Kleve: Die Büros vom "TeamTisch" sind Coworking Space und Eventraum

Lokale Wirtschaft : Hier finden Ideen ihren Raum

„TeamTisch“ heißt das innovative Konzept, das Joscha Gartz in einem Lokal auf der Stechbahn realisieren will. Das Büro ist „Coworking Space“ und Event-Raum gleichermaßen. Im Fokus stehen gemeinsames Arbeiten und Netzwerken.

Junge Erwachsene stecken den Kopf zusammen. Sie brüten gemeinsam über das Problem, auf das einer von ihnen während seiner Arbeit gestoßen ist. Nach einem „Brainstorming“ finden die Männer auch eine Lösung und setzen sich zufrieden zurück an ihre Arbeitsplätze im „TeamTisch“. Dort treffen sich morgens im „Coworking Space“ unter anderem ein Mediengestalter, ein DJ, ein Fotograf, ein Personal- und Unternehmensbetreuer sowie Joscha Gartz – Initiator von „TeamTisch“, der sich selbst als Event- und Dienstleister bezeichnet.

Mit diesem Begriff hadert der 29-Jährige, der zusätzlich als Sportlehrer arbeitet, allerdings. „Ich falle etwas aus dem Raster“, sagt er und lacht. Und tatsächlich, das Konzept von „TeamTisch“ ist innovativ, das Angebot noch im Wachstum. In den Räumen an der Stechbahn 45 will Gartz Ideen wachsen sehen – seine eigenen und die von anderen. Dazu möchte er Menschen motivieren, Schritte zu wagen und Träume zu realisieren. Daher werden die Büroräume mit Café-Charme für unterschiedliche Angebote genutzt. Morgens sind sie ein „Coworking Space“. Dort treffen sich Personen aus verschiedenen Berufsfeldern, oft Selbstständige und Kreative, zum Arbeiten. Abends wird das Büro zum Eventraum für diverse Workshops.

„Ich wollte einen Ort schaffen, wo sich Menschen treffen können, um Dinge in die Tat umzusetzen, wo Unternehmen gegründet und Kulturen gelebt werden können“, sagt Gartz. „Ich finde es faszinierend, Menschen zu bewegen, zu inspirieren. Ich mag den Tanz auf den Weg zu Neuem und das Funkeln in den Augen, wenn ein Funke überspringt.“ Die Wirtschaftlichkeit stünde bei „TeamTisch“ im Hintergrund, so der Inhaber. Als Büro für gemeinsame Arbeit sind die Räume an der Stechbahn schon länger ausgelegt. Im August gab Gartz dem Konzept einen Dreh: Nicht nur als „Coworking Space“, sondern auch als Eventraum sollten die Räume herhalten. Deshalb gestaltete er das Büro um. In die Räume mit Altbau-Flair platzierte Gartz zum Teil selbst gebaute, rustikale Holzmöbel, gab dem Büro den Charme eines Cafés. Die Theke aus Grobspanplatten hat Gartz selbst gefertigt. Auf einem Schrank steht eine Siebträgermaschine. An vier Schreibtischen sind Arbeitsplätze eingerichtet. Zwei mit Kissen drapierte Sitzbänke zieren die Heizkörper am Schaufenster. Davor stehen Holzkisten, die als Tische dienen. An den Wänden hängen Poster mit Motivationssprüchen, Anleitungen zur Kaffeezubereitung sowie Bilder, die Fotografen von „TeamTisch“ geschossen haben.

„Ich beobachte, dass die Gesellschaft sich mehr und mehr in die Häuser zurückzieht“, sagt Gartz. Diesem Trend will der junge Mann entgegenwirken. Und weil das auf mehreren Wegen möglich ist, gehe er den „Spagat aus Büro und Begegnungsstätte“ ein. „Alles mögliche kann und soll hier stattfinden.“ Der Raum sei „Bühne und Startrampe für Konzepte und Unternehmen“, so Gartz. Erste Events bei „TeamTisch“ waren ein Unternehmer- sowie ein Netzwerktreffen, bei denen Gleichgesinnte Kontakte knüpfen und an Problem arbeiten konnten.

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreute sich der Barista-Kurs, den Gartz selbst geleitet hat. Eine bunt gemischte Gruppe – vom Student über den Geschäftsmann bis zur Seniorin – übte die Künste der Kaffeezubereitung. Für den nächsten, noch nicht terminierten Workshop läuft bereits die Anmeldung. Die Liste der Interessenten ist lang.

Da das Konzept von „TeamTisch“ noch wächst, ist Gartz grundsätlich offen für alles. „Nicht in Grenzen denken“, sagt er. Wer Ideen für Workshops hat oder die Räume für ein Event benötigt – vor kurzem wurden die Büros für Bewerbungsgespräche genutzt –, könne gerne Kontakt zu Gartz aufnehmen, sagt er. Und obwohl das Konzept sehr offen ist, kann für den „Coworking Space“ nicht einfach ein Slot gebucht werden. Die Arbeitsplätze sind für längerfristige Kollaboration gedacht. Wer Interesse hat, könne sich auch diesbezüglich bei Gartz melden. Dann werde getestet, ob der „TeamTisch“ das Ambiente und die Möglichkeiten biete, die sich der Interessent vorgestellt hat, und, ob er in die Arbeitsgruppe passt. Wirklich offen für alle, auch für einmalige Teilnahme, sind die Kurse und Workshops. Lediglich eine Anmeldung ist vonnöten. Feste Termine stehen allerdings aktuell keine an.