Kleve: Berufskolleg-Ausbau geht voran

Berufskolleg Kleve : Berufskolleg-Neubau im Sommer

Der Bau des Schulzentrums geht in großen Schritten voran. 2018 wurden sieben Millionen Euro verbaut. Bis 2021 wird der Kreis 40 Millionen Euro investieren. Das Erfolgsrezept: die kurzen Wege zwischen Baugesellschaft, Kreis und Politik.

Es geht rasant voran: Bis zu den Sommerferien ist der erste Komplex des Berufskollegs in Kleve saniert. Vier der zwölf Gebäudeteile sind fertig, sieben Millionen Euro haben Gerhard Koenen, Chef der Kreis Klever Baugesellschaft (KKB), und sein Team inzwischen verbaut. Alles, was nicht Rohbau ist, ist neu am größtem Berufskolleg von NRW: Die Böden, die Decken, die Fenster, die Installationen, die Elektrik. Und auch das, was moderne Schule ausmacht, gehört dazu: Die Ausstattung mit modernen Tafeln, „Whiteboards“, auf die man nicht mehr mit Kreide schreibt und die zugleich Bildschirm sind, mit denen man interaktiv arbeiten kann, die Ausstattung mit leistungsfähigem W-Lan und eine neue Einrichtung. Insgesamt wird der Kreis Kleve 40 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des Berufskollegs bis 2021 investieren.

Denn die verbauten sieben Millionen Euro sind nur der Anfang: „Im Sommer wollen wir die Gebäude bis zur Eingangshalle fertig haben“, sagt Koenen, über den Lageplan der Schule gebeugt. Dann ziehen die Bauarbeiter weiter, die „Ecke rum“ und arbeiten sich im Gebäudekomplex weiter in Richtung Felix-Roeloeffs-Straße vor. Auch hier wird alles, was nicht Rohbau ist, erneuert. Die fertigen ersten vier Abschnitte der Schule werden dann wieder von Schülern bezogen werden. „Gleichzeitig werden wir in diesem Jahr auch mit der Errichtung des Neubautraktes beginnen“, sagt Koenen. Der Neubau war im September 2018 dem Kreisausschuss vorgestellt und dort einstimmig begrüßt worden. Im Sommer wird gebaut.

„Wir haben am Berufskolleg Kleve eine sehr komplizierte Baustelle – und da sind wir froh, dass wir mit Teilen des Berufskollegs die Schulgebäude in Bedburg-Hau beziehen konnten“, sagt Wilfried Suerick von der Kreisverwaltung. Bei ihm und bei Zandra Boxnick, Leiterin Zentrale Verwaltung des Kreises, laufen die Fäden des Vorhabens Umbau und Erweiterung zusammen. In Geldern habe man einen Neubau auf die grüne Wiese setzen können, in Kleve müsse man im Bestand sanieren. Auch sei das Ausmaß der Arbeiten – Bestandssanierung und dazu einige Neubauten und eine neue Sporthalle – größer als in Geldern, erklärt Suerick. Koenen, Suerick und Boxnick sind zuversichtlich, den Bau im Kosten- und im Zeitrahmen fertig zu bekommen, wenn alles glatt läuft. Bei der Hochschule und beim Neubau des Berufskollegs in Geldern hat das funktioniert.

Denn man gehe von vornherein ehrlich mit dem zu erwartenden Kostenrahmen um und rechne die Summe nicht klein, erklärt Suerick. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, nutze man bei den oft langwierigen europaweiten Ausschreibungen die möglichen zeitlichen Fristen, die man setzen kann, widerspruchssicher aus, erklärt Boxnick. „Das spart uns deutlich Zeit, weil es das ganze Verfahren schneller macht“, sagt die Leiterin Zentrale Verwaltung. Und das spare letztlich bei der jetzigen Preisentwicklung auf dem Bausektor auch Kosten. Wichtig sei auch, dass man viele beim Bau nötige Schritte im eigenen Haus erledige: Für das Berufskolleg in Kleve gingen nur der Masterplan und der Entwurf für den Neubautrakt an ein auswärtiges Büro. „Die Architekten liefern die Entwürfe bis zur Baugenehmigung“, sagt Boxnick. Und Koenen fügt an: „Den Rest machen wir“. Sprich: Die KKB übernimmt die Arbeitspläne, die Bauaufsicht, die Ausschreibung und die Abrechnung. Auch das spart Zeit und Kosten.

„Ganz wichtig sind die kurzen Wege“, erklärt Suerick. Kurze Wege zwischen der Baugesellschaft, dem Kreis und der Politik. „Wir haben die Hierarchie-Ebenen von neun auf zwei Ebenen reduziert“, sagt Suerick. Damit können Entscheidungen beim Bau zeitnah getroffen werden. „Die Politik entscheidet über den Masterplan, über die Entwürfe — die Ausführung liegt dann bei der KKB“, erläutert Suerick das Prinzip. Und weil das immer funktioniert hat, wissen Politik und Landrat Spreen Bauangelegenheiten bei der Kreis-Verwaltung und der KKB in guten Händen.

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