Kinochef Reinhard Berens blickt zurück auf das Klever Kinojahr 2019

Tichelpark Cinemas Kleve : „Wir sehen uns als Begegnungsstätte“

Reinhard Berens blickt auf das Kinojahr 2019 zurück. Die Lichtspielhäuser haben es aktuell nicht leicht.

Es ist kein Geheimnis, dass Streaming-Dienste eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Kinobranche sind. Doch auch die heißen Sommer sorgen für Einbrüche in den Besucherzahlen. Somit ist Kinochef Reinhard Berens „ganz zufrieden“, wenn er berichten kann: „2019 war ein normales Kinojahr.“

Denn 2018 war, so der Betriebsleiter der Tichelpark Cinemas, „ein katastrophales Jahr“ für die Kinobranche, die damit „in ein tiefes Loch gefallen“ ist. Die Gründe sind vielfältig: Die Zunahme an Streaming-Angeboten, der ungewöhnlich heiße Sommer und Filme, die schlicht nicht genügend Besucher in die Kinos lockten. Letzteres war im vergangenen Jahr nicht der Fall und brachte so einen Aufschwung.

„Es war ein absolutes Disneyjahr“, erklärt Berens, der das Medienunternehmen als „der global Player in der Kinowelt“ bezeichnet. Platz eins und zwei der deutschen Kinocharts belegen Disneyfilme: „Die Eiskönigin 2“ und „Der König der Löwen“. Auf Rang drei liegt der Superhelden-Blockbuster „Avengers Endgame“. Alle erreichten über fünf Millionen Besucher, „Die Eiskönigin“ sogar über sechs Millionen. Erfreulich für Berens war der Erfolg der deutschen Produktion „Das perfekte Geheimnis“, die Platz vier der Kinocharts erreichte.

Die Klever Tichelpark Cinemas besuchten im vergangenen Jahr insgesamt 230.000 Personen. Damit habe sich das Kino von 2018 erholt, erklärt Berens. Im Vergleich zu Kinos mit ähnlicher Größe und ähnlichem Einzugsgebiet stünden die Klever Kinos zudem „immer gut“ dar. Möglich ist das nur, über das breit aufgestellte Angebot. „Wir sind bekenndendes Mainstreamkino“, sagt der Kinochef. Um den Standort zu halten, müsse „sesshaft“ gearbeitet werden. Dennoch: Die Tichelpark Cinemas wissen mehr zu bieten, als nur das Standardprogramm: von der Frauenfilmnacht über das Zeigen von „Arthouse-Filmen“, bis hin zur Übertragung des Superbowls. „Wir sehen uns als Begegnungsstätte für alle Generationen – und das klappt auch gut“, sagt der Kinochef.

Daher bleibt das Konzept der Kinos vorerst bestehen, wenngleich immer innovative Veranstaltungen in Planung sind – etwa die Wiederholung von „Movies and More“, wo sich das Kinofoyer in einen Veranstaltungsort der besonderen Art verwandelt. Berens sieht das Kino als einen Ort, für den das heimische Sofa verlassen wird, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen, „ein Ort, an dem etwas analog passiert“, als „Ort, wo man etwas erlebt“. „Und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleiben kann.“