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Kleve: Fachbereich Schule muss umziehen

Schulverwaltungsamt verlegt : Fachbereich Schule soll umziehen

Weil das Rathaus erweitert werden muss, wird der Fachbereich Schule, Kultur und Sport unter dem Dezernat der Bürgermeisterin ausgelagert. Das stößt nicht nur bei den Schulen auf Unverständnis.

Die Verwaltung der Stadt Kleve plant, den Fachbereich Schule, Kultur und Sport zu verlegen. Aus dem Rathaus heraus in zwei Privat-Gebäude auf die anderen Seite der Straße. Dafür wird der Fachbereich in den kommenden zwei Jahren zweimal umziehen müssen. Zu seinen Aufgaben gehört derzeit die Betreuung der Klever Schul-Landschaft, der Bau- und Umbaumaßnahmen und die Fortschreibung des Sportentwicklungsplanes, sowie die des Schulentwicklungsplans. Und die Begleitung der großen Neubauten für die weiterführenden Schulen. Der Fachbereich wird voraussichtlich im ersten Quartal diesen Jahres vorübergehend Büroräume an der Hafenstraße beziehen, bestätigt Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve.

„Der Umzug ist aufgrund einer Umbauphase im Rathaus erforderlich“, sagt der Stadtsprecher. Denn das nach langer Bauzeit im Jahr 2016 fertiggestellte Rathaus muss viel schneller in der sich seit dem Bau der Hochschule rasant wachsenden Stadt erweitert werden, als man ursprünglich dachte (wir berichteten). Deshalb werden zusätzliche Büroräume in der Ausbaureserve im Dachgeschoss (Kopfbau) sowie im bereits früher genutzten Kirchenteil eingerichtet und zur Verfügung gestellt werden, bestätigt Boltersdorf. Es sind vor allem die für Bauen und Planen und Gebäudeverwaltung zuständigen Bereiche, die gewachsen sind. Die Mittel für den Umbau waren bereits im Nachtragshaushalt 2019 bereitgestellt worden.

„Der Fachbereich Schulen, Kultur und Sport wurde ausgewählt, da er als Einheit optimal in den vorübergehend angemieteten Räumlichkeiten untergebracht werden kann und so nicht Teile anderer Bereiche auseinander gezogen werden müssen“, hat sich der Stadtsprecher informiert. Ausgelagert werden die Räume in ein Gebäude an der Hafenstraße, so Boltersdorf. Und das beschert dem Fachbereich nicht nur die Umzüge, sondern auch noch suboptimale Raumaufteilungen. Boltersdorf auf Nachfrage: „Bei dem Gebäude an der Hafenstraße handelt es sich um einen Bürokomplex im Erd- und Obergeschoss, wobei die Treppe zum Obergeschoss über eine zweite Eingangstür, die direkt neben der Eingangstüre zum Erdgeschoss liegt, erreicht wird“. Der Fachbereich solle aber nach Ende der Baumaßnahmen (voraussichtlich Sommer 2021) wieder im Rathaus untergebracht werden, sagt er. Dann folgt noch ein Umzug.

Nicht nur auf Seiten der Schulleiter und -Direktoren in Kleve löst diese Verwaltungsentscheidung Kopfschütteln aus. Jörg Cosar, Ehrenvorsitzender der Stadtschulpflegschaft als Elternvertretung aller Klever Schulen und als solcher seit Jahrzehnten mit der Klever Schullandschaft und ihren Problemen vertraut, kann diese Verwaltungs-Entscheidung nicht nachvollziehen. „Schule ist das wichtigste Gut – und gerade der Fachbereich Schule ist im Augenblick durch die Neu- und Umbauten der Grund- und besonders der weiterführenden Schulen gefordert“, stellt er fest. Schule sei nicht nur das wichtigste Gut, gute Schulen seien auch das wichtigste Pfund für die Zukunft der Stadt Kleve. „Daher ist es unverständlich, diesen Bereich dezentral auszugliedern“, sagt er.

Jörg Cosar hat inzwischen auch Rücksprache mit der Fachbereichsleiterin für Schule, Kultur und Sport, Annette Wier, gehalten. „Frau Wier empfindet die angestrebte Verlegung als unglücklich“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Insgesamt fehle da bei der Planung wohl das entsprechende Fingerspitzengefühl. „Verantwortliche Dezernentin für den Fachbereich ist Bürgermeisterin Sonja Northing“, sagt Cosar.