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Kleve: Berufsorientierung in der Stadthalle

Jobbörse : Berufsorientierung in der Stadthalle

Am Mittwoch fand die 13. Job- und Ausbildungsbörse in Kleve statt. Zahlreiche Unternehmen stellten sich potenziellen neuen Auszubildenden vor. Doch wie verhält man sich eigentlich richtig beim Bewerbungsgespräch?

„Wenn Sie ein Superheld wären, was für eine Superkraft hätten Sie dann gern?“ Wie bitte? Mit dieser Frage habe ich nun wirklich nicht im Bewerbungsgespräch gerechnet. „Ich wäre gern unsichtbar, damit mich keiner beim Klauen erwischen kann“, ist auf jeden Fall nicht die richtige Antwort darauf, erklärt mir Yasmin Borrmann vom Jobcenter Kleve.

Zum ersten Mal ist das sogenannte Vorstellungsgespräch-Training Teil der Job- und Ausbildungsbörse in der Stadthalle. Mithilfe eines ausführlichen Leitfadens werden einem hier Tipps für einen souveränen ersten Eindruck gegeben. Ich bin ehrlich: Dass man auf so viele Dinge achten muss, habe ich nicht erwartet. Erstens: Smalltalk. Mit Fragen wie „Haben Sie gut her gefunden?“ oder „Möchten Sie etwas Trinken?“ beginnt ein jedes Vorstellungsgespräch. Und bereits bei diesem vermeintlich „ungefährlichen“ Teil gibt es Dinge zu beachten. Yasmin Borrmann rät: „Ein Glas Wasser kann helfen, die Anspannung zu nehmen. Außerdem kann man einen Schluck trinken, während man sich Antworten auf komplizierte Fragen überlegt.“ Sie fügt schmunzelnd hinzu: „Am besten nimmt man jedoch stilles Wasser, damit man nicht aufstoßen muss.“

Zweitens: „Was wissen Sie denn bereits über unser Unternehmen? Warum haben Sie sich bei uns beworben?“. Puh. Konzentration. Was macht die Firma noch mal? „Wenn einem wirklich nicht einfällt, was das Unternehmen anbietet, versuchen Sie zu Ihren Fehlern zu stehen und fragen Sie nach: Leider weiß ich das gerade nicht, aber vielleicht können Sie mir etwas darüber erzählen?“ Das wirkt sympathischer, meint Yasmin Borrmann.

Drittens: „Was sind ihre Stärken?“ Okay, meine Stärken habe ich bereits mehrmals in Bewerbungen angeben müssen: „Ich bin teamfähig, kann mich schnell auf unterschiedliche Aufgaben und Personen einstellen und bin offen für Neues“. „Das ist schon sehr gut“ meint Borrmann. „Man könnte allerdings noch Beispiele hinzufügen, die belegen, dass man diese Eigenschaften besitzt.“

Nach dem Vorstellungsgespräch-Training begebe ich mich in die Menge der vielen Schüler. Von manchen hat man den Eindruck, sie sind freiwillig hier, von anderen eher weniger. Welche Unternehmen für die Jugendlichen interessant sind, wird schnell an der Größe der Menschentraube vor den Ständen deutlich. Besonders beliebt scheinen wie in jedem Jahr die Ausbildung bei der Polizei und der Sparkasse zu sein. Außerdem kann man das erste Mal professionell seine Bewerbungsunterlagen auf Ausdruck und Formales prüfen lassen.

Ich entscheide mich für den Stand von „Mönks +Scheer“ und informiere mich über die Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten dort. Lea van Bebber, für die Öffentlichkeitsarbeit der Firma zuständig, erklärt mir: „Wir bieten zum Beispiel die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher an. Wenn man Freude am Gesundheitshandwerk hat und gerne anderen Menschen hilft, könnte das etwas sein.“ Der nächste Ausbildungsbeginn ist im August 2019.

Ich bin sicher: Bei den vielen Möglichkeiten, die man in der Region zum Arbeiten hat, kann wirklich jeder das Richtige für sich finden. Und bis dahin gilt das Motto des Klever Jobcenters: „Wer Ausdauer besitzt, ist schon fast am Ziel.“