Kleve: CDU wählt Gebing für das Bürgermeisteramt

CDU Kleve hat den Kandidaten : Große CDU-Mehrheit für Wolfgang Gebing

Mit einer deutlichen Mehrheit statteten die Klever Christdemokraten ihren Kandidaten für die nächste Bürgermeisterwahl aus: 83,8 Prozent der Klever CDU-Mitglieder stimmten für den Kandidaten.

Man konnte den Stein vom Herzen der Klever CDU fallen hören, als Sitzungsleiter Jörg Cosar das Ergebnis der Wahl für den Kandidaten Wolfgang Gebing verkündete, mit dem die Klever CDU das Bürgermeisteramt in der Kreisstadt zurück erobern will. Und mit dem der „Stillstand in der Stadt“ (so Gebing) endlich überwunden werden soll. Von den 105 anwesenden Parteimitgliedern gaben 83 ihre Stimme für Gebing ab, eine Stimme war ungültig, drei enthielten sich und 16 stimmten gegen den Kandidaten. Das seien 83,8 Prozent der abgegebenen Stimmen, rechnete Cosar vor, der sich über das „faire Ergebnis“ freute – wie die meisten Mitglieder im Saal.

„Ich werde alles daran setzen, dass wir im kommenden Jahr das Rathaus zurückerobern“, versprach Gebing sichtlich erleichtert nach dem guten Ergebnis. Michael Heyrichs fügte vom Vorstandstisch an, dass die Stadt, sowohl Bürger als auch Verwaltung, endlich eine ordnende Hand an der Verwaltungsspitz verdient habe. Die Hand, die man in den vergangenen Jahren von der Verwaltungsspitze so vermisste. Cosar suchte und fand die Schuld warum das Bürgermeisteramt verloren gegangen sei, bei der eigenen Partei im Rückblick auf die knappe Kandidatur von Udo Janssen, der vor fünf Jahren eine Stimme mehr als Gebing erhalten hatte: „Wir standen da vor fünf Jahren vor einem nicht ganz so glücklichen Tag, der uns letztlich diese Bürgermeisterin eingebrockt hat. Das wollen wir ändern.“

Gebing ließ in seiner Rede für seine Kandidatur, deren erste Hälfte öfter von längerem Applaus unterbrochen wurde, keinen Zweifel aufkommen, was er von der vergangenen Ratsperiode halte. Zwar habe man wesentliche Ziele des CDU-Wahlprogramms umsetzen können, es habe sich aber gezeigt, „dass sich die Stadt ohne zielorientierte Führung kaum weiterentwickelt hat“. Vieles sei in der Verwaltungs-Spitze hängen geblieben: „Obwohl der Rat die finanziellen Mittel für die Entwicklung der weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt hat, ist noch kein einziger Baukran für die Erweiterungsbauten der Gesamtschule sowie den Neubau des Konrad-Adenauer-Gymnasiums zu sehen!“, wetterte er gegen die amtierende Bürgermeisterin Sonja Northing, die als Chefin der Verwaltung in der Verantwortung steht, ohne sie zu nennen.

Sein Misstrauen an die jetzt von der Verwaltung genannten Fertigstellungsdaten der Schulen in Kleve sei hoch. Die CDU fordere, um Eltern, Kindern und Lehrern Verlässlichkeit zu geben, dass die Vierzügigkeit der Realschule auf der Agenda bleibe. „Die dazu notwendigen geringfügige bauliche Erweiterung ist kein Hexenwerk“, sagte er. Applaus brandete dafür im Saal auf. Auch dass der von der CDU-Fraktion geprägte Sportentwicklungsplan von der Verwaltung nur zögerlich umgesetzt werde, dass vor allem die Verlagerung von VfL Merkur mit der Schaffung einer modernen Leichtathletik-Anlage (mitsamt Sporthalle) in weiter Ferne stehe, sei eine „Blamage für unsere Kreis- und Hochschulstadt“.

Er werde sich dafür stark machen, dass es in der kommenden Wahlperiode ein mehrheitsfähiges Konzept für den „Minoritenparkplatz“ geben soll. Klima- und Umweltpolitik wolle er intelligent und mit Augenmaß angehen, aber nicht in der Anlage einer winzigen Fläche in der Wallgrabenzone als Wildblumenwiese, die gar keine ist. „Das führt nicht weiter“, sagt Gebing. Er wolle das Bewusstsein für die Umwelt schärfen: Für Christdemokraten müssten Freiwilligkeit und Überzeugen mit Angebote im Vordergrund stehen, nicht staatlicher Zwang.

Zuvor hatte der Kandidat die Klever CDU in die Pflicht genommen, alle Wahlkreise bei den Erststimmen zu gewinnen. In einer Wahl, in der eher der Partner Grüne der Gegner sei, als die mit der amtierenden Bürgermeisterin ins Feld ziehenden Sozialdemokraten. Deshalb werde man in den nächsten Monaten die Unterschiede zwischen Christdemokraten und Bündnisgrünen aufzeigen müssen. Dabei weiß Gebing eine teils stark verjüngte Mannschaft hinter sich. Eine Mannschaft allerdings, die sich auch noch beweisen muss. Und Gebing selbst zieht auch ins Rennen um einen Wahlkreis: Er ist Kandidat für den Wahlbezirk 118. Den hatten bei der Europawahl die Grünen gewonnen.

Mit einem langen Applaus für den Kandidaten stimmte sich die Klever CDU für den Wahlkampf ein.