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Kleve: Bronzetafel in Rindern erinnert an St. Willibrord

Vor 1300 Jahren in Rindern : Als Ebroin St. Willibrord das Land überlies

Rolf Lohmann hält am Sonntag eine Festmesse in der Kellener Pfarrkirche St. Willibrord. Die Schenkung des Landes vor über tausend Jahren ist noch heute in der Gemeinde präsent. Zum Jubiläum wird eine Bronzetafel zu Ehren des Bischofs enthüllt.

Der heilige Willibrord war ein unermüdlicher Missionar christlichen Glaubens. Der Bischof prägt die katholische Kirche bis heute – und zwar insbesondere am unteren Niederrhein. So ist der Geistliche etwa Namensgeber der Kirchen in Rindern und Kellen. Der Engländer, der von 658 bis 739 lebte, war beseelt davon, auf dem europäischen Festland die Botschaften des christlichen Glaubens zu verbreiten.

Als Missionsbischof mit Sitz im niederländischen Utrecht zog es ihn, vom fränkischen Adel reich mit Gütern beschenkt, gen Luxemburg, in die Eifel oder an den Niederrhein. Maßgeblich für sein Wirken im Klever Ortsteil Rindern war die großzügige Schenkung des Grafen Ebroin, der in der Region über große Flächen Land und Wald verfügte. Die Übereignung von Gütern in Nütterden, Kleverham, Donsbrüggen, Mehr, Millingen und Rindern machte die Gründung eines Klosters durch Willibrord überhaupt erst möglich. Das erklärte Ziel der Schenkung: das Seelenheil Ebroins und das seiner Ehefrau Theodolind. Es wird eine Urkunde angefertigt, die überschrieben ist „Im Namen Gottes“.

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„In meinen Augen ist diese Schenkung eine Art Urereignis, das unser Land bestimmt. Die Schenkung aus dem Jahre 721 ist eine der früheren Urkunden kirchlichen Lebens in unserer Gegend. Dieses Ereignis hat ohne Zweifel eine würdige Erinnerung verdient“, sagt Theodor Prießen, Pastor der Gemeinde St. Willibrord. Wie wichtig der Schutzpatron für die Gläubigen war und ist, zeigt bis heute auch ein ihm gewidmetes Gebet: „Wir bitten dich, heiliger Willibrord, bleibe bei uns und hilf, dass wir in wankender Zeit als Getaufte die Wahrheit des Glaubens nicht verlieren, wirksam festigen, tapfer verteidigen und bekennen und weiter tragen durch Wüste und Sturm zur Freiheit des ewigen Lebens.“

Um an die Geschehnisse vor 1300 Jahren zu erinnern, wird Regionalbischof Rolf Lohmann am Sonntag, 10 Uhr, in der Pfarrkirche St. Willibrord in Kellen eine Festmesse halten. Werner Stalder wird in der Folge eine Rede über das Ereignis halten. Im Anschluss fährt Rolf Lohmann nach Rindern, um dort gegen 11.30 Uhr eine Bronzetafel zu enthüllen und einige Worte zu sprechen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ursprünglich hätte die Einweihung der Bronzetafel in größerem Rahmen beim Pfarrfest am 12. und 13. Juni stattfinden sollen. „Leider mussten wir diese Veranstaltung aufgrund von Corona absagen. Das ist uns nicht leichtgefallen“, sagt Theodor Prießen.

Die Kirche und deren Güter fielen nach dem Tod des heiligen Willibrords, der auch angelsächsischer Apostel der Friesen genannt wurde, übrigens an dessen Kloster im luxemburgischen Echternach. Das Patrozinium von Kirche und Pfarrei ging 1694 auf St. Willibrord über. Seit 1821 gehört die Pfarrei mittlerweile zum Bistum Münster und umfasst seit 2015 die Klever Ortsteile Bimmen, Keeken, Rindern, Düffelward, Kellen, Griethausen und Warbeyen; die Gemeinde heißt St. Willibrord.

Schon im April war der Münsteraner Bischof Felix Genn in Kranenburg-Mehr unterwegs, um zum 1300. Geburtstag des Dorfes einen Gottesdienst unter freiem Himmel durchzuführen. Damals segnete er im Rahmen des Ortsjubiläums auch einen neu aufgestellten Bildstock, der dem heiligen Willibrord gewidmet ist. Das Relief, entworfen von dem Künstler Dieter von Levetzow, zeigt den Geistlichen auf einem Schiff, in seiner Hand trägt er die Klosterkirche von Rindern. Auf dem Sockel des Bildstocks steht die Inschrift „Graf Ebroin schenkte Teile von Mehr an Bischof Willibrord und seine Kirche in Rindern. – AD 721“.