Kleve CDU beantragt neue Buslinien für die Stadt Kleve

City-Bus-Linie in Kleve : Mehr Busse für die Stadt

Die Idee, die City-Bus-Linie besser an Reichswalde, Materborn und Kellen anzubinden, soll geprüft werden. Die Grünen unterstützen den Antrag, weil der ÖPNV in Kleve verbessert werden müsse.

Die City-Bus-Linie in Kleve vom Bahnhof durch die City bis zum Eoc ist ein Erfolgsmodell. Die Taktung der alle 30 Minuten fahrenden Kleinbusse stimmt, die Verlässlichkeit ist da. Fast so, als sei es eine Straßenbahn, um alten Klever Nostalgikern das Wort zu reden. Und es gibt auch keinen Tarif-Dschungel. Es kostet 1,50 Euro. Fertig. Die Linie bietet das, was ÖPNV attraktiv macht: Verlässlichkeit, gute Taktung und ein einfacher Tarif.

Die einhellige Meinung: mehr davon. Aber ein Antrag der SPD, die Linie bis zum Schweizerhaus durchzuziehen, wurde von der schwarz-grünen Ratsmehrheit abgelehnt. Ein ähnlicher Bürgerantrag ebenfalls. Nach einem CDU-Antrag zum Haushalt soll die Strecke jetzt  doch erweitert werden: Es wurde beantragt, eine Anbindung der City-Bus-Linie bis Materborn/Reichswalde und bis Kellen zu prüfen.

„Der Kreis Kleve hat angekündigt, weitere Mittel für die Verbesserung des ÖPNV zur Verfügung zu stellen. Um das ÖPNV-Angebot in Kleve zu verbessern, soll geprüft werden, ob und wie die oben genannte Zielsetzung erreicht werden könnte“, sagt CDU-Ratsmitglied Benedict Schroers. Und weil die CDU nicht bis Ultimo warten möchte, fügte er an: „Es wird gebeten, das Ergebnis der Prüfung bis zum 31. März 2020 mitzuteilen.“ Die Verwaltung prüft jetzt, ob das machbar und wie das finanzierbar ist. Der Kreis Kleve wird von der Verwaltung bezüglich der Mittelvergabe um Stellungnahme gebeten. „Im Anschluss der Prüfung wird berichtet“, heißt es seitens der Verwaltung. Es wäre dann eine der alten Straßenbahntrassen ähnliche Verbindung längs die ganze Stadt.

Michael Kumbrink, der damals für die SPD im Rat mitdiskutierte, kommentiert das lakonisch: „Wenn man uns eine gute Idee klaut, ist das nicht klasse. Aber um der Sache willen ist das gut.“ Hätte man den Antrag nicht abgelehnt, weil er von der SPD kam, wäre man vielleicht schon weiter, so der künftige CD-Ratsherr.

„Wir haben den SPD-Antrag damals abgelehnt, weil wir die City-Bus-Linie nicht unattraktiv machen wollten – eine längere Strecke hätte eine längere Taktung zur Folge gehabt. Und es hätte damals ohne Förderung zu viel Geld gekostet. Jetzt stehen aber mögliche Förderungen vom Kreis im Raum“, sagt Schroers. Wichtig sei, dass man in dem Thema voran komme, sagt Hedwig Meyer-Wilmes, Fraktionschefin der Grünen. „Dass der ÖPNV in Kleve ausgebaut und attraktiver gemacht werden muss, haben wir Grüne immer schon gefordert“, erklärt sie. Die Notwendigkeit, den ÖPNV nicht nur zu diskutieren, sondern tatsächlich auch auszubauen, sei in Zeiten des Klimawandels, der CO2-Diskussion und der Forderungen von Fridays for Future immer dringlicher. „Deshalb begrüßen wir den Antrag – zumal er die Strecke in zwei Richtungen deutlich erweitert“, sagt sie. Man müsse grundsätzlich eine Alternative zum Autoverkehr schaffen.

Schroers möchte bei den Klein-verkehren beginnen: „Wenn ich oben beim Eoc parke und noch zu Kotters muss, dann muss ich nicht ins Auto“, sagt Schroers, der an der Hoffmannallee zuhause ist. Er nutze den Bus beispielsweise um zu Sitzungen ins Rathaus zu fahren. Mit dem Auto brauche man länger – und das Geld für den Bus habe man über die gesparte Parkgebühr wieder raus. „Wir müssen schauen, dass wir vor allem den Verkehr von der Ring- und der Gruftstraße holen, wo sechs Millionen Autos im Jahr fahren. Wenn wir da die innerstädtischen Verbindungen auf den ÖPNV verlegen könnten, hätten wir viel erreicht. Dazu müssen wir uns alle fragen: Wo wollen wir perspektivisch hin?“, sagt Schroers.

Sein Ziel: Den ÖPNV attraktiver machen. Die Grundidee: „Die Wohngebiete in Kleve besser an die City anbinden“, indem kurz getaktete, verlässliche Linien an die City-Linie heranführt oder die Linie mit weiteren Fahrzeugen entlang der alten Straßenbahnstrecke verlängert werden, so Schroers. Die Mehrkosten sollten über eingeworbene Fremd- und Fördermittel aufgefangen werden. Man müsse darüber nachdenken, ob man kleinere Busse einsetzten könne. Das müsse aber mit der NIAG verhandelt werden. „Wir müssen mit Blick auf den bald fälligen nächsten Vertrag mit der NIAG auch über alternative Antriebsformen nachdenken, vielleicht E-Busse einfordern“, sagt Schroers. Meyer-Wilmes unterstützt die Idee, mit der NIAG entsprechend zu verhandeln und keine Angst vor einer anfänglichen Durststrecke zu haben: „Der City-Bus brauchte auch zehn Jahre, um angenommen zu werden“, sagt sie. Und selbst wenn man für die Übergangszeit mehr Geld zuschießen müsse, lohne sich das langfristig. Nicht nur fürs Klima.