Kleve: Auskiesung in Rindern sorgt für Ärger

Kleve-Rindern : Auskiesung in Rindern sorgt für Ärger

Verkehrsteilnehmer beschweren sich, dass die Keekener Straße (K 3) durch Lkw und Baumaschinen verdreckt werde. Bis Ende des Jahres soll sich die Situation bessern, verspricht der Betreiber der künftigen Kiesgrube, Theo Kuypers.

Die wenige Zentimeter über dem Boden befindlichen Stümpfe von sieben abgesägten Bäumen am Rand der Kreisstraße 3 (K 3) zwischen Rindern und Düffelward sind ein Zeichen: Auf der benachbarten, etwa sieben Hektar großen Fläche, aus der die Kiesbaggerei Theo Kuypers in den nächsten 13 bis 14 Jahren rund eine Million Tonnen Kies fördern will, geht es voran. Die Straßenbäume mussten nach Aussagen des Kreises Kleve weichen, weil Theo Kuypers dort eine Abbiegespur auf die Keekener Straße (K 3) bauen lassen will.

Schon derzeit behindern Lkw, die von der Auskiesungsfläche auf die recht schmale K 3 einbiegen, den übrigen Verkehr. Bis Weihnachten soll die neue "Zufahrt" laut Angaben aus der Kreisverwaltung fertig sein. Die Kosten dafür bezahle der Betreiber, sagte eine Sprecherin des Kreises. Auch für die gefällten sieben Straßenbäume muss Theo Kuypers auf seine Kosten neue Bäume pflanzen lassen. Wo diese stehen werden, hat die Kreisverwaltung aber noch nicht entschieden. "Sie können an der Einfädelspur, aber auch an ganz anderer Stelle gepflanzt werden. Das steht noch nicht fest", sagte die Kreisverwaltungssprecherin.

Doch nicht nur die Bäume mussten weichen. Auch an anderen Stellen auf dem Gelände ist seit dem Frühjahr, als Theo Kuypers mit ersten vorbereitenden Arbeiten auf den sieben Hektar begonnen hatte, inzwischen einiges geschehen. So ist der Erdwall rings um die geplante Ausgrabungsstelle zu beachtlicher Größe angewachsen. Von weitem bereits sieht man die Fördertürme sowie zahlreiche andere Gerätschaften. Aber noch ist die Kiesförderung nicht angelaufen. Dabei hätte dies nach Ablaufplan bereits geschehen sein sollen. "Eigentlich wollten wir schon zu Beginn der Herbstferien die Produktion starten und in Rindern Kies fördern. Doch dann hat es Verzögerungen gegeben. Ich sehe das aber gelassen", sagt Kuypers. Er geht davon aus, dass der erste Kies bald an die Oberfläche geholt werden kann.

Einige Straßenverkehrsteilnehmer freuen sich hingegen weniger auf den Beginn der Förderung. Denn bereits jetzt, da noch relativ wenig Lkw die Kiesgrube anfahren, ist ihnen das Unterfangen ein Dorn im Auge. So gibt es auf dem Internetportal Facebook Nutzer, die sich darüber beschweren, dass die K 3 auf Höhe der künftigen Kiesgrube oft sehr verdreckt sei und dies Gefahren für Straßenverkehrsteilnehmer mit sich brächte. Ein Facebook-Teilnehmer nennt die K 3 "die wahrscheinlich schmutzigste und dadurch gefährlichste Kreisstraße rund um Kleve". Seine Kritik: "Lkw und Baumaschinen befahren die Keekener Straße mit Reifen voller Lehm- und Mutterboden und verteilen diesen flächendeckend auf dem Asphalt. Gerade bei Regen oder in den Morgenstunden bildet sich dort ein lebensgefährlicher rutschiger Schmutzbelag auf der Fahrbahn. Weit und breit kein Warnhinweiß, keiner hält es für nötig die Straße zu reinigen." Weitere Einträge weisen auf eine hohe Gefahr vor allem für Roller- und Motorradfahrer hin.

Laut Kreispolizei Kleve ist Theo Kuypers als Betreiber der Kiesgrube dazu verpflichtet, auf Verunreinigungen hinzuweisen und die Straße zu reinigen, wenn sie durch die Kiesgrube verlassende Lkw verdreckt wurde. Im RP-Gespräch vom April dieses Jahres hatte Kuypers angekündigt, einen befestigten Weg zu errichten, auf dem die Bagger und Kieslaster den Dreck von den Reifen fahren, so dass die Bundesstraße sauber bleibt. Das ist bislang jedoch noch nicht geschehen. Auf RP-Anfrage mit den Vorwürfen in dem sozialen Netzwerk konfrontiert, sagt Kuypers nun zwar, dass er die Verschmutzungen für nicht so gravierend halte. Dennoch verspricht er: "Bis Jahresende werden wir den Weg errichtet haben."

Die Polizei hat sich nach einem entsprechenden Hinweis der Redaktion die Situation vor Ort angesehen und sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Falls sich jedoch Verkehrsteilnehmer bei der Polizei beschwerten und sich herausstellen sollte, dass tatsächlich Schmutz auf der Straße die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, werden die Beamten und Kuypers auf seine Pflichten aufmerksam machen, betont Polizeisprecherin Manuela Schmickler.

(RP)
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