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Kleve: 12 JVA-Bedienstete nach Zellen-Brand ins Krankenhaus gebracht

Nach Todesfall in Zelle : Schon wieder Feuer in Klever JVA - zwölf Verletzte

Nach einem Zellenbrand in der Klever Justizvollzugsanstalt am Montagmittag sind vorsorglich zwölf Bedienstete in ein Krankenhaus gebracht worden.

Erneut ist im Gefängnis von Kleve ein Feuer ausgebrochen. Zwölf Bedienstete seien am Montag mit Verdacht auf Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht worden, teilte die Polizei am Montag mit. Das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung steht noch aus.

Der Brand sei gegen 12.10 Uhr in der Einzelzelle eines 28-Jährigen ausgebrochen. Der Häftling wurde unverletzt aus seiner Zelle gerettet und in eine andere Zelle verlegt. Der Brand konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) zeigte sich tief betroffen über das Feuer in der JVA und wünschte allen Beteiligten eine schnelle Genesung. „Die Aufklärung der Brandursache werden Staatsanwaltschaft und Polizei übernehmen“, erklärte Biesenbach. „Der erneute Brand zeigt, wie wichtig es ist, dass die von mir eingesetzte Experten-Kommission sich mit dem Thema Brand in JVA beschäftigen wird“, sagte der Minister.

Bereits Mitte September hatte es in dem Gefängnis gebrannt: Der unschuldig inhaftierte Syrer Ahmed A. hatte dabei tödliche Verbrennungen erlitten. Der Fall soll demnächst von einem Untersuchungsausschuss des Landtags überprüft werden. Der 26-Jährige war mit einem Mann aus dem afrikanischen Mali verwechselt worden.

Außer dem Syrer hatten damals zehn weitere Menschen - acht Bedienstete und zwei Zellennachbarn - bei dem Gefängnisbrand Rauchvergiftungen erlitten. „Leider kommt es nach solchen Suiziden immer wieder zu Nachahmungen. Das ist traurige Realität in den Gefängnissen“, sagte Peter Brock, NRW-Vorsitzender des Bundes der Strafvollzugsbediensteten.

Sven Wolf, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, kündigte eine aktuelle Viertelstunde für die nächste Sitzung des Rechtsausschusses an. „Aus den Fehlern in anderen Fällen und der katastrophalen Informationspolitik muss NRW-Justizminister Biesenbach jetzt lernen“, sagte Wolf. „Wir erwarten von ihm volle Transparenz von Anfang an und die Beantwortung aller Fragen.“