FFF-Forderungen an Kleve Politik sieht FFF-Forderungen als Auftrag

Kleve · Der Forderungskatalog von Fridays for Future (FFF) wurde im Kolpinghaus an die Klever Politik übergeben: Kernfoderung: Kleve soll schnell klimaneutral werden. Wir fragen die Fraktionen im Rat der Stadt, wie sie mit den FFF-Vorschlägen umgehen wollen.

 Kleve soll Klimaneutralw erden - möglichst schnell. das fordert FFF. Was sagt die Politik?

Kleve soll Klimaneutralw erden - möglichst schnell. das fordert FFF. Was sagt die Politik?

Foto: Markus van Offern (mvo)

Einen Forderungskatalog haben die Mitglieder von Fridays for Future (FFF) Kleve im Kolpinghaus an die Klever Politik und die Klever Stadtverwaltung übergeben. Was macht die Klever Politik damit? Wir fragten nach:

Georg Hiob (CDU): „Das ist eine super Ausarbeitung, die uns FFF da übergeben hat, die haben sich richtig Mühe gegeben“, sagt der Fraktionschef CDU. Das sei generell fundiert. „Ich sehe das als Auftrag an uns an, uns damit auseinanderzusetzen und zu diskutieren, wie wir was wann umsetzen können. Damit haben wir uns zu beschäftigen“, sagt Hiob. Andererseits müsse man aber auch ehrlich sein und prüfen, was sich umsetzen lasse angesichts vieler Maximal-Forderungen, die dort gestellt werden. Der Forderungskatalog sei in einer angenehmen Veranstaltung übergeben worden und man könne froh sein, dass es ein solches Papier gibt.

Hedwig Meyer Wilmes (Grüne): „Der Forderungskatalog ist ein Ideenträger für unsere Arbeit. Er ist in großem Maße sachdienlich und sieht die optimistische Chance, dass Kleve regional zur Leitfigur in Sachen erneuerbaren Energien werden kann.“ Viele der vorgestellten Maßnahmen würden zur Zeit im Rat diskutiert und verabschiedet: Photovoltaikanlagen für Privathaushalte, Radfahrverkehr, nachhaltige Stadtentwicklung, begrünte Hausdächer und -wände, energetische Sanierung der öffentlichen Gebäude. Insofern gebe es in Kleve kein „Weiter so“, verweist die Grünen-Fraktions-Chefin auf geleistete Arbeit. Aber: „Fest steht auch für meine Fraktion, dass die geforderte CO-2-Reduzierung schneller passieren muss. Und dass wir es nur schaffen, wenn ein überfraktioneller Wille dazu vorhanden ist“.

Christan Nitsch (SPD): „Kleve entscheidet nicht über das Pariser Abkommen, aber wir tragen als kleines Rädchen unseren Teil dazu bei. Und nur wenn alle Rädchen funktionieren, können wir etwas erreichen“, erklärt der SPD-Fraktionschef die Wichtigkeit Klever Handelns. Als SPD wolle man auch die „Betroffenen zu Beteiligten zu machen“. FFF habe viele Punkte gebracht und nochmals klar gemacht, dass die beste Kilowatt-Stunde die ist, die man gar nicht erst verbrauche. Es gebe auch viele praktische Vorschläge, die FFF gemacht habe - von der Verrieselung bis zu Photovoltaikanlagen über Parkplätzen. Er werde anregen, über die von der SPD ins Spiel gebrachte Baufibel nachzudenken, die für jedes Baugebiet genau beschreibe, was ökologisch machbar und sinnvoll sei. Er rate dazu, beim FFF-Katalog interfraktionell zusammen zu arbeiten.

Daniel Rütter (FDP): „Der Katalog ist sehr umfangreich - wir müssen jetzt schauen, wo wir nachschärfen können: Die FDP wird über die Vorschläge diskutiere.“ Aber: Es gebe auch diverse Zielkonflikte, die die Politik bei den Forderungen im Blick haben müsse: „Wenn ich bezahlbaren Wohnraum haben will, muss ich den schaffen – ich kann dann nicht aufhören zu bauen.“ Das gleiche gelte für junge Familien, die eine Perspektive für ein Haus haben möchten. Auch der FDP-Fraktionschef verweist auf bereits Geleistetes oder Angestoßenes: „Gerade in Sachen Klimaschutz ist die Errichtung der Thermokompaktanlage sehr wichtig“, sagt er. Sie trage erheblich zur CO-2-Reduzierung bei.

Udo Weinrich (Offene Klever): „Ich stimme der Aufforderung von ‚Fridays For Future‘ an die Politik, dass ein ‚Weiter so!‘ nicht mehr erfolgen darf, uneingeschränkt zu“, sagt der OK-Fraktionschef. Was FFF auf mehr als 20 Seiten zusammengetragen habe, sei kein Sammelsurium von Spiegelstrichen, sondern ein richtiges Handlungsprogramm. Hierzu müssten Rat und Fachausschüsse sich positionieren. Jedes Rats- und Ausschussmitglied könne dann nachhaltig Flagge zeigen. Der Fraktionsvorsitzende der „Offenen Klever“ möchte, dass auch „Fridays For Future“-Kleve sich dem Rat mit ihrem Projekt vorstellen kann. Sein Rat an FFF: „In die Ausschüsse und Ratssitzungen gehen und der Politik auf die Finger schauen.“

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