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Kleve: Fassade des Stein Gymnasiums saniert, Digitalisierung vorbereitet

Sanierung Freiherr-vom-Stein-Gymansium : Stein: Das Denkmal ist bald digital

Die prächtige Gründerzeit-Fassade des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Kleve ist saniert. Innen geht der Ausbau voran, vor allem auch mit Blick auf die digitale Schule. Bis spätestens Weihnachten soll alles fertig sein.

Die Sanierung des Schul-Denkmals am prominenten Ort am Rand der City ist vorzeigbar: Der Altbau des 200 Jahre alten Gymnasiums ist von Gerüsten und Planen befreit, die historische Fassade mit den prächtigen Sandstein-Verzierungen „glänzt“ wie neu, die maroden Fenster sind  ausgetauscht. Die Klinkerfassade wurde gesäubert, die Sandsteine aufgearbeitet, schadhafte Steine ausgetauscht und die Fugen erneuert. Dazu hat sich die Stadt eine Fachfirma aus Hamburg geholt, die jetzt auch noch die Fassade der Montessori-Schule an der Spyckstraße aufarbeiten wird.

Das Klever Traditions-Gymnasium war bei den Angriffen im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen worden, doch wurde die aufwändige Fassade des Kopfbaus an der Straßenecke Ringstraße/ Stechbahn/ Römerstraße wieder mit dem reichen Fassadenschmuck aufgebaut. Die Fassade zur Ringstraße fiel schon nüchterner aus. Alle Fassaden sind jetzt von außen fertig - von innen geht die Sanierung aber weiter. Vor allem auch mit Blick auf die künftige Digitalisierung der Klever Schulbauten.

„Wir sind mit den Fassaden hoch zufrieden – da hat sich die Stadt nicht lumpen lassen“, sagt Timo Bleisteiner, Direktor des Stein-Gymnasiums. Zwar gebe es Diskussionen über die Farbe der Fenster, wo ein Dunkelgrau statt des gewohnten Weiß gewählt wurde.  Man habe aber, so Bleisteiner, historische Aufnahmen der Schule, die auch dunkle Fenster zeigen, so der Schuldirektor. Zudem passe das Grau zu den Fenstern im angrenzenden Neubau, sagt er. Innen gibt es ebenfalls ein neues Farbkonzept für die einzelnen Etagen: Grün ist die Farbe im Erdgeschoss, Rot die in der Mitte und Blau die des Obergeschosses.

Wichtig beim Innenausbau ist aber die Technik: Hier wurden und werden regelrechte „Kabelbäume“ verlegt, die die so dringend nötige Digitalisierung der Schule endlich voranbringen sollen. Es sind die Leitungen, die dann künftig die digitalen Tafeln in den Klassen mit Daten versorgen werden und die nötige Datenmengen auch transportieren können. Im Gebäudeflügel entlang der Ringstraße sind bereits die ersten Klassenräume mit den digitalen Schultafeln versorgt, müssen aber noch vom Kommunalen Rechenzentrum in Moers (KRZN) abgestimmt werden. Bleisteiner hofft, dass die Schüler ab Herbst in die neuen Räume einziehen können und dass die Schule dann spätestens Weihnachten  die Sanierung mitsamt Digitalisierung abgeschlossen hat.

Dann wird die Stadt über drei Millionen Euro in das Gymnasium investiert haben. „Die Fassadensanierung und die energetische Sanierung erfolgte in Abstimmung mit dem Denkmalschutz“, sagt Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve. Zur Gebäudesanierung gehörte auch die Erneuerung des Ziegeldaches und der Blitzschutzanlage, natürlich neue Holzfenster und nicht nur die Sanierung der Sandstein- und der Verblendsteinfassade, sondern auch die Sanierung der Grenzmauer, so Boltersdorf weiter. Die Gesamtkosten für die Fassade liegen bei 1.300.000 Euro.

„Innen haben wir die Komplettsanierung der Sanitärinstallation wie der WC-Anlagen, der Erneuerung sämtlicher Abwasser-  und Frischwasserleitungen“, sagt Boltersdorf. In der Aula wurde zudem eine Deckenstrahlheizung eingebaut. Komplett erneuert werden auch die elektrischen Anlagen - hier natürlich im Mittelpunkt der Einbau eines strukturierten EDV-Netzwerks für die Medientechnik wie WLAN oder Smartboards. „Das entspricht der Umsetzung des Medienentwicklungsplans“, so Boltersdorf. Ergänzend wurden die Lampen gegen LED-Technik getauscht und Akustikdecken in den Fluren und Klassen wie Verwaltungsräumen eingebaut, wurden die alten belasteten Parkettböden demontiert und neue Estrichböden wie neue Parkettböden verlegt.

Auf dem Plan der Stadt steht auch die Erneuerung der Zimmertüren und aller Decken- und Wandanstriche. Und das Ganze natürlich mit Blick auf den alten Bau unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. „Die Gesamtkosten der Sanierung der Innenräume liegt bei etwa 2.000.000 Euro“, sagt Boltersdorf.