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Kleve Das erste Hospiz in Kleve kommt

In Donsbrüggen : Baubeginn für erstes Hospiz in Kleve

Der erste Spatenstich für das Hospiz in Donsbrüggen ist getan und die Arbeiten können endlich beginnen. Im Herbst 2021 soll der Bau bezogen werden, hofft Ottmar Ricken, Geschäftsführer der Katholischen Karl-Leisner-Pflegehilfe.

Das Hospiz ist die letzte Adresse im Leben. Eine Adresse, wo schwer- und todkranke Menschen Linderung und Ansprache finden, Pflege und Unterstützung. Eine Adresse, die in der direkten Umgebung der Kreisstadt Kleve vermisst wird.

Doch jetzt konnten Angelika Mosch-Messerich, seit 2019 Vorsitzende des Fördervereins des Hospizes am St.-Antonius Hospital Kleve, Ottmar Ricken, Geschäftsführer der Katholischen Karl Leisner Pflegehilfe, sowie Michael Pietsch, Vorsitzender des Kuratoriums der Katholischen Karl-Leisner-Stiftung, endlich zum Spaten greifen und damit den Neubau des ersten stationären Hospizes in Kleve starten. Dafür wird das alte Pfarrhaus umgebaut, das später unter anderem die Verwaltung des Hospizes aufnehmen soll. Im Anschluss an das Pfarrhaus wird auf dem Grundstück parallel zur Kranenburger Straße ein eingeschossiger, leicht geschwungener Neubau errichtet.

Nach dem ersten Spatenstich rückte der Bagger an und begann, alte Schuppen abzureißen und das Grundstück für den kommenden Neubau freizumachen, der hier in eineinhalb Jahren stehen soll. 2,2 Millionen Euro investiert die Katholische Karl-Leisner Stiftung in das stationäre Hospiz in der Klever Ortschaft Donsbrüggen. Das Haus wird zwölf schwer kranken und sterbenden Menschen Platz bieten und soll im Herbst 2021 bezogen werden. Das sagt die Zeitplanung von Ottmar Ricken. Entworfen hat den langgestreckten Bau mit einer überhöhten Halle für den Aufenthalt der Kalkarer Architekt Wilmsen. Das stattliche Pfarrhaus wird kernsaniert und vor allem als Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude dienen.

„Der Bedarf für ein stationäres Hospiz im nördlichen Kreis Kleve ist groß. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Bau nun starten kann“, sagt Angelika Mosch-Messerich. Die gute Erreichbarkeit aus dem benachbarten Kleve und die unmittelbare Nähe zur St.-Lambertus-Kirche seien große Pluspunkte, so Mosch-Messerich. „Das Hospiz soll mitten im Leben stehen“, betonen Michael Pietsch und Ottmar Ricken, der das Projekt für die Stiftung betreut. Die laufenden Kosten des Hospizbetriebes werden zu 95 Prozent von Kranken- und Pflegekassen gezahlt, die fehlenden fünf Prozent der Kosten werden aus Spendengeldern eingebracht, rechnet die Stiftung.

Propst Johannes Mecking, Kuratoriums-Mitglied der Katholischen Karl-Leisner Stiftung, und Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde und Propstei St. Mariä Himmelfahrt Kleve, ist froh, dass das Pfarrhaus der St. Lambertus-Gemeinde in Donsbrüggen, das seit dem Weggang von Pfarrer Bernhard Weskamp verwaist ist und damals schon als Option für das Hospiz im Blick war, endlich auch diese Nutzung erhalten wird.

Eine Nutzung, die in den Diskussionen im politischen Rahmen und auch in der Bürgerschaft positiv aufgenommen und größtenteils begrüßt wurde. Mecking weiß, dass sich viele Menschen in der Ortschaft mit dem Haus direkt gegenüber der kleinen Donsbrügger Kirche verbunden fühlen. Ottmar Ricken betont, dass das geplante Hospizgebäude alt und neu vereine. Für die betroffenen Menschen stünden zwölf Einzelzimmer in dem modernen Anbau des Pfarrhauses zur Verfügung.

„Die Planung des Neubaus sieht helle und großzügige Räumlichkeiten vor, bodentiefe Fenster ermöglichen einen unverstellten Blick in den Bauern- und Staudengarten, der das Hospiz künftig großzügig umschließen wird“, erläutert Ricken die Planung für den Bau, der jetzt beginnen kann, nachdem der Kampfmittelkräumdienst die Baustelle untersucht und die Stadt die Baugenehmigung erteilt hat.