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Kleve: Einzelhändler machen den Schulterschluss

Gemeinsam stark : Die Klever Einzelhändler im Schulterschluss

In den Zeiten der Corona-Krise gilt für die Klever Einzelhändler: Jeder hilft dem anderen wo er kann.

„Solidarität“ ist das Schlagwort. Solidarität in der Zeit der Corona-Krise – auf so vielen Ebenen. Betroffen sind selbstredend auch der Einzelhandel und die Gastronomen. Die Innenstädte sind leergefegt und so mancher Betrieb fragt sich, wie er die Krise überstehen kann.

Viele Geschäfte im Kleverland haben sich Maßnahmen überlegt, um ihre Kunden weiter zu versorgen. Wer als Einzelhändler bisher noch keinen Onlineshop hat, richtet diesen jetzt ein. Oder er schafft eine Alternative: Er nimmt die Bestellungen telefonisch, per E-Mail, über Social Media und sogar per Fax entgegen. Währenddessen setzen die Gastronomen auf ihren Lieferservice oder das Angebot einer Abholung.

Auf die verschiedenen Angebote der Klever Einzelhändler müssen die Bürgern allerdings auch hingeweisen werden, sagt Andrea Janßen-Wilmsen, Inhaberin von „LittleBabyJo“. Nicht jeder sei in den sozialen Netzwerken vertreten oder würde das Internet nach Möglichkeiten des lokalen Einkaufs durchsuchen. Auf Facebook hat Janßen-Wilmsen daher die Einzelhändler aufgerufen, ihr Kontaktdaten zu übermitteln, damit sie eine Liste der „Klever Geschäfte im Notdienst“ erstellten kann. „Die Resonanz war umwerfend“, sagt Janßen-Wilmsen. „Es ist wirklich ein guter Angebotsquerschnitt der Klever Innenstadt und viele Bereiche sind abgedeckt.“ Die Liste hängt in den teilnehmenden Geschäften am Schaufenster aus oder wird den Kunden anderweitig übermittelt. Die Liste wird überdies laufend aktualisiert.

„Jeder versucht dem anderen zu helfen“, sagt die Geschäftsfrau – und bringt damit auf den Punkt, was auch andere Einzelhändler der Redaktion gegenüber geäußert haben: Sie alle bemerken, wie sie zusammenrücken und sich gegenseitig helfen, wenn möglich. „Im Gespräch mit den Kunden verweist man dann auf Kollegen, von denen man weiß, dass sie weiter liefern“, berichtet Andrea Janßen-Wilmsen. „Sonst waren Kundentelefonate immer sehr punktuell. Jetzt kommt man öfter auch mal ans Plaudern – und dann ergeben sich Dinge.“

Ihr Facebook-Aufruf und die Liste funktionieren wie ein Schneeballsystem: Je mehr Geschäfte mitmachen, desto mehr Menschen werden auch erreicht, tragen ihre eigenen Geschäfte an oder sind schlicht über die vielen Klever Geschäfte informiert, die auch in der Krisenzeit ihre Kunden weiter versorgen.

Auch die Rheinische Post leistet mit der Plattform „RP-gemeinsam-stark“ ihren Anteil: www.rp-gemeinsamstark.de.