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Kleve: Die leeren Läden vom Spoycenter

Kleve : Die leeren Läden vom Spoycenter

In dem Gebäude halten sich keine Geschäfte. Weder der Eigentümer noch Wirtschaftsförderer Joachim Rasch haben einen Plan, wie sich das ändern ließe. Eine Geschäftsfrau, die am anderen Spoyufer Erfolg hat, macht einen Vorschlag.

Wer seinen Gästen von auswärts zeigen möchte, wie prächtig sich Kleve entwickelt, der geht zur Hochschule Rhein-Waal, vorbei am "Rilano"-Hotel und weiter zum Opschlag mit dem Spoypalais und den Restaurants mit ihren Terrassen, die bis ans Wasser ragen. Dann allerdings sollte er dafür sorgen, dass sich der Besuch nicht umdreht, denn in diesem Fall könnte der gute Eindruck von der Schwanenstadt schnell wieder verfliegen. Dann würden die Gäste nämlich auf eine weitgehend verwaiste Ladenzeile schauen, auf leerstehende Geschäftsräume mit teils zersprungenen Fenstern. Kein schöner Anblick!

 Leerstand auch dort, wo einst das "Lotus" und später das "Stevens" war.
Leerstand auch dort, wo einst das "Lotus" und später das "Stevens" war. Foto: Evers Gottfried

Das weiß auch Torsten Lodni vom Immobilienunternehmen BGP, dem das Spoycenter gehört. "Die Nachfrage nach den Läden im Erdgeschoss ist gering. Es ist sehr schwierig, Pächter zu finden", sagt Lodni. Dabei sah es zwischenzeitlich gar nicht mal schlecht aus für das Sorgenkind Spoycenter. Ein Antiquariat bot dort seine Waren an, die "Suppenschwärmerei" lud zum Essen ein, es gab einen Computerhändler, erst kürzlich eröffnete ein Hundefuttergeschäft. Doch all diese Läden haben geschlossen, beziehungsweise sind weggezogen. Aktuell sind nur noch die Geschäftsstelle der Grünen, der Waschsalon "Speed Queen" und ein kleines Reisebüro in der Spoycenter-Passage ansässig.

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Einen Plan, wie man die Auslastung der Gewerbeflächen verbessern könnte, habe BGP nicht, so Lodni. "Die Spoycenter-Passage ist doch etwas abgelegen. Außerdem ist der Ruf von früheren Zeiten her schlecht. Die Läden eigenen sich mangels Abluftanlagen nicht wirklich für Gastronomie. Da ist es schwierig, ein richtiges Konzept reinzukriegen. Am ehesten sehen wir Dienstleister dort", sagt Lodni.

 Der Wohn- und Gewerbekomplex entstand Ende der 70er Jahre. Während heute die meisten Wohnungen vermietet sind, tut sich die Ladenzeile unten schwer, Pächter zu finden.
Der Wohn- und Gewerbekomplex entstand Ende der 70er Jahre. Während heute die meisten Wohnungen vermietet sind, tut sich die Ladenzeile unten schwer, Pächter zu finden. Foto: Gottfried Evers

Auch Kleves Wirtschaftsförderer Joachim Rasch hat kein Konzept für das Spoycenter. "Wenn es ein Allheilmittel für solche Leerstände gäbe, würden es viele Städte anwenden. Ein solches kenne ich aber nicht", sagt Rasch. Das Objekt leide seit Jahrzehnten an seiner Lage, die eher unter Kategorie 2 falle, so der Wirtschaftsförderer. Die Ladenzeile sei kompliziert zu erreichen, es sähe dort nicht einladend aus. "Man kann als Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderung noch so viel machen - wenn die Kunden das Areal nicht annehmen, hilft das alles nichts", findet Rasch. Eine Besserung erhofft er sich durch die geplante Neugestaltung des Stadthallenumfelds. "Vielleicht hat das ja positive Effekte", sagt Rasch.

Einen konkreten Vorschlag hat Christina Silva Egidio, die mit der Tapas-Bar "The Lounge" am Opschlag erfolgreich ist: "Man sollte einen Durchstich machen vom Spoycenter zur Großen Straße. Dann hätte man eine Anbindung und dann würde auch die vor einigen Jahren neu gebaute Brücke über die Spoy zur Mitte des Spoycenters Sinn machen." Silva Egidio findet, dass sich Wirtschaftsförderer Rasch, der seit Anfang des Jahres auch für das Stadtmarketing zuständig ist, mit dem Eigentümer des Spoycenters zusammensetzen sollte, um eine Lösung zu finden. "Das zählt schließlich auch zum Stadtmarketing", betont sie.

(RP)