Kleve: Feierstunde für Prof. Sebastian Gehrmann als Chefarzt am Karl-Leisner-Klinikum

Kleve : Chefarzt legt Fokus auf „das Menschliche“

Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde hat das Katholische Karl-Leisner-Klinikum den neuen Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie begrüßt: Prof. Sebastian Gehrmann. Er legt viel Wert auf gute Stimmung im Team.

Seit sieben Wochen steht der neue Chefarzt bereits im OP, jetzt hat ihn das Katholische Karl-Leisner-Klinikum offiziell in seiner neuen Heimat Kleve mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde begrüßt. Prof. Dr. Sebastian Gehrmann leitet die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie seit 1. Oktober, zuletzt war er leitender Oberarzt der Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Gehrmann folgt auf Professor Dr. Lars Victor Baron von Engelhardt, der bei der Feierstunde in der Wasserburg Rindern mit keinem Wort erwähnt wurde. Er hatte Anfang Juli überraschend das Handtuch geworfen. Zu den Gründen ließ das Klinikum offiziell nie etwas verlauten. Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich jedoch, dass die Chemie zwischen Chefarzt und dem sonstigen Personal so gar nicht gestimmt haben soll. Mit andere Worten: Es mangelte wohl am „Menschlichen“. So war es auch kein Wunder, dass genau dieser Ausdruck mehrmals im positiven Sinne in der Feierstunde zur Begrüßung des neuen Chefarztes fiel, sich als Motto durch den gesamten Abend zog: Am Klinikum soll es wieder menschlicher zugehen.

„Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Standorten in Kleve und Kevelaer ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt unseres Klinikums“, betonte Holger Hagemann, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Professor Gehrmann einen so versierten und engagierten Mediziner für die Leitung gewinnen konnten“, sagte er. Sebastian Gehrmann (41) ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Handchirurgie. Zu seinem operativen Spektrum gehören neben der Unfallchirurgie und Alterstraumatologie auch handchirurgische und arthroskopisch-orthopädische Eingriffe. Ihm zur Seite steht ein Team aus erfahrenen Oberärzten – im St.-Antonius-Hospital Kleve und im Marienhospital Kevelaer.

Einen besonderen Fokus legt das Team um Prof. Gehrmann auf die Versorgung periprothetischer Frakturen. Dabei handelt es sich um Brüche von Knochen, in denen bereits Prothesen wie künstliche Hüft- und Kniegelenke verankert sind. Die Versorgung dieser Art von Frakturen gehört zu den anspruchsvollsten Operationen der Orthopädie und Traumatologie. Wegen der steigenden Lebenserwartung der Patienten gewinnt sie zunehmend an Bedeutung.

Die Festrede hielt Prof. Dr. Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf, ein alter Weggefährte Gehrmanns. Er beschrieb seinen ehemaligen Untergebenen als „neugierigen Geist mit großem operativen Geschick“. Er habe die große Fähigkeit, sich – da war es wieder, das Wort – um die Menschen um sich herum zu kümmern.

Gehrmann selbst lobte sein neues Team aus „fähigen Chirurgen vom alten Schlag, mit allen Wassern gewaschen“ und „tollen Assistenzärzten“. Er sei sehr froh, dass Prof. Braun, der die Klinik jahrzehntelang geleitet hatte und kurzfristig nach dem Aus von Baron Engelhardt eingesprungen war, sein „altes Team wieder zurückholen konnte.“ Er wolle seine neue Aufgabe so antreten, wie sie Prof. Braun wahrgenommen habe, „mit Herz und Verstand“. Gehrmann: „Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, Mitarbeiter für ihren Job zu begeistern, ihnen Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse zu vermitteln.“ Langer Applaus.

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