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Kleve ackert wird Wildblumenwiese

Kleve Rindern : „Kleve(r) Acker(t)“ wird Wildblumenwiese

Landwirte und Bürger zusammenbringen: Diese Idee verfolgen auch Judith Siebers und Johanna Kruse und bieten Land zum Ackern.

Die Wiese ist wie gemacht für das Projekt: 6500 Quadratmeter Fläche mitten im Ort, mitten in Rindern, gleich zwischen Begegnungsstätte und Kirche. Es ist die Fläche, auf der Bürger Landwirtschaft kennenlernen können. Ganz einfach, indem sie ackern, indem sie sehen, wie die Frucht aus der Erde kommt, wie sie gehegt und gepflegt werden muss, damit man sie ernten kann, damit man sie essen kann. Und stolz auf die eigene Frucht sein kann. Auf jeden Fall ist viel Freude dabei, an der Natur und am selbst gezogenen Gemüse. Klever, die keinen Garten oder nur einen Blumen-Rasengarten haben und sich ein Stück Nutzgarten „zulegen“ möchten, sind auf der Wiese zwischen Kirche und Begegnungsstätte willkommen. Da heißt es nämlich ab Frühjahr „Kleve(r) Acker(t)“.

„Im Rahmen des Projekts ,Kleve(r)Acker(t)’ möchten wir etwas Gutes für unser Kleve und unsere Natur tun. Zum einen möchten wir Blühpatenschaften anbieten und zum anderen Gemüsegärten vermieten. Genau diese Kombination zeichnet uns auch aus! So können wir allen, die keine Möglichkeit haben, einen Blühgarten anlegen zu können, Platz für Artenschutz geben. All diejenigen, die Zeit haben und körperlich fit sind, können sich dann im Gemüsegarten austoben“, wirbt Johanna Kruse begeistert für das Projekt, das sie zusammen mit Landwirtin Judith Siebers entwickelt hat. Siebers und Kruse stehen mitten auf dem Acker, im Rücken die Kirche, und erklären gestenreich, was sie vorhaben.

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Der Klever, der ackern möchte, darf sich auf der Internetseite der Landwirtinnen einschreiben, sich eine Parzelle aussuchen und dieser Parzelle einen Namen geben. Für die Ausrüstung ist gesorgt, einen Wasseranschluss gibt es in der Nähe. Zielgruppe ist im Grunde ganz Kleve mit seinen Ortschaften: Familien und Rentner, Studenten und Singles, die hier als Selbstversorger Spaß am Ackern finden möchten.

Der Spaß kostet 25 Euro für 50 Quadratmeter pro Jahr inklusive der Aussaat. Geplant waren als Früchte, die der Landwirt einbringt, Kartoffeln und Gemüse, verschiedene Sorten Salate - je nach Wunsch. Die erste Frucht sollte dabei vom Landwirt, dem klassischen Lebensmittelerzeuger, eingebracht werden. „Wir wollen hier nämlich auch Erzeuger und Konsument verbinden. Unsere Frucht, die wir eingesät oder gepfanzt haben, dann unter die Obhut des Konsumenten stellen“, sagt Judith Siebers. Und dann wird fleißig geackert, wird sich vielleicht der eine oder andere Rat vom Profi geholt und dann schließlich geerntet. Damit sollte in den nächsten Wochen in einem großen Fest gestartet werden. Sollte – denn auch hier machte der Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung. Das Fest fällt aus.

Doch davon wollen sich Johanna Kruse und Judith Siebers nicht beirren lassen. „Wir müssen jetzt eine Saison warten und verschieben das Vorhaben auf das nächste Jahr. In diesem Jahr machen wir nur eine große Wildblumenwiese, für die man Patenschaften übernehmen kann“, sagt Siebers. Sie bittet daher, keine weiteren Zahlungen für die Gemüsegärten zu machen. „Alle die bereits überwiesen haben, bekommen ihr Geld schnellstmöglich zurück“, verspricht sie. „Mit unseren Blühpatenschaften möchten wir ein möglichst großes Angebot an verschiedenen Blumen und Kräutern säen, um so ein umfangreiches Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten zu schaffen. Im April 2020 wird die Blühmischung ausgesät und blüht dann von Mai bis Ende Oktober. Die artenreiche Blumenwiese sorgt auch für einen Zuwachs an Vögeln und Niederwild, sprich die gesamte Artenvielfalt wird positiv beeinflusst“, möchte Kruse für die Patenschaft begeistern. Zumal es auf dem Acker auch Wege geben soll, auf denen man flanieren und die die Artenvielfalt zu späteren Zeiten im Jahr bewundern kann.