Kleve: 20-Jähriger will Hund erstechen und lebendig begraben

Tierquälerei in Kleve : Mann sticht auf Hund ein und will ihn lebendig begraben

Ein 20-Jähriger ist in Kleve dabei beobachtet worden, wie er mehrfach auf seinen Hund einstach. Das Tier atmete noch, als er ihn dann in einem Waldstück vergraben wollte. Die Polizei erlöste das Tier schließlich von seinen Qualen.

Es waren grausame Szenen, die ein Paar am Dienstag beim Abendspaziergang durch den Reichswald in Kleve mitansehen musste. Im Gehölz entlang der Grunewaldstraße beobachten die beiden gegen 20.30 Uhr einen jungen Mann, an der einen Hand einen jaulenden Hund mit sich führend, in der anderen ein langes Küchenmesser.

Mehrfach, so berichten sie später der Polizei, sticht der Täter vor ihren Augen auf den Cocker Spaniel ein. Immer tiefer verschwindet er im Wald. Dann, an einer Stelle, an der ein schmaler Weg zwischen Dornenbüschen von mehreren umgestürzten Bäumen versperrt wird, hält er an und gräbt am Fuß einer abgebrochenen Fichte ein Loch.

Die Spaziergänger rufen die Polizei, hören den Hund immer wieder im Wald jaulen. Knapp eine Stunde später finden die Beamten den Ort der Tat, die Polizeisprecher Achim Jaspers „kaum fassbar“ nennt. Die Einsatzkräfte treffen gerade in dem Moment ein, als der Täter den Hund im Loch verscharren möchte – und das, obwohl das Tier, durch erhebliche Schnittwunden verletzt, noch atmet. Um den Hund von seinen Qualen zu erlösen, tötet ein Beamter ihn mit einem Schuss aus seiner Dienstwaffe. Den Täter nehmen sie fest.

Bei dem Tierquäler handelt es sich um einen 20-Jährigen, der in Kleve lebt. Er soll polizeibekannt, bisher aber nicht psychisch auffällig gewesen sein. Der Cocker Spaniel sei der Familienhund gewesen, wie es von der Polizei heißt. Und das bereits seit zehn Jahren. „Der vom Täter genannte Grund für seine Tat ist so traurig wie lapidar“, sagt Sprecher Achim Jaspers. Der Mann hatte angegeben, vom Hund in den Finger gebissen worden zu sein. Eine Wunde stellten die Einsatzkräfte allerdings nicht fest.

Die Verständigung mit dem 20-Jährigen fiel demnach zunächst nicht ganz leicht, der Mann soll nur gebrochen Deutsch sprechen. Die Beamten brachten den Täter zur Wache, nach Feststellung seiner Personalien konnte er diese aber wieder verlassen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Dafür droht ihm Polizeiangaben zufolge eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

(lukra)
Mehr von RP ONLINE