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Kranenburg: Keiner will König werden

Kranenburg : Keiner will König werden

Die Allgemeine Schützengesellschaft Nütterden versuchte hartnäckig, einen neuen Schützenkönig zu finden. Ohne Erfolg. Kurz vor Mitternacht wurde das Schießen um die Würde abgebrochen. Theo Elbers bleibt im Amt.

An den Wänden des Schützenhauses der Allgemeinen Schützengesellschaft (ASG) Nütterden hängt die ruhmreiche Vergangenheit des Vereins. Könige en masse. Seit 1921 wird bis auf die Kriegsjahre jährlich das neue Oberhaupt des Vereins ausgeschossen. 90 Jahre Tradition, die mit dem vergangenen Wochenende einen empfindlichen Dämpfer erhielt. Um 15.45 Uhr hatte die ASG damit begonnen, auf den Vogel zu schießen. Als kurz vor Mitternacht der durchaus zähe Vogel immer noch nicht heruntergeholt worden war, wurde das Schießen um die Königswürde abgebrochen. Das Bild im Schützenhaus mit der Überschrift "Schützenkönig 2011" bleibt leer. "Das ist schon bitter. Es ist sicher ein Einschnitt in unserer Vereinsgeschichte, aber was sollen wir machen? Es gibt aktuell eben keinen, der das Amt übernehmen will", sagt ASG-Pressesprecher Andreas Bouten.

Die Siegerin des Prinzenschießens: Doreen Ingenbleek. Foto: privat

Der entscheidende Schuss

Nachdem der Vogel sich schon zu Beginn als extrem hartnäckig erwies, traten gegen 22 Uhr drei Reflektanten vor, die um die Königswürde schießen wollten. Doch zeigte sich im Verlauf des zur Neige gehenden Tages, dass keiner so richtig daran interessiert war, den entscheidenden Schuss zu landen. Der Stellungskampf im Schützenhaus, bei dem sich nicht viel bewegte und das Ende nicht abzusehen war, wurde schließlich nach Mitternacht, 700 abgefeuerten Schüssen und auf Wunsch der Kandidaten abgebrochen. "Im vergangenen Jahr hatten wir uns vorher darum bemüht, einen ernsthaften Anwärter zu finden. Diesmal wollten wir es drauf ankommen lassen. Der Schuss ist nach hinten losgegangen", fasst Bouten zusammen. Positiv ist, dass die ASG nicht völlig ohne Oberhaupt da steht. Theo Elbers, der 2010 den Vogel vom Himmel holte, wird im Amt bleiben und den Verein ein weiteres Jahr als König repräsentieren.

Kein Geheimnis ist es, dass nicht nur die ASG Nütterden Probleme hat, Könige zu finden. "Jetzt hat es unseren Verein getroffen. Ich weiß aber, dass wir kein Einzelfall sind", versichert Bouten. Warum es immer weniger Anwärter gibt, darüber kann auch Bouten nur spekulieren. Ein Grund ist sicherlich, dass nicht jeder für einen gezielten Schuss zwischen 1000 bis 1500 Euro an Folgekosten ausgeben will, denn auf so viel schätzt man bei der ASG, so Bouten, die Kosten, wenn man einmal an exponierter Stelle durchs Dorf laufen will.

Zu feiern gab es dennoch etwas bei der ASG Nütterden. Denn beim Prinzenschießen lieferten sich die Jugendlichen einen spannenden Wettkampf. Doreen Ingenbleek setzte sich letztlich gegen ihren Bruder Marco Ingenbleek und Jennifer Müller durch und ging damit als strahlende Siegerin aus dem Wettkampf hervor. Weitere Preisträger beim Prinzenschießen waren: Dagmar Büns (Kopf), Katarina Böhmer (li. Flügel), Anna Böhmer (re. Flügel) und Jennifer Müller (Schwanz).

Als Preisträger beim Schießen um die Königswürde waren erfolgreich: Jochen Thönneßen schoss den Kopf, Wilhelm Killewald den linken Flügel, Björn Siebert den rechten Flügel und Theo Elbers den Schwanz.

(RP/jul)