Kleve: elefanten Mahnmal von Max Kratz auf Friedhof

Erinnerung an elefanten Schuh: Denkmal für gefallene Schüsterkes

Feierlich wurde das Mahnmal für die in den beiden Weltkriegen umgekommenen elefanten-Mitarbeiter auf dem Klever Friedhof neu aufgerichtet. Hier steht das alte neue Kunstwerk an prominenter Stelle gleich am Haupttor.

Das Denkmal steht an sehr prominenter Stelle: Erzengel Michael, der den Drachen und damit das Böse besiegt, begrüßt ab jetzt alle, die den Klever Friedhof durch das Hauptportal an der Merowingerstraße betreten. Das große Engelrelief aus Bronze steht zentral vor der Friedhofskapelle auf seiner Stele.

Eine schöne Bronze, die hier einen guten Platz bekommen hat – zumal, wenn man ihre Geschichte kennt. Denn rechts und links von Erzengel Michael erhebt sich eine Wand, auf der viele Kreuze im wilden Muster angeordnet sind. Jedes Kreuz steht für einen der 350 in den beiden Weltkriegen gefallenen und umgekommenen Mitarbeiter der Klever Elefanten-Schuh. Und so erklang zur feierlichen „Wiedererrichtung“ des Denkmals gleich am Tor des Friedhofes Willy Richraths Lied der „Kleefse Schüsterkes“: „Ohne Schüsterkes kann Kleef niet leeve, Ohne Schüsterkes kömt Kleef niet ü“. Die Strophen hallten vielstimmig nicht nur vom Kolpingchor, sondern auch von den Gästen, die zur Feierstunde gekommen waren, über den Platz. Denn zur Wiedererrichtung des Denkmals, das der Düsseldorfer Bildhauer Max Kratz 1959 für die Elefanten-Fabrik in Kleve errichtet hatte und das jetzt endlich wieder einen adäquaten Platz gefunden hat, waren etliche ehemalige Elefanten-Mitarbeiter gekommen. „Es ist schön, daran mitwirken zu können, ein altes Kunstwerk im öffentlichen Raum wieder erstrahlen zu lassen“, sagte Thomas Kratz, der Sohn des Bildhauers, mit dessen Hilfe man eine dem Original sehr ähnliche und dennoch moderne Gestaltung des Denkmals gefunden hatte. Die Kreuze und der Engel stehen jetzt, nur durch einen Versprung versetzt, in einer Ebene, die Wand ist nicht mehr aus gebranntem Stein, sondern aus Beton. Das ist ein deutliches Zeichen, dass hier das Denkmal von 1959 nicht mehr in seinem Originalzustand ist. Tatsächlich schaute Michael früher auf die Hoffmannallee, wurde abgebaut und umgesetzt, als die Elefanten-Schuh schloss und wurde auf dem damaligen Standort am alten Friedhof ein Opfer von Vandalismus. Dank der schnellen Hilfe der Stadt, hier wurde vor allem Karsten Koppetsch für die Umweltbetriebe hervorgehoben, der die Bronzen sicher einlagern ließ, konnte das Werk gesichert werden.

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Doch vor allem ist es dem Einsatz von Kulturamtsleiterin Annette Wier und Ex-Elefanten-Mitarbeiter Klaus Brennecke zu danken, die sich beide nicht abbringen ließen, einen neuen, adäquaten Standort für das Denkmal zu finden, an dem es im neuen Glanz erstrahlen kann. Mit seiner Kunst und seiner Geschichte fügt das Mahnmal dem künftigen Denkmal Friedhof ein weiteres wichtiges Werk hinzu. Letztlich waren es Wolfgang Frische und sein Sohn, die die Bronzen entsprechend restaurierten und montierten. Ohne die Spenden von der Freudenberg-Gruppe, zu der Elefanten einst gehörte, von Zevens und Tönnissen und der Kistersstiftung, wäre das alles allerdings nicht möglich gewesen.

Das würdigte in ihrer Begrüßung auch Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing, bevor Klaus Brennecke in einer kurzen wie launigen Ansprache an das Denkmal und vor allem an die Kleefse Schüsterkes erinnerte. „Jetzt steht das Denkmal auf dem Klever Friedhof, dort, wo auch Firmengründer Gustav Hoffman begraben ist“, wies Brennecke auf ein Stück Klever Industrie- und Kulturgeschichte.