1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Die freien Bewerber ums Bürgermeisteramt brauchen durch Corona mehr Zeit

Freie Bürgermeister-Kandidaten : Gespräche bei Corona schwierig

Kumbrink sowie die Hauer Pitzner und Veldmeijer wollen als Bürgermeisterkandidat antreten.

 130 gültige Unterschriften benötigt Ursula Pitzner, damit sie bei der Kommunalwahl im September als parteilose Bürgermeisterkandidatin in Bedburg-Hau ins Rennen gehen kann. Eine Hürde, die sie genommen haben sollte: Am Montag, 30. März, lieferte die Qualburgerin 192 ausgefüllte Unterstützerformulare im provisorischen Büro des Wahlleiters im Bedburg-Hauer Rathaus ab, wie Pitzner mitteilte. „Die Unterschriften werden nun geprüft“, sagt sie.

Die Sammlung der Unterschriften begann bereits Ende Februar, als die Corona-Krise noch nicht so offensichtlich war. Sie erhielt spontane Unterstützung von Bekannten, ehemaligen Kollegen, den Nachbarn, aus Vereinen, von der Familie, dem Heimatchor und von vielen weiteren Bürgern aus der Gemeinde. Auch die SPD Bedburg-Hau sicherte ihr ihre Unterstützung zu. Pitzner hätte gerne weitere Personen besucht, die sie im Vorfeld mit ihrer Unterschrift unterstützen wollten. Erste Termine waren schon vereinbart, allerdings stellt nun die Kontaktsperre eine wesentliche Hürde dar.

Stefan Veldmeijer (parteilos) will Bürgermeister in Bedburg-Hau werden. Foto: Stefan Veldmeijer

Auch für den unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Stefan Veldmeijer rückt das Ziel der 130 benötigten Unterstützer-Unterschriften immer näher. Zahlreiche Bedburg-Hauer nutzten die Chance, ihn am 7. März im Gemeindezentrum zu treffen. Das Ergebnis: 87 Menschen haben für Veldmeijer unterschrieben und unterstützen damit seine Kandidatur. „Diese unglaubliche positive Resonanz überwältigt mich. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Stefan Veldmeijer. Doch die Corona-Pandemie macht es auch ihm nicht leichter, an weitere Unterschriften zu kommen. Denn mit persönlichen Begegnungen hält er sich derzeit bewusst zurück. „Die Gesundheit geht vor. Ich möchte jedes Risiko für andere und mich vermeiden“, sagt Veldmeijer. Wie viele Unterschriften Veldmeijer bislang gesammelt hat, will er nicht sagen, nur so viel: „Es sieht positiv aus.“

Ursula Pitzner Foto: Urusla Pitzner

Der Klever Michael Kumbrink hat bis jetzt 185 ausgefüllte Zettel seiner Unterstützer zurück. Das hört sich gut an. „Das mag ja sein, aber es reicht noch nicht“, sagt der Bewerber um das Bürgermeisteramt in Kleve – und lacht.  Kumbrink hatte als ehemaliges SPD-Ratsmitglied seinen Hut in den Ring geworfen, als der SPD-Vorstand entschied, keinen eigenen SPD-Bewerber ins Rennen zu schicken, sondern als einzige politische Partei auf Bürgermeisterin Sonja Northing zu setzen. Über die Umstände der folgenden Mitgliederversammlung zerbrach die SPD-Fraktion im Klever Rat. Kumbrink sucht derzeit weiter das persönliche Gespräch mit seinen Unterstützern – doch das ist in Zeiten von Corona nicht einfach. Er hofft, dass die Zeit bis zum 15. Juli reicht, um die nötigen 220 Stimmen zu erhalten und sie Termingerecht im Rathaus abzuliefern.