Kleve Bebauungspläne Tiergartentraße und Lindenallee/Stadionstraße

Kleve : Tiergartenstraße empfindlicher Denkmalbereich

Kleves Technischer Beigeordneter Rauer diskutierte umstrittenes Bauprojekt an der Lindenalle/Stadionstraße nichtöffentlich.

 Die Tiergartenstraße zwischen Kreuzung Gruft und Museum Kurhaus ist ein hochsensibler Denkmal-Bereich. Nicht wirklich sensibel beantragte ein Investor, dort ein Haus mit 16 Appartements und 28 Parkplätzen (wie Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauen Joseph Merges von den UK auf Nachfrage bestätigte). Die Stadt reagierte mit einer Veränderungssperre und legte jetzt einen Bebauungsplan vor, der solche Auswüchse verhindern. Dieser soll, gegen die Stimmen der Unabhängigen Klever (UK) und dem Einspruch von Anne Fuchs (Offene Klever), die die Fläche freihalten möchte, in die Offenlage gehen. Das empfahl der Bauausschuss, der im Rathaus tagte. Weil der Bereich so empfindlich ist, sollen konkrete Planungen später im Ausschuss für Kultur und Stadtgestaltung diskutiert werden, wie Fuchs anregte.

Die Anwohner möchten an der Ecke Stadionstraße/ Lindenallee anstelle der ehemaligen Asylbewerberunterkunft kein Staffelgeschoss-Haus, das aus einem zweigeschossigen Gebäude ein dreigeschossiges macht. Die CDU möchte es dort nicht und die Grünen auch nicht. Sagen sie jedenfalls. Eigentlich schien die Lage klar zu sein. Dass jetzt  Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer die Diskussion in einer nichtöffentlichen „Einzelvorstellung“ des Objektes geführt haben wollte, schafft bei den Anwohnern nicht gerade Vertrauen. Zumal das dort geplante Achtfamilienhaus nicht so ganz ohne „Geschmäckle“ ist: Eigentlich sollten dort Reihenhäuser für junge Familien entstehen, bis ein Investor mit der Einquartierung von Leiharbeitern drohte und der ursprüngliche Bebauungsplan zugunsten des Investors verworfen wurde. Das dann eingereichte, optisch mächtige dreigeschossige Achtfamilien-Haus überzeugte nicht wirklich - und so sollten im Bebauungsplan Dachformen und Neigungen festgeschrieben werden.

Doch dann fehlten in der Vorlage zum Hauptausschuss Höhenangaben und die festgelegten Schrägen des Daches waren so gewählt, dass das zuvor ausdrücklich nicht gewünschte Staffelgeschoss darunter passte. Von Satteldach war keine Rede. Die Politik verwies den Plan vom Rat zurück in den Fachausschuss. Und jetzt wurde er in die nichtöffentliche Sitzung geschoben, nachdem Michael Kumbrink (SPD) „Fraktionsberatung“ beantragt hatte. Erst im Hauptausschuss am Mittwoch, 12. Juni, 17 Uhr, folgt die öffentliche Diskussion.

Warum das Konrad-Adenauer-Gymnasium erst 2024 fertig werden soll und nicht wie geplant 2023 konnte Rauer auf Nachfrage von Wolfgang Gebing (CDU) nicht beantworten. Er wolle sich kundig machen.