sind strukturell sehr gut aufgebaut.“ Was die von FFF angestrebte Verkehrswende angehe, wolle man den Austausch mit der Stadt aufrechterhalten und in Kürze entsprechende Anträge einbringen.

Pünktlich um 16.30 Uhr hatte sich vor der Eröffnung die große Fahrrad-Kolonne vor der Klever Postfiliale in Bewegung gesetzt. Rund 200 Menschen, so Veranstalter und Polizei, hatten sich im Vorfeld mit ihren Zweirädern auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt. Darunter auch Bürgermeisterin Sonja Northing und Vertreter der politischen Parteien.

Hintergrund der Fahrraddemo war die FFF-Forderung einer Verkehrswende im Kreis Kleve. „Wir wollen nicht mehr im Straßenverkehr benachteiligt werden, sondern die gleichen Vorteile wie Autofahrer genießen“, sagt Jannik Berbalk. Auch Berbalk ist Vorstandsmitglied bei FFF Kleve und freute sich über die vielen Teilnehmer. Es sei schön, so viele Menschen zum Thema Verkehrswende zu erreichen, ließ er im Rahmen seiner Rede vor dem neuen FFF-Büro verlauten, wo die knapp eineinhalbstündige Fahrradrundfahrt durch die Kreisstadt Kleve endete.

Bevor das Flatterband durchschnitten wurde und die Büro-Eröffnung besiegeln sollte, redeten noch einige Gäste. Bürgermeisterin Northing gratulierte zur neuen FFF-Zentrale und schenkte einen Trinkwassersprudler. „Obwohl sich vermutlich einige Autofahrer über uns geärgert haben, war diese Fahrraddemo ein tolles Zeichen. Ihr von Fridays for Future Kleve seid konstant seit der ersten Minute dabei und wir führen seitdem alle miteinander eine gute Zusammenarbeit“, lobte sie. Ein älterer Herr unter den Demonstranten nutzte die Gunst der Stunde und appellierte an die versammelte Menschenmenge, in Sachen Klimaschutz nicht bloß positiv zu denken, sondern positiv zu handeln.

Wenig später bot sich den anwesenden Gästen die Chance, in Kleingruppen, die neue Geschäftsstelle zu besichtigen. Mehrere FFF-Mitglieder gaben Führungen und erzählten, was in Zukunft in den Räumlichkeiten stattfinden soll.