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Kleve: Kita-Forscher: Fans von Fett und Wasser

Kleve : Kita-Forscher: Fans von Fett und Wasser

Kleine Teilchen im Spülmittel zerstören die unsichtbare Haut einer Wasseroberfläche. Das haben die fast 13 000 Teilnehmer der Evonik-Kinderuni im Experiment gelernt. Die Teilchen heißen Tenside. Sie stecken auch in Cremes.

Andreas Blümel ist Chemotechniker und arbeitet bei dem Unternehmen Evonik. Er weiß, dass Tenside ziemlich praktisch sind: "Sie helfen uns beim Saubermachen. Das liegt daran, dass sie aus zwei Hälften bestehen. Die eine Hälfte des Tensids liebt Wasser. Die andere liebt Fett. Wenn man einen schmutzigen Teller mit Spüli reinigt, legen sich die Fett-Liebhaber um den Dreck. Die Wasser-Liebhaber sorgen dafür, dass sich die Fett-Freunde mit ihrem ganzen Schmutz am Boden des Spülbeckens absetzen. Und schwupps ist der Teller sauber."

Evonik produziert solche Tenside und verkauft sie dann an Firmen weiter, die daraus Spülmittel, Shampoo, Duschgel und Cremes machen. Doch wie werden die Tenside hergestellt? Die Kollegen von Andreas Blümel kaufen dafür zum Beispiel Kokosöl. Das wird in großen Anlagen der Firma in Essen von den Chemikern in großen Kesseln weiter verarbeitet. Nach ein paar Stunden sind die Tenside fertig und können verkauft werden.

Die Firmenchefs rufen nicht einfach an und sagen "Ich hätte jetzt gern ein Kilogramm Tenside". Sie planen lange voraus und bestellen meist einen großen Vorrat. "Das sind oft mehrere hundert Tonnen", sagt Andreas Blümel. Die werden in Lastwagen, sogenannten Kesselwagen, transportiert. Kleinere Mengen verschickt man in Fässern. Die Firmen mischen schließlich bei sich die Tenside, außerdem Parfümstoffe und Wasser zusammen. Das ergibt, je nach Rezept, zum Beispiel Spülmittel oder Duschgel.

Es gibt tausende unterschiedliche Arten von Tensiden. "Manche sorgen dafür, dass das Haarshampoo schön viel Schaum macht", sagt Andreas Blümel. Andere kann man prima dafür benutzen, um Hautcreme herzustellen. "Diese Art der Tenside hat eine spezielle Eigenschaft", erklärt Andreas Blümel. "Sie können Öl und Wasser verbinden und halten die beiden Stoffe stabil zusammen."

Wenn ihr schon einmal Salatsoße mit Öl gemacht habt, konntet ihr beobachten, dass sich das Öl nach einer Weile absetzt. Kosmetikfirmen brauchen für ihre Gesichtscremes oder Körperlotionen auch Öle und Wasser. Würde sich das Öl in den Cremes absetzen, sähe das nicht gut aus. Außerdem könnte man die Creme dann schlecht auf der Haut verteilen. "Deshalb nutzen die Kosmetikhersteller diese speziellen Tenside", sagt Blümel.

Übrigens: Tenside sehen oft weißlich und ein bisschen trüb aus, wenn sie unverarbeitet sind. Je nachdem, um welche Art von Tensiden es sich handelt, können sie fest oder flüssig sein oder sich wie eine Paste anfühlen.

(RP)