Kleve: Die Nacht der Ausbildung lockte viele Besucher

Nacht der Ausbildung : Spannende Einblicke ins Berufsleben

Bei der zehnten Nacht der Ausbildung öffneten mehr als 60 Unternehmen ihre Türen. Die Chefs und Mitarbeiter erläuterten den Jugendlichen aus Kleve und Umgebung, worauf es bei ihren Jobs ankommt.

„Am Ende ist die Quintessenz wieder einmal positiv“ – zu diesem Schluss kam Michael Rübo von der Kisters Stiftung, die natürlich auch im Jubiläumsjahr 2019 bei der zehnten Ausgabe der Klever „Nacht der Ausbildung“ zu den Hauptorganisatoren zählte. Rekordverdächtige 62 Unternehmen bewarben am Freitag unter dem Motto „Träum nicht – tu was!“ rund 70 Ausbildungsberufe und öffneten von 17 bis 20 Uhr ihre Türen für wissbegierige Jungen und Mädchen aus Kleve und Umgebung.

„Obwohl das von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich ist, bekommen wir überwiegend guten Zuspruch“, sagt Rübo. „Natürlich können wir nicht beeinflussen, wo die Jugendlichen letztendlich hingehen, aber auch in den Betrieben, die dieses Jahr zum ersten Mal mitmachen, war man zufrieden.“ Unter den 62 teilnehmenden Unternehmen – eine beachtliche Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr – tummelten sich auch ein paar Neulinge. Dazu gehört auch der Familienbetrieb „fußaktiv Diedenhoven“ an der Albersallee in Kleve. Gleich drei Ausbildungsberufe hatte das junge Team zu präsentieren. Neben der Orthopädieschuhtechnik wird dort auch noch in Einzelhandel und Podologie ausgebildet. Das ist das Fachgebiet von Ellen Diedenhoven. Sie ist Teil der zweiten Generation, die im Unternehmen tätig ist. Ihre abgeschlossene Ausbildung beschreibt sie als sehr herausfordernd. Einerseits auf Grund der Konfrontation mit lateinischen Fachbegriffen, andererseits auf Grund der konkreten Anforderungen, die dieses Berufsfeld mit sich bringt. „Man muss einfühlsam sein und darf keine Berührungsängste haben“, stellt sie fest.

Franz Vierboom (l.), Chef im „Cafehaus Niederrhein“, und Saskia Engelsmann zeigten Florian, wie man leckere Gerichte zubereitet. Foto: Markus van Offern (mvo)

Ein weiterer Betrieb, der zum ersten Mal seine Türen öffnete, ist das „Caféhaus Niederrhein“ in Kranenburg. Dort informierten sich auch die beiden 15-Jährigen Ronja und Jannik, die noch keine genaue Vorstellung von ihrem weiteren Weg haben, den sie nach der Schule einschlagen möchten. Die beiden wollten sich aber frühzeitig einen genaueren Eindruck verschaffen. Einen Einblick in die Gastronomie gewährte ihnen Restaurantinhaber Franz Vierboom, dessen Lokal an diesem Abend für die Berufe Koch und Restaurantfach warb. Aktuell beschäftigt das Caféhaus Niederrhein zwei Auszubildende. Einer von ihnen ist Arne Brosch. Er geht bald in sein drittes Lehrjahr als Koch und beschreibt seinen Job als abwechslungsreich, spannend und herausfordernd. Nichtsdestotrotz ist seine klare Botschaft: „Man muss zu hundert Prozent dahinterstehen.“ Vor allem die „unchristliche“ Arbeitszeit führe hier zu einem Fachkräftemangel, erklärt sein Chef Vierboom.

Ein Klever Unternehmen, das sich nicht über zu wenig Interessenten beklagen kann, ist die Firma „traperto“. Der IT-Dienstleister stellt für Unternehmen wie Vodafone oder Deichmann eine spezielle Lernsoftware zur Schulung ihrer Mitarbeiter her. Bei der Nacht der Ausbildung informierte traperto über die Ausbildungen zum Fachinformatiker und zum IT-Systemkaufmann. Laut Abteilungsleiter Thorsten Rintelen ist es ein großer Vorteil, dass in diesem Sektor des Arbeitsmarktes Azubis am Ende direkt übernommen werden. Diese Aussage kommt nicht von ungefähr. Bei traperto durfte sich bis zu diesem Zeitpunkt jeder Auszubildende über eine anschließende Festanstellung freuen.