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Kleve: Karl Leisners Mutter ist ein Vorbild

Kleve : Karl Leisners Mutter ist ein Vorbild

Die Erinnerung an Mutter Leisner steht am Anfang eines Gedenkjahres, das ihrem Sohn Karl, der vor 70 Jahren im KZ Dachau zum Priester geweiht wurde, gewidmet ist. Ihr Glaube und ihre Gottverbundenheit waren für Karl prägend.

Es gibt 19 eigene Marienfeste im liturgischen Kalender, wobei Maria bei allen Christus-Festen vertreten ist. So ist auch am 1. Januar, dem Oktavtag von Weihnachten, ein Muttergottestag. Das Hochfest der Gottesmutter Maria, zugleich der Weltfriedenstag, gilt der Ehrung der Mutter Jesu. Es ist ein "Muttertag". Maria ist ein Vorbild für alle Mütter. Ein gutes Beispiel gab die Mutter des Seligen Karl Leisner, Amalie Leisner.

In seiner Predigt bei ihrem Totenamt am 23. Februar 1983 in der Klever Stiftskirche sagte der damalige Propst Viktor Roeloffs: "Ein koreanisches Sprichwort sagt: 'Weil Gott nicht überall sein kann, hat er die Mütter geschaffen." In der Tat, die Mütter machen mit ihrer Liebe, mit ihrer gütigen Fürsorge und herzlichen Wärme Gott in besonderer Weise gegenwärtig und erfahrbar. Der Erdenweg für Amalie Everhardine Maria Mathilde Falkenstein begann am 26. Oktober 1892 in Goch. Früh verlor sie mit ihren drei Geschwistern die Mutter. Der Vater heiratete wieder, weitere sieben Geschwister kamen hinzu.

Die Eltern zogen mit ihren elf Kindern nach Neuss. Ihren Mann, Wilhelm Leisner, heiratete Amalie im April 1914 in Köln. Er war gebürtig von derselben Straße in Goch wie sie und kam aus einer Familie mit sieben Kindern. Wilhelm Leisner war am Gericht in Neuß tätig, wurde nach der Trauung an das Amtsgericht in Rees versetzt, und als im August 1914 der Krieg ausbrach, wurde er zum Militär eingezogen. Der erste Sohn Karl wurde 1915 in Rees geboren, der zweite Willi, 1916 in Goch. Als der Vater verwundet war und als Ausbildungsoffizier nach Immenstadt versetzt wurde, zog die junge Familie dorthin, wo dann Tochter Maria 1917 das blau-weiße Licht Bayerns erblickte. Nach Ende des 1. Weltkrieges, November 1918, erhielt Vater Leisner in Rees wieder die alte berufliche Stellung.

Die Familie kehrte an den Niederrhein zurück. Tochter Paula wurde 1919 in Rees und nach Vaters Versetzung an das Amtsgericht Kleve die Tochter Elisabeth 1923 in Kleve geboren. Die siebenköpfige Familie wohnte zunächst auf der Triftstraße und seit 1929 auf der Flandrischen Straße in Kleve. Im Unterschied zum spontan-impulsiv, temperamentvollen Vater Leisner war Mutter Leisner still, zurückhaltend und bescheiden, dabei aber sehr konsequent.

Sie erzog ihre fünf Kinder ohne viele Worte und war eine vorbildliche Hausfrau. Noch als 90-Jährige wollte sie ihren Teil zur Hausarbeit beitragen. Ihr ruhiges Wesen war immer auf Ausgleich bedacht, und die Harmonie zwischen den Gatten übertrug sich auf die ganze Familie. Grundlage dafür war ihr Glaube und ihre Gottverbundenheit. Vor allem diese christliche Überzeugung wollten die Eltern ihren Kindern mitteilen.

Die Erinnerung an Mutter Leisner steht am Anfang eines Gedenkjahres, das ihrem Sohn Karl, der vor 70 Jahren, am 17. Dezember 1944 im KZ Dachau zum Priester geweiht wurde, gewidmet ist.

(RP)