Kleve: Ehrenamtsfest im Forstgarten

Ehrenamtsfest in Kleve : Jeder hat das Talent zu helfen

Mit einem Fest im Forstgarten bedankte sich die Stadt Kleve für das Engagement bei den Ehrenamtlichen. Sie zeigten den Besuchern an 30 Ständen, wie sie ihre „Talente“ für den Nächsten und die Bürgerschaft einsetzen.

Das dunkelrote Segel ist gehisst, der Bootslack über den Holzplanken des rundlichen Boots glänzt in der Sonne, die immer mal wieder auf das bunte Rund im Klever Forstgarten scheint. „Das ist ein Dinghi, ein Beiboot, das hinter dem großen Schiff hergezogen wird“, erklärt Falko Mesch. Mesch ist Skipper bei der Evangelischen Jugend. Das große Schiff ist die Exodus, die gerade vor Fehmarn in der Ostsee liegt – fertig für den Segeltörn mit Jugendlichen aus Kleve, die auf dem Schiff Zusammenhalt lernen, wunderbare, einzigartige Ferienfreizeiten erleben. Organisiert von den Ehrenamtlern der Evangelischen Jugend.

Klar, dass Mesch und seine Mitstreiter zu den Gästen des ersten Klever Ehrenamtfestes gehören und mit dem Dinghi für die Exodus werben: Das Schiff der evangelischen Jugend gehört dazu. Ebenso wie die Feuerwehr (mit neuem Löschfahrzeug und Chef Ralf Benkel), die Malteser oder das technische Hilfswerk, wie die Kinderhilfe, die Karnevalisten oder der Schachclub Turm Kleve, wie aber auch der Hospizdienst oder die Klosterpforte, wie die essbaren Gärten – um nur einige derer zu nennen, die sich in den 30 mit bunten Planen geschmückten Stände der Stadt präsentieren und für ihr Engagement werben konnten.

Bunt-gestreifte Dächer schützen die Stände der 30 Organisationen, die sich vorstellten. Foto: Markus van Offern (mvo)

„Schön, dass wir das Fest in der Stadt feiern können, dass man sieht, wie Menschen ihre Talente in viele Tätigkeiten und Möglichkeiten einsetzen, für den Nächsten, und so das Leben in dieser Stadt bereichern“, brachte es Propst Johannes Mecking in seiner Begrüßung zum ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt des Festes auf den Punkt. Pastorin Elisabeth Schell erklärte, dass es nur einiger weniger Talente bedürfe, anderen zu helfen oder die Hand zu reichen. Schließlich waren diese „Talente“ Leitthema des Gottesdienstes. Danach trommelten gewohnt rhythmisch die Konga Quings mit Najoma Coronado und ihrer schönen Stimme den Tag ein. Bürgermeisterin Sonja Northing bedankte sich bei den Ehrenamtlichen, die sich um das Allgemeinwohl verdient machen oder sich einfach um andere kümmern würden. Es sei ihr eine große Ehre, Danke dafür sagen zu dürfen.

Die Ehrenamtlichen hatten derweil im Rund der Stände ins Gespräch gefunden: Xena Erzi von Fridays-for-Future erklärte die Ziele ihrer Gruppe und dass sie und ihre Kollegen freitags gar nicht immer den Unterricht schwänzen, es aber wichtig sei, für den Erhalt der Welt Flagge zu zeigen. „Man muss sehen, dass wir da sind“, sagt die 16-Jährige. Dennis Honselaar, stellvertretender Jugendwart bei Turm Kleve, hatte derweil schon König und Dame, Springer und Läufer aufgestellt: Wer wollte, konnte nämlich testen, wie gut die Mädels und die Jungs der Turm-Kleve-Nachwuchsabteilung wirklich sind – und wurde schnell zum Sparringspartner: Denn der Klever Schach-Nachwuchs spielt inzwischen auf NRW-Ebene und konnte sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Gleich neben den Schach-Spielern war’s fröhlich und ernst zugleich: Hier warben die Damen vom ehrenamtlichen Hospiz-Dienst Omega. „Wir möchten, dass man die Angst vor dem Hospiz verliert. Und wir schenken noch einmal Lebensfreude, deshalb macht dieses Ehrenamt auch Freude“, sagt Marion Aryus. Passend hieß es auf einem großen Flipchart: Was möchte ich noch tun, bevor ich den Löffel abgebe? Margot van Eck vom Hospizdienst möchte zum Beispiel noch über den Gand Canyon fliegen. Im Laufe des Tages füllte sich das Blatt mit Wünschen.

Keinen Stand aufmachen durften die Offenen Klever, die deshalb mit einem Schildchen auf der Brust für ihren ehrenamtlichen politischen Einsatz warben. „Wir haben uns sehr früh beworben, aber es hieß da schon, alles sei besetzt“, sagt Anne Fuchs, Offene Kleverin im Rat. Die anderen Parteien, deren Mitglieder alle ihre kommunalpolitische Aufgabe ehrenamtlich erfüllen, hatten auf eine Bewerbung verzichtet. Bei Politik und Verwaltung wirbt Ursula Dirmeier für die Ehrenamtkarte. Um den Ehrenamtlichen, so die Kellener Geschäftsfrau, das ganze Jahr Dank sagen zu können. Unterschrift für Unterschrift sammelte sie.

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