Kleve: Ausbau Berufskolleg startet

Kleve: Ausbau Berufskolleg : Der Großbau beginnt

Bis jetzt hat der Kreis Kleve das Berufskolleg im Bestand saniert. Jetzt rücken die Bagger an und bereiten die Großbauten vor: Das neue Werkstattgebäude, das neue Schulgebäude und bald eine weitere Dreifachturnhalle

Bedächtig und genau zieht der Bagger mit breiter Schaufel den Mutterboden weg, schüttet ihn in den Kipper, der Schlepper setzt die gute Erde ein Stück weit ab. Sie wird später wieder gebraucht, wenn die Bauarbeiten fertig sind.

Klein wirken die großen Bagger, Kipper und Schlepper angesichts der Fläche – denn gefühlt ist der gesamte Fußballplatz an der Felix-Roeloffs-Straße markiert. Pflöcke mit blauen und welche mit roten Köpfen zeigen auf, wo die Gebäude, wo das Pflaster hinkommt. Hier werden die neuen Innungswerkstätten für das Berufskolleg Kleve entstehen. Eingeschossig, acht Meter hoch mit 3500 Quadratmeter Fläche. Wenn der Bagger seine Arbeit getan hat, werden die Fundamente gegossen, wird das Fertigteil-Gebäude mit Stahlbeton aufgestellt und schließlich die Bodenplatte hineingegossen, der Sanitärbereich mit Fußbodenheizung installiert. Ende des Jahres soll der Rohbau stehen, nach den Sommerferien 2020 soll in den Werkstätten wieder gearbeitet und vor allem gelernt werden. 6,8 Millionen Euro werden hier verbaut. Und das ist nur ein Bau des Projekts Berufskolleg Kleve.

KKB-Bauleiter Klaus Loffeld und Paul Siebers vom gleichnamigen Tiefbauunternehmen sprechen die Arbeiten ab. Foto: Evers, Gottfried (eve)

„Wir haben vor einem Jahr mit der Sanierung der Gebäude des Berufskollegs begonnen und die Häuser eins bis drei inzwischen kernsaniert. Jetzt beginnen wir mit der großen Bauphase“, sagt Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Baugesellschaft (KKB). Und das gleich mit zwei mächtigen Hochbauten – denn neben der Innungswerkstatt für Tischler, Metaller, für die Mechatroniker und die Schweißer beginnt auch die Sanierung des Hauptgebäudes und der Neubau eines weiteren dreigeschossigen Schultraktes, den Tchoban-Voss-Architekten im Kreisausschuss vorgestellt hatten.

Das Hauptgebäude bekommt ein neues Lehrerzimmer, eine neue Mensa, der 70er-Jahre-Einbau verschwindet und es wird einen schicken Glasaufzug geben. „Wir wollen ja eine barrierefreie Schule haben“, sagt Zandra Boxnick, Leiterin Zentrale Verwaltung Kreis Kleve, die zusammen mit Wilfried Suerick und Gerhard Koenen die 40-Millionen-Euro-Baustelle Berufskolleg koordiniert. Der dreigeschossige Neubau, der jetzt ausgeschrieben wird, soll 2021 fertig werden – mit Fachräumen für Physik, für Chemie beispielsweise, erklären Boxnick und Koenen.

Bis jetzt hat der Kreis für die Sanierung der ersten drei Gebäude schon acht Millionen Euro verbaut, jetzt folgen 15 Millionen für die beiden Neubauten. Man merke aber auch, dass die Baukonjunktur enorm angezogen habe, sagt Suerick. Das bedeutet, was derzeit alle Bauherren spüren: Bauen wird teurer. „Wir müssen also mit einer größeren Preissteigerung rechnen. Das zeigen uns jetzt schon die Ausschreibungen“, warnt Suerick. Aber schließlich gelte es, das Berufskolleg zu einer modernen, für die Zukunft gerüsteten Bildungseinrichtung auszubauen, sagt er. Da gilt der Dank des Kreises der Schulleitung, den Lehrern und Schülern und Eltern: ihnen allen dankte Landrat Wolfgang Spreen in einem Schreiben „für Ihr Entgegenkommen“ und für das „hohe Maß an Flexibilität bei Unterricht und Verwaltungsabläufen“ angesichts der Bautätigkeiten.

KKB-Bauleiter Klaus Loffeld  steht auf der Fläche des Lehrerparkplatzes und blickt in Richtung Bagger, der hier die Pflasterung aufnimmt. Loffeld zeigt auf den Altbau: „Die ersten drei Fensterreihen müssen wir abreißen, da verzahnt sich der Neubau mit dem Bestand, dann müssen wir die Decken verstärken, weil der Neubau ja dreigeschossig in den Altbau hineinkommt“, erklärt er. Bauen auf der grünen Wiese ist einfacher, als im Bestand: Hier gehen Alt- und Neubau ineinander über und bilden ein neues Ganzes. 20 mal 70 Meter wird der Neubau groß und wird mit seinen drei Geschossen markant zum neuen Bild des Berufskollegs beitragen. Doch bevor der Bau nach oben wächst, muss tief in der Erde der Kanal verlegt und an den nächsten Schacht Richtung Sternbusch angeschlossen werden.

Später kommt dann noch eine neue Dreifach-Sporthalle anstelle der alten Innungswerkstatt: 45 mal 85 Meter groß mit einem Anbau von zehn mal 34 Meter.

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