Kleve: Das B.C. Koekkoek-Haus bekommt einen barrierefreien Zugang

B.C.Koekkoek-Haus in Kleve : Barrierefrei in die Romantik

Architekt Werner van Ackeren stellte dem Kulturausschuss Umbaupläne für das Denkmal B.C. Koekkoek-Haus vor. Es soll auf Anregung der NRW-Stiftung barrierefrei werden.

Die Planung steht, die Finanzierung ebenfalls: Das klassizistische Malerpalais in der Klever City soll barrierefrei werden. Einen Bautermin hat man aber noch nicht, sagt Ursula Geisselbrecht-Capecki, die künstlerische Leiterin des B.C.Koekkoek-Hauses in Kleve. Dennoch informierte jetzt Architekt Werner van Ackeren den Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung über das Vorhaben. Im Mittelpunkt steht der Einbau eines Aufzuges, damit alle Etagen des Denkmals, das vor allem Werke des Namen gebenden berühmten niederländischen Malers Barend Cornelis Koekkoek beherbergt, auch für Menschen mit Handycap erreicht werden können.

Architekt van Ackeren hat dabei den großen Vorteil, dass er das Haus aus dem Effeff kennt. Er wuchs hier auf, sein Großvater setzte einen Anbau an das Gebäude und erkannte schon damals an der Wende des vorigen Jahrhunderts, dass dies kein Jugendstil-Anbau sein kann, sondern dass es zu diesem Palais unbedingt passen sollte. Also bekam der Klever Architekt Otto van de Sandt den Zuschlag, im Anbau Haus Koekkoek zu kopieren, erklärte van Ackeren dem Ausschuss. Denn die erste Idee sei gewesen, hinter diesen Anbau einen gläsernen Aufzug zu stellen. „Aber in Wirklichkeit ist Glas gar nicht durchsichtig“, sagte van Ackeren. Also wurde diese Idee verworfen – vor allem auch, nachdem LVR-Denkmalschützer Andreas Stürmer aus Brauweiler ein Veto in Aussicht gestellt hatte. Verworfen wurde auch die Idee, wie in Frankreich einfach einen Aufzug in das Treppenauge zu stellen.

Es musste eine andere Lösung her: Van Ackeren wusste, dass es einen Installationsschacht in dem Haus gibt, in den vielleicht ein Aufzug passen könnte. Man maß den Schacht aus, bohrte durch Decken, machte Bestandszeichnungen und ließ ein Lot herab – tatsächlich hatte van Ackeren einen versteckten Raum gefunden, in dem ein Aufzug fahren könnte. Aber für einen so engen Schacht – die Aufzugkabine wäre 90 Zentimeter breit und 1,3 Meter tief – einen Aufzug-Hersteller zu finden, war nicht einfach. Der Klever Architekt wurde beim Hersteller Osma fündig, nachdem viele Firmen abgewunken hatten. Das System habe sogar den Vorteil, dass die Türen rechts und links in der Wand verschwinden würden und nicht in den Flurraum schwenken. „Unsere Statikerin Nicole Liskien hat dann bestätigt, dass das machbar ist“, so van Ackeren.

Damit könne man den Aufzug und seine Türen auch so einpassen, dass 2,70 Meter hohen Türen in der Beletage sich nicht mit dem Aufzug-Ausgang beißen und auch der aufwendige Wandschmuck erhalten bleiben kann, erklärte van Ackeren anhand von Fotos, die zeigen, dass der Aufzug im Flurraum direkt neben der Treppe auskommt. Zusätzlich sei auch über rauchdichte Türen gesprochen worden, die automatisch schließen. Von außen würde man gar nicht bemerken, dass das Haus umgebaut wurde.

Allerdings setzte sich van Ackeren mit seiner Planung auch mit einem anderen Zugang zum Haus auseinander: Der könnte wieder wie früher durch den damaligen Museumseingang links (das ist der Praxiseingang aus der Jahrhundertwende), erfolgen. Dann käme man in ein großes Foyer, es würde eine neue, barrierefreie Toilettenanlage geben. Will man den richtigen Aufgang ins Haus nutzen, muss man als Besucher durch Museumsshop und Antiquariat und eine Lounge. Dann würde der jetzige Eingang wegfallen.