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Karl-Leisner-Klinikum Kleve schlägt Alarm: Patienten kommen später und sind kränker

Krankenhaus in Kleve schlägt Alarm : Patienten kommen später und sind kränker

Die Klinik für Kardiologie und Nephrologie meldet mehr schwere Krankheitsverläufe. Chefarzt Norbert Bayer warnt, dass bei der Behandlung von Notfällen wie Herzinfarkten jede Minute zählt.

Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum schlägt Alarm: Die Klinik für Kardiologie und Nephrologie meldet für das abgelaufene Jahr 2021 einen deutlichen Anstieg schwerer kardiologischer Krankheitsverläufe. So hat das Team der Kardiologie in den vergangenen zwölf Monaten erstmals mehr als 1000 PTCA-Eingriffe (Stent) und fast 3000 Katheter-Untersuchungen durchgeführt. „Unsere Patienten zögern bei Notfällen, kommen später zu uns und sind deshalb kränker“, sagt Chefarzt Norbert Bayer. „Dabei zählt bei der Behandlung von Notfällen wie Herzinfarkten jede Minute.“

Fünf bis sechs Liter Blut pumpt das Herz pro Minute durch unseren Körper. Schädigt ein Herzinfarkt oder ein unbehandelter Bluthochdruck den Herzmuskel, kann das schwerwiegende Folgen haben: Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln nehmen Schaden.

Seit 2005 betreiben das Katholische Karl-Leisner-Klinikum und der Rettungsdienst gemeinsam das Herzinfarkt-Netzwerk Niederrhein. Die Kooperation habe im Kreis Kleve dazu geführt, dass die Überlebenschancen von Patienten mit einem Herzinfarkt deutlich besser seien als im Landesdurchschnitt, so Bayer. Vom Eintreffen des Notarztes bis zur Öffnung der verschlossenen Herzkranzarterie im Klinikum vergingen in der Regel weniger als eine Stunde. Allein: „Der Notruf muss erfolgen.“

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Auch das Aufschieben eines gebotenen Arztbesuches sei vor allem für Risikopatienten mit kardialen Problemen sehr gefährlich. „Patienten mit einer chronischen Herzschwäche, mit Herzklappenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen sind besonders gefährdet“, sagt Bayer. „Insbesondere, wenn es bei diesen Erkrankungen zu einer Covid-19-Infektion kommt. Deswegen sollten Herzpatienten bei Beschwerden auch in der Pandemie jederzeit unsere Hilfe in Anspruch nehmen.“

Herzkatheter-Untersuchungen erfolgen im Katholischen Karl-Leisner-Klinikum in der Regel nicht mehr über einen Zugang in der Leistengegend, sondern vom Handgelenk aus. Dieses Verfahren wird von den Patienten als deutlich angenehmer erlebt und weist eine äußerst niedrige Komplikationsrate auf. Bei einer PTCA wird ein winziger Ballon mithilfe minimal-invasiver Technik präzise in einer Engstelle der Herzkranzgefäße platziert, wo er sich entfaltet und das Gefäß weitet. Dann kommt meist ein Stent zum Einsatz: Das feine Metallgitter stützt das Gefäß, das Blut kann wieder ungehindert fließen.