Bedburg-Hau: "Keine Realschulen in Kleve"

Bedburg-Hau : "Keine Realschulen in Kleve"

Die Diskussion um den Vorschlag der Garbe-Consult zur Gemeinschaftsschule geht weiter. Ein Beschluss für einen Prüfauftrag an die Verwaltungen scheiterte vorläufig. Jetzt soll am kommenden Donnerstag entschieden werden.

Die Organisation der gemeinsamen Schulausschusssitzung Kleve/Bedburg-Hau/Kranenburg über die Zukunft der Schullandschaft ist auf herbe Kritik in der Politik gestoßen. Die Fraktionen aus Bedburg-Hau, Kranenburg und Kleve waren anscheinend unterschiedlich gut informiert.

Die sieben Punkte umfassende Beschlussvorlage für einen Prüfauftrag an die Verwaltungen wurde nur mündlich vorgetragen und lag den Politikern schriftlich nicht vor. Also gab es auch keine einheitliche Empfehlung. Denn: "Ich werde hier nicht abstimmen, ohne eine schriftliche Vorlage in der Hand zu haben", fasste Bedburg-Haus Schulausschuss-Vorsitzender Manfred Opgenorth (CDU) das Problem zusammen.

Jörg Cosar (CDU Kleve) beschrieb den Verlauf der Sitzung in der Stadthalle als "unglücklich". Silke Gorißen, die Bedburg-Hauer CDU-Fraktionschefin, beobachtete die Sitzung von den Zuschauerrängen aus, blickte gestern auf eine "schlecht organisierte Sitzung zurück". Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen war davon ausgegangen, dass alle die gleichen Informationen hatten, und weist auf die Stadt Kleve, die die Organisationshoheit hatte: "Hier wird das eben anders gehandhabt, als man es bei uns erwartet hätte".

  • Bedburg-Hau : Es bleibt kein Rest
  • Kleve : Die praktische Elite
  • Kranenburg : Hanna-Heiber hat Zukunft

Nur ein Prüfauftrag

Das bestätigt Udo Janssen (CDU, Kleve, Vorsitzender des Schulausschusses): "Es ging lediglich darum, dass die Verwaltung prüfen sollte, wie die Bezirksregierung zu den Vorschlägen von Garbe-Consult steht. Für solche Prüfaufträge gibt es bei uns keine schriftlichen Vorlagen". Schließlich schlage Garbe-Consult für Kleve eine große Lösung vor, beide Klever Realschulen und die Hauptschulen der Gemeinden aufzulösen und in zwei oder drei Gemeinschaftsschulen zu überführen.

"Wie dies umgesetzt werden soll, muss die Bezirksregierung prüfen", so Janssen. Das sieht auch Kleves Grünen-Schulpolitiker Michael Bay: "Eigentlich waren doch alle dafür. Die Gemeinschaftsschule ist das Beste, was der Region passieren kann". Ebenso wie Bay sieht auch Cosar (CDU) in der Gemeinschaftsschule die beste Lösung für die Region ("Eine Gesamtschule passt nicht in unser System"). Selbst als Schulversuch funktioniere diese Schule zuverlässig: "Jeder, der darauf eingeschult wird, wird dort auch seinen Abschluss machen können", so Cosar.

Doch gerade die Verlässlichkeit bezweifelt Silke Gorißen: "Man muss doch diskutieren dürfen, ob man wirklich zwei funktionierende Realschulen auflösen will. Wir geben hier ein sicheres Konzept auf, um ein Modellprojekt einzuführen".

Friedhelm Kahm (Vorsitzender des Schulausschusses Kranenburg, SPD): "Dieses ehrgeizige Konzept ist zukunftsweisend. Dadurch würde eine gesellschaftliche Entwicklung abgekürzt, die ohnehin kommen wird. Ein großer Schnitt ist besser, als immer irgendwelche Korrekturen durchzuführen. Wir sind offen für das, was Dr. Garbe vorgestellt hat, jedoch werden wir der Hanna-Heiber-Schule die notwendige Unterstützung zukommen lassen."

Günter Steins (Bürgermeister der Gemeinde Kranenburg, CDU): "Ich bin von der Radikalität des Vorschlags, aus den Haupt- und Realschulen drei Gemeinschaftsschulen zu machen, überrascht. Dabei befinde ich mich in einer zwiespältigen Situation. Ich bin Bürgermeister einer Kommune mit einer gut funktionierenden Hauptschule. Doch deckt sich das Bild von Hanna-Heiber nicht mit meinen Erfahrungen, die ich in 25 Jahren Schuldienst gesammelt habe. Egal ob eine Gesamt- oder eine Gemeinschaftsschule gebildet würde — Auswirkungen für die Hanna-Heiber-Schule hätte dies in beiden Fällen." Am Donnerstag, 26. Mai, 16.30 Uhr soll auf Vorschlag von Udo Janssen im Ratssaal Bedburg-Hau ein Beschluss gefasst werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE