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Kleve Bensdorp wird saniert und Wohnungen für Studenten

Kleve: An der Bensdorp geht’s weiter

Studentenwohnungen für die Bensdorp

In dem Block entlang der Van-den-Bergh-Straße sollen Einraum-Wohnungen entstehen. Balkone sollen die Fassade auflockern. FOTO: matthias grass

Die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG konzentriert sich jetzt auf das Areal der alten Kakao-Fabrik. Es sollen 20 Studentenappartements entstehen. Der Auftrag zur Sanierung der alten Fabrikfassade ist vergeben.

Das alte Industrie-Denkmal Bensdorp soll weiter saniert werden, die Gerüste, die derzeit noch an dem historischen Gebäude aus der Gründerzeit stehen, sollen bald abgebaut werden. „Wir haben endlich die richtigen Ziegelsteine für die Fassade gefunden“, sagt Jan Holtfester, Projektentwickler für die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG. Der gehören die Flächen der alten XOX-Fabrik und eben die kleinere Fläche der Bensdorp zwischen Wiesen- und  van-den-Bergh-Straße.

Er habe lange suchen müssen, um die richtigen Steine zu finden, die in die historische Gründerzeitfassade passen – vom Farbton bis zur Größe, erklärt Projekt-Entwickler Holtfester. Zumal die Fassade des alten Industriebaus, in dem einst Kakao produziert wurde, mit einem zweiten, andersfarbigen Stein verziert wird und stolz den alten Schriftzug „Bensdorp“ gemauert in der Wand trägt.

Die Fassade des Gründerjahrebaus wird bald saniert – dann kann das Gerüst abgebaut werden. FOTO: matthias grass
Info

80 Jahre Standort für die Kakaoproduktion

Bensdorp 1840 in Amsterdam gegründet, ist Bensdorp heute eine Marke des Schweizer Schokoladeproduzenten Barry Callebaut.

Werk in Kleve 1901 wurde das Bensdorp-Werk in Kleve gebaut, ging 1972 an Unilever und konzentrierte sich auf die Produktion von Kakaopulver und Kakaobutter. 1081 wurde der Klever Standort geschlossen.

Holtfester hatte im Zuge der Projektierung des Nettomarktes gleich neben dem Gründerjahrebau die Fläche zwischen City, Hochschule und den ehemaligen Industriebrachen neu geordnet, die alten An- und  Einbauten weggerissen, so dass jetzt die historische Fabrik aus der Jahrhundertwende  wieder frei gestellt ist. Die Wunden, die die Zeit der Fassade zugefügt haben – ausgebesserte Fenster, vergrößerte Türen – sollen in Teilen wieder zurückgebaut werden. Mit der neuen Fassade erhofft sich Holtfester auch ein besseres Pfund, mit dem er bei der künftigen Entwicklung des Gebäudes  wuchern kann. „Der Auftrag ist jetzt vergeben, die können bald anfangen“, sagt der 32-Jährige.

Ganz anders sieht es mit dem Hochlager der Bensdorp-Fabrik aus, das vier Etagen hoch in den 1950er Jahren entlang der van-den-Bergh-Straße errichtet wurde. Der schlichte Bau soll ertüchtigt werden: Wenn die Bensdorp-Fassade, die gen City blickt, fertig ist,  geht es auf der gegenüberliegenden Seite weiter. Mit dem Klever Stadtarchiv ist der letzte Mieter ausgezogen und man kann das Gebäude entwickeln, das mit seinen fast quadratischen Fenstern nüchtern auf das neue Quartier auf dem Union-Gelände schaut, dem er auch die Höhe gab.

Holtfester will dort an Studenten vermieten. Er hofft, dass seine Planer dort bis zu 20 Studentenappartements unterbringen können: Sie sollen neben Dusche-WC und einer Küchenziele einen großen Wohn-Schlafraum bekommen. Erschlossen werden die Wohnungen vom Innenhof zwischen der historischen Bensdorp und der Turmgarage mit ihren geschwungenen Dächern, einem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Bau aus den 1950er Jahren. Und weil heute Wohnungen Balkone haben sollten, möchte der Projektentwickler diese auf der Seite der van-den-Bergh-Straße einbauen. Das könnte die Fassade des schlichten Klinkerbaus aufwerten, wenn sie geschickt angebracht werden. Aber:  „Die ragen dann über den Bürgersteig hinaus, aber das sieht man ja inzwischen auch an anderen Stellen – auch in Kleve“, sagt Holtfester. Er sei deshalb schon jetzt mit der Stadt in Gesprächen, was sich dort umsetzen lässt. „Wir werden die Planungsunterlagen für das Vorhaben jetzt vorbereiten“, sagt er.

Die Industriepark Kleve Udo Tjaden KG wolle also zunächst die Flächen rund um die Bensdorp forciert weiterentwickeln, bevor es verstärkt an die die Flächen der XOX gehe, in der bis jetzt vor allem Kleingewerbe eine Heimat gefunden hat. Was nicht bedeute, so Holtfester, dass man nicht zwischendurch auch einige Schritte auf der XOX mache. So sei der Bau der L’Osteria vorbereitet. „Wenn der Kampfmittelräumdienst darüber gegangen ist, können die Arbeiten starten“, sagt er. Der entsteht dann an der Emmericher Straße anstelle des ehemaligen Mercedes-Herbrand-Pavillons.