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Kleve: Corona-Zelt wird geschlossen

Karl-Leisner-Klinikum : Corona-Zelt in Kleve wird Sonntag geschlossen

Das Fieberzelt am Klever Sankt-Antonius-Hospital wird nach gut zehn Wochen geschlossen: Die Zahl der Patienten, die sich melden, um sich auf Covid-19 testen zu lassen, ist rückläufig. Kosten sind sechsstellig.

In der Zeit der Not war es eine gute Lösung, die von den Bürgern angenommen und schnell akzeptiert wurde: Das Corona-Zelt vor dem Klever St. Antonius-Hospital, wo sich Patienten mit Covid-19-Symptomen testen lassen konnten, zu dem aber auch Patienten kamen, um sich untersuchen zu lassen. Jetzt ist die Zeit des Zeltes vorerst einmal zu Ende: „Wegen rückläufiger Patientenzahlen schließt das Katholische Karl-Leisner-Klinikum am Sonntag, 17. Mai, die Fieberambulanz am St.-Antonius-Hospital Kleve. Das Klinikum stellt damit seine ambulante Corona-Testung ein“, teilte Klinik-Sprecher Christian Weßels mit.

Im März seien, so der Sprecher des Klinikums, täglich bis zu 80 Patienten im Fieberzelt am St.-Antonius-Hospital gewesen, zuletzt haben sich dort während der Öffnungszeiten von 16 bis 20 Uhr weniger als zehn Patienten pro Tag auf eine Corona-Infektion testen lassen, die sowohl vom Hausarzt als auch vereinzelt direkt zum „Corona-Zelt“ kamen. Als ersten Schritt hatte das Leisner-Klinikum die Zeiten, an denen das Zelt geöffnet war, deutlich verkürzt, jetzt wird die Corona-Ambulanz vorerst ganz geschlossen. Das Zelt werde allerdings zunächst stehen blieben, so dass man es bei Bedarf jederzeit wieder öffnen könne, teilte Weßels am Montag mit. „Corona ist ja nicht aus der Welt“, fügt er dazu an. Patienten mit Covid-19-Symptomen sollten künftig zunächst Kontakt mit ihrer Hausarztpraxis aufnehmen, die dann sicher einen Weg zur Untersuchung oder zum Test finde, so Weßels. Er bittet auch darum, dass Patienten mit solchen Symptomen nicht die Notaufnahme des Krankenhauses als erste Anlaufstelle sehen, sondern tatsächlich Kontakt mit ihrem Hausarzt aufnehmen.

„Unsere Fieberambulanz hat sich vor allem in den Wochen der größten Unsicherheit bewährt“, sagt  Holger Hagemann, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums mit Standorten in Kleve, Goch, Kalkar und Kevelaer. „Wir haben als Klinikum für die Menschen der Region eine effektive Diagnostik ermöglicht und durch die räumliche Trennung vom Krankenhaus die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Patienten geschützt“, blickt der Geschäftsführer auf die Anfänge zurück, als bis zu 80 Patienten ins Fieberzelt kamen, das mit dem Zelt für die Kommunen Kalkar, Kleve, Goch, Weeze, Kevelaer Kranenburg und Bedburg-Hau zuständig war, nachdem das Katholische Karl-Leisner-Klinikum die Fieberambulanz am 29. Februar 2020 eröffnet hatte. Ziel der zentralen Diagnoseeinrichtung war da vorrangig, die Krankenhäuser des Verbunds von den Untersuchungen zu entlasten. „Die Kosten belaufen sich seitdem auf einen mittleren sechsstelligen Betrag“, beziffert Weßels die von der Einrichtung der Corona-Ambulanz verursachten Kosten.

Ein Schritt in Richtung Normalität? „Eigentlich sind wir von Normalität noch weit entfernt“, sagt Weßels. Nach vier bis sechs Wochen, in denen man das Krankenhaus in großen Teilen auf Pause gestellt habe, können man sich jetzt wieder verstärkt auch um die medizinischen Notwendigkeiten kümmern, um die Versorgung der Patienten, die teilweise seit längerer Zeit schon auf Operationen warten, erklärte der Sprecher.