1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kleve: Kisters größter Sohn der Stadt

Kleve : Kisters größter Sohn der Stadt

Bei der Aktion "Unsere Besten" haben die RP-Leser den Ehrenbürger Karl Kisters an die Spitze gewählt. Platz zwei ging an Unternehmer Gustav Hoffman, Dritter wurde Ehrenbürgermeister Richard van de Loo.

In den vergangenen Wochen hatten unsere Leser die Möglichkeit, über den größten Sohn oder die größte Tochter der Stadt abzustimmen. 15 Kandidaten standen in Kleve zur Auswahl, Ehrenbürger Karl Kisters ist Ihrer Meinung nach "Unser Bester".

Kisters ist stets für seine Tugenden — Mitmenschlichkeit, Engagement, Uneigennützigkeit, Bescheidenheit und Verantwortung — bekannt und geschätzt gewesen.

Zusammen mit seiner Frau setzte er sich für seine Heimat ein, die Karl-und-Maria-Kisters-Stiftung half zum Beispiel beim Bau von Kindergärten oder der Klever Klosterpforte, auch ein Beatmungsgerät für die Neugeborenen-Station im St. Antonius-Hospital spendeten sie. Wegen seines vorbildlichen Verhaltens wurde auch die Realschule in Kellen nach ihm benannt.

Kisters stammt aus Straelen und kam mit seinem Vater 1938 nach Kleve, eine Unterkunft fanden sie zunächst im Kolpinghaus. Zusammen mit seiner Frau gründete er 1957 eine Firma für Verpackungsmaschinen.

Die Mitarbeiter bezeichneten das Ehepaar im besten Sinne als "Vater" und "Mutter". Seine Verbindung zur Idee der Kolping-Familie führte zum Bau des neuen Kolpinghauses. Er verstarb 2008 im Alter von 84 Jahren.

Zweiter ist der Unternehmer und Schuhmacher Gustav Hoffmann. Die erste Firma gründete er noch zusammen mit seinem Schwager Fritz Pannier, beide trennten sich aber und vereinbarten eine Demarkationslinie von Schuhgröße 27, um sich beruflich nicht in die Quere zu kommen.

Hoffmanns neu gegründetes Unternehmen an der Materborner Allee sollte in Kleve ein fast beispielloser Erfolg werden. Mit der Marke "Elefanten" schuf er 1927 den Inbegriff für fußgerechte Kinderschuhe. Privat ließ er sich gerne in einer Luxuskarosse der Marke Minerva durch Kleve fahren. Der eigenwillige Visionär erlag am 2. Februar 1935 einem Herzinfarkt.

Platz drei geht an den Ehrenbürger und ehemaligen Bürgermeister Richard van de Loo. Er hatte seit 1948 als CDU-Politiker dem Klever Rat angehört. 1956 wurde van de Loo zum neuen Bürgermeister gewählt, das Amt behielt er bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden 1984. Für seine vielen Verdienste bekam er die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.

In seine Amtszeit fielen der Bau der Rheinbrücke Kleve-Emmerich, die Eröffnung der Stadthalle, vieler Schulen und Bildungseinrichtungen. Der Anwalt war zudem eines von vier gewählten Mitgliedern des NRW-Verfassungsgerichtshofes.

Für sein langes Wirken am Oberverwaltungsgericht Münster erhielt er aus den Händen des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker das Große Verdienstkreuz. Als Richard van de Loo am Ostermontag 1990 im Alter von 81 Jahren starb, starb ein Mann, der seine Spuren in den turbulenten Nachkriegszeiten Kleves hinterlassen hat.

(RP)