Kleve: Elternsprecher der Grundschule an den Linden fordern neues Schadstoff-Gutachten

Grundschule an den Linden in Kleve : Elternsprecher fordern neues Schadstoff-Gutachten

Die Elternsprecher der Grundschule an den Linden wollen sich nicht mit dem jüngst vorgestellten Schadstoff-Gutachten zufrieden geben. Sie fordern, dass ein anderes Institut ein neues Gutachten erstellt.

Der Hintergrund: An der Grundschule waren bei Untersuchungen so genannte Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (PAK) in der Raumluft festgestellt worden. Diese können in hoher Konzentration krebserregend sein. Nachdem bei einer ersten Messung ein Wert im mittleren Gefahrenbereich ermittelt worden war, nahm Gutachter Heiner Mokroß Tage später und nachdem ausgiebig gelüftet worden war, eine zweite Messung vor. Das Ergebnis: „Alle Richtwerte wurden unterschritten; es besteht hinsichtlich flüchtiger PAK kein Handlungsbedarf“, so der Gutachter. Trotzdem will die Stadt nun in die Offensive gehen und das Parkett mit einer so genannten elastischen Versiegelung abdichten.

Damit wollen sich Max Knippert und Stefanie Muschenich, die Elternsprecher, jedoch nicht zufrieden geben. Sie fordern ein neues Gutachten. „Die im Raum stehenden Messwerte können von niemanden abschließend als unbedenklich beurteilt werden“, schreiben die Elternsprecher an Bürgermeisterin Sonja Northing und den Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer. Das Umweltinstitut in Bremen habe Knippert und Muschenich mitgeteilt, „dass die Messungen durch den Gutachter Mokroß unzureichend und die Messbedingungen ungenügend waren.“

Die Stadtverwaltung habe, so die Elternsprecher, einen Raum der Schule inzwischen mit einem PAK-Stopp-Material versehen. „Welche Auswirkungen diese Maßnahme hat, kann jedoch nur von ausgewiesenen Umweltmedizinern analysiert werden. Aus diesem Grund möchten wir als Elternsprecher die Verwaltung jetzt höflichst auffordern, das Bremer Umweltinstitut zu beauftragen“, schreiben sie. Zu prüfen sei die gesamte Schule, auch die Turnhalle. „Dieser Auftrag sollte weder durch uns Eltern noch durch die Verwaltung definiert werden. Das Umweltinstitut aus Bremen soll selbständig und umfassend untersuchen, welchen Gefahren unsere Kinder möglicherweise ausgesetzt sind und wie sich das möglicherwiese langfristig auf die Entwicklung unserer Kinder auswirkt“, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Auftrag solle noch in dieser Woche erfolgen, fordern die Elternsprecher.

Weiterhin führen sie aus, dass Jürgen Rauer auf der Schulpflegschaftssitzung mitgeteilt habe, dass bereits 2005 eine PAK-Belastung festgestellt wurde. „Das hat uns geschockt. Warum wurde 14 Jahre nichts unternommen?“, schreiben die Elternsprecher. Ihre Forderung lautet: „Dieses Gefahrenstoffgutachten sollte uns Eltern und der Schulleitung schnellstmöglich ausgehändigt werden.“

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