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Karl Leisner-Tagebücher in Xanten zu se

Kleve : Leisner-Tagebücher in Xanten zu sehen

Eine Sonderausstellung im Stiftsmuseum Xanten beschäftigt sich mit dem Leben des Seligen aus Rees. Die Schau über den Märtyrer ist jetzt eröffnet worden. Karl Leisner wäre im kommenden Jahr 100 Jahre alt geworden.

Als Elisabeth Haas, Schwester des Seligen Karl Leisner, einige Zeit vor ihrem Tod im Krankenhaus in Xanten war, überbrachte Spiritual Hans-Karl Seeger ihr die Nachricht, dass er die Original-Tagebücher des Glaubenszeugen, der in Rees geboren wurde, in Kleve aufwuchs und im Xantener Dom sein Grab hat, dem Stiftsmuseum in Xanten übergeben habe. "Da leuchteten ihre Augen", sagte Pfarrer i.R. Hans-Karl Seeger, Altpräsident des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK).

Er hatte mit den Tagebüchern jahrzehntelang für eine Lebenschronik gearbeitet, die jetzt erschienen ist. Die Sonderausstellung im Stiftsmuseum Xanten, die vor zahlreichen Besuchern eröffnet wurde, beruht auf diesen Forschungen.

Der Titel lautet "Karl Leisner - 1915 bis 1945 - Märtyrer und Seliger "...aber zwingen lass ich mich nicht, denn ich bin frei." Propst Klaus Wittke erinnerte in seiner Begrüßung an Elisabeth Haas, "die liebend auf uns herabschaut und die die anfänglichen Planungen zu dieser Ausstellung noch miterlebt hat." Ohne sie hätte es gar nicht zu dieser Ausstellung kommen können, denn sie habe vor einem Jahr den Nachlass ihres Bruders Karl dem Stiftsmuseum übergeben.

Der Propst konnte unter den Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen das IKLK-Mitglied, den emeritierten Bischof von Rotterdam, Dr. Adrianus van Luyn, und eine Nichte Karl Leisners, Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin des IKLK, begrüßen.

Die Idee und das Konzept zur Ausstellung hatten Stephan Kube, Greven, der auch für die Fotoredaktion zuständig war, die wissenschaftlichen Texte stammen von Dr. Burkhard Tutsch, Münster. Es wirkten ferner die Vize-Museumsleiterin Elisabeth Maas M.A. und Museumsleiter Dr. Udo Grote bei der Realisierung mit.

Er zeigte in seiner Einführung das Leben Karl Leisners von seiner Geburt 1915 in Rees bis zu seinem Tod 1945 in Planegg auf.

Dabei schlug er den Bogen von der Kindheit, über die bewegte Jugend, die Zeit als Student, Seminarist, Patient und Häftling, als KZler und Neupriester, Befreiter und Sterbender, aber auch als Seliger.

Dr. Grote bezeichnete es als "einen großen Moment", als dem Stiftsmuseum der Original-Nachlass des niederrheinischen Märtyrers übergeben wurde, der jetzt das "Herzstück" der Sonderausstellung sei. Bei einem Rundgang konnten die Besucher auf zehn großen Tafeln den Werdegang und das Wirken des Seligen nachempfinden. Da wurden die Märtyrer des 20. Jahrhunderts, darunter Karl Leisner, in ihrer Beispielhaftigkeit eines christlichen Lebens und als Helfer für eine Orientierung in Gegenwart und Zukunft sichtbar.

Und zahlreich sind die Karl-Leisner-Erinnerungs- und Verehrungsorte in ganz Deutschland.

Dann aber wird der Blick auf die legendären "Kasperlepuppen" aus der Jugendzeit von Karl gelenkt, die nach mühevoller Arbeit nun wieder ihre "ursprünglichen" Kleider tragen. Messgewand, Kelch, Patene, Urkunden der Weihe und Primiz und vor allem die Tagebücher vermitteln das Bild eines Menschen, von dem Papst Johannes Paul II. bei der Seligsprechung am 23. Juni 1996 im Berliner Olympiastadion sagen konnte: "...Beispiel für alle Menschen."

Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni 2015 im Stiftsmuseum Xanten zu sehen.

(RP)