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Kleve: 20 Millionen Euro für Deichsanierung

Kleve : 20 Millionen Euro für Deichsanierung

Von der Abfahrt an der Emmericher Rheinbrücke bis Griethausen werden der Deich und die darauf liegende Straße erneuert. Die Arbeiten starten 2016, Abschluss der Sanierung soll 2019 sein. 20 Millionen Euro werden investiert.

Die Straße von Griethausen bis zur Rheinbrücke, die seit geraumer Zeit mehr als schlechte denn rechte "Nordumgehung" für Kleve dient, wird endlich saniert. Und mit ihr das Stück des Deiches Xanten Kleve, das für extreme Hochwassersituationen derzeit ein Stückchen zu niedrig wäre. Die Deichlinie soll mit den Bauarbeiten begradigt werden, ein knappes Drittel des Deiches wird komplett erneuert, der Rest erhöht und vor allem mit einem flacher verlaufenden Aufbau zum Rhein hin versehen. Außerdem wird das Altrhein-Schöpfwerk in die neue Deichlinie verlegt, so dass bei normalen Wasserstände die Fische besser "durchziehen" können.

"Die Investitionssumme liegt bei rund 20 Millionen Euro", sagt Deichverbands-Geschäftsführer Bernhard Schlüss. Die dicksten Brocken: Jeder Deichkilometer kostet rund vier Millionen Euro, das sind bei den vier zu sanierenden Kilometern 16 Millionen Euro. Hinzu kommen 2,8 bis 3 Millionen Euro für die Verlegung des Schöpfwerks, erklärt Schlüss. Die Vorarbeiten für die Strecke sollen 2016 beginnen, 2017 will man dann starten und 2019 fertig werden, steckt der Geschäftsführer des Deichverbandes den Zeitrahmen ab.

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Bei den Arbeiten soll das mittlere, spitzwinklig zum Rhein hin liegende Stück des Deiches zurückverlegt werden. Dazu muss ein neuer Deichabschnitt landwärts im Bereich der ehemaligen Ziegelei aufgebaut werden. Ziel der Rückverlegung ist die Vergrößerung des "Rhein-Abflussquerschnittes", die durch die Spitze eher eingeengt wird. Legt man den Deich zurück, fließt das Wasser schneller ab. Dadurch erwartet man eine Wasserspiegelabsenkung. Der alte Deich wird in diesem Bereich abgetragen.

Aus Sicht der Stadt müsse das einer der ersten Schritte sein, um die auf der Deichkrone verlaufende Straße während der Bauarbeiten möglichst lange offenhalten zu können, sagt Dirk Posdena, Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Stadt. Er hofft, dass die Straße nur in kürzeren Zeiträumen gesperrt sein muss. Denn als Umleitung scheint nur der weite Weg über Kellen möglich zu sein, räumt Posdena ein.

Im Gegensatz zu anderen Deichbauten und Sanierungen wird die Straße weiter oben auf der Deichkrone verlaufen, ebenso der Fahrradweg. Der Blick auf den Fluss bleibt für Radler und Beifahrer also frei. Auch die Fahrbahndecke der Straße wird in einem Zuge erneuert.

"Wir werden zum Rhein hin den Deich erhöhen, so dass man an einem kleinen Wall entlangfährt", erklärt Schlüss die notwendige Erhöhung um etwa einen halben Meter. Die Erneuerung des Deichquerschnittes und die Erhöhung wird durch Aufschüttungen erreicht. Die Standsicherheit des alten Deiches sei weiter gegeben, heißt es.

"Die Sanierung der Straße ist längst überfällig", sagt Posdena. Die vier Kilometer präsentieren sich nämlich heute als großer Flickenteppich, Geschwindigkeitsbegrenzungen lähmen den Umgehungsverkehr. "Uns ist sehr an der Verbesserung des Hochwasserschutzes gelegen - und natürlich auch an der Verbesserung der Straße", sagt Posdena für die Stadt Kleve. Mit der Sanierung zwischen 2016 und 2019 bekommt die Stadt dann in diesem Zeitraum zwei große Straßenbauprojekte: denn im gleichen Zeitraum könnte auch der Bau der B220neu liegen.

Die Arbeiten am Deich können allerdings nur in der hochwasserfreien Zeit zwischen 1. April und 31. Oktober liegen, erklären Posdena und Schlüss. Deshalb wird die gesamte Länge der Teilstrecke in einzelne Bauabschnitte unterteilt, die dann in rund zwei Jahren Bauzeit abgearbeitet werden.

Wegen eines möglichen Sommerhochwassers soll beim Abtragen des alten Deiches in der Spitze nie eine Lücke entstehen, die größer als 500 Meter ist, heißt es in der Vorlage der Stadt Kleve zu dem Deichsanierungsprojekt. Die Stadt verweist auch darauf, dass die Spoybrücke in den Sommerferien 2017 saniert werden muss. "In diesem Zeitraum muss die L8 (also das Stück über den Deich) als Ausweichstrecke zur Verfügung stehen, sonst könnte es hier zu einem Verkehrskollaps kommen", fordert Posdena für die Stadt Kleve.

(RP)