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Kleve: Erster Corona-Fall bestätigt, Kindergarten Arche Noah geschlossen

Kreis Kleve : Erster Corona-Fall in Kleve bestätigt

Patient hat leichte Symptome und steht unter häuslicher Quarantäne. Kindergarten Arche Noah in Kellen wurde geschlossen.

Am Vormittag des Dienstags, 10. März, gab’s die Gewissheit: Ein Klever, der sich im Fieberzelt des St.-Antonius-Hospitals in Kleve hat untersuchen lassen, ist nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Bis jetzt hat die Person – es soll sich um einen Mann handeln – nur leichte Beschwerden und auch nur leichte Symptome. Für die erkrankte Person und ihre Familie sei häusliche Quarantäne angeordnet worden, so Kreissprecherin Ruth Keuken. Es ist der erste Fall im Kreis Kleve.

Der Kreis arbeite seit der Bestätigung, dass der Klever sich mit dem Corona-Virus infiziert hat, mit Hochdruck daran, eine Liste mit den Menschen aufzustellen, die Kontakt mit dieser infizierten Person haben. Das erklärt Kreissprecherin Ruth Keuken. Dazu recherchieren Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und hoffen, eine vollständige Liste zügig vorlegen zu können. Zeitgleich werden auch schon die ersten Tests bei den Kontaktpersonen durchgeführt, man warte schon auf die ersten Ergebnisse. Keuken betonte eindringlich, dass die Person sich auf einer Auslandsreise angesteckt hat und bis jetzt auch nur leichte Symptome aufweise.

Am späten Nachmittag wurde dann in Kellen der Kindergarten Arche Noah vorsorglich vorübergehend geschlossen.  Das teilte Propst Johannes Mecking als Pfarrverwalter der Pfarrei St. Willibrord mit. „Hintergrund ist eine entsprechende dringende Empfehlung des Kreises Kleve vom 10. März. Demnach ist bei einem Angehörigen eines Kindes, das den Kindergarten besucht, der neuartige Coronavirus ,Covid-19’ festgestellt worden“, so Christian Breuer Abteilung Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Bischöfliche Pressestelle/ Region Niederrhein

Zunächst gelte die Schließung voraussichtlich bis einschließlich Freitag, 13. März. In einem Schreiben an die Eltern und Erziehungsberechtigten teilt der Kreis Kleve mit: „Ihre Einrichtung wurde am 9. März von dem Kind eines Patienten mit Nachweis von Coronavirus besucht. Das Kind selber ist bisher nicht erkrankt. Wir haben dem Träger aus Vorsorgegründen empfohlen die Einrichtung für einige Tage zu schließen, damit weitere Ermittlungen erfolgen können.“ Weitere spezifische Maßnahmen seien zum jetzigem Zeitpunkt nicht erforderlich.

Das betroffene Kind werde nun auf eine Infektion getestet, zitiert Breuer den Kreis Kleve. Durch die Schließung soll eine weitere mögliche Ansteckung ausgeschlossen werden. Propst Mecking: „Selbstverständlich haben wir die Empfehlung des Kreises sofort umgesetzt, um das Wohl aller Kinder, der Erzieherinnen und Erzieher und der Familien zu gewährleisten. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Dem erkrankten Angehörigen wünsche ich eine baldige und vollständige Genesung“, schreibt der Propst in einer Pressemitteilung.

In Kleve haben die Bürger den Vorteil, das eigens vom Katholischen-Karl-Leisner-Klinikum aufgestellte Fieberzelt als zentralen Anlaufpunkt aufsuchen zu können. Das machte auch der erkrankte Klever, bei dem als erster im Kreis Kleve das neue Virus bestätigt wurde. Das Klinikum fühlt sich in seiner Entscheidung bestätigt, dass es richtig war, zeitnah Kräfte zu bündeln und das Zelt aufzubauen, in dem in den vergangenen Tagen täglich zwischen 40 und 70 Menschen untersucht wurden. Nur Menschen mit entsprechenden Symptomen (z.B. Husten, Luftnot, Fieber, Halsschmerzen) sollten das Zelt aufsuchen. Das Klinikum ist nur für die Bewohner der Kommunen Kleve, Kalkar, Goch, Bedburg-Hau, Kranenburg, Uedem, Weeze und Kevelaer zuständig. Bewohner anderer Kommunen sollten ihren Hausarzt anrufen oder sich an die Nummer 116 117 wenden, so der Kreis Kleve.

Einen ersten bestätigten Fall gibt es zudem im niederländischen Berg en Dal, wenige Kilometer jenseits der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Kleve und Nimwegen. Im niederländischen Groesbeek, einem Ortsteil von Berg en Dal, ist damit der 15. Patient im Süden der Provinz Gelderland festgestellt worden. Die dortige Verwaltung habe gleich begonnen, die Kontakte des Patienten  festzustellen, so das Gesundheitsamt in den Niederlanden. Während der unmittelbar Betroffene in häuslicher Quarantäne muss, sind die Kontaktpersonen aufgefordert, regelmäßig ihre Temperatur zu messen, um bei Fieber Bescheid zu geben. So soll versucht werden, die Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern, sagen die Niederländer.