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Kreis Kleve: Karl-Leisner-Archiv im Stiftsmuseum

Kreis Kleve : Karl-Leisner-Archiv im Stiftsmuseum

Am 3. Advent im Jahr 1944 wurde Karl Leisner im KZ Dachau zum Priester geweiht. Sonntag wird im Xantener Dom ein Gedenkgottesdienst für den Märtyrer gefeiert. Anschließend wird der Grundstock für ein Leisner-Archiv gelegt.

Am 17. Dezember 1944, dem 3. Adventssonntag, fand im Konzentrationslager Dachau ein einzigartiges Ereignis statt: Karl Leisner, ein junger deutscher Diakon, der seit 1940 dort inhaftiert war, wurde von einem französischen Bischof, Msgr. Gabriel Piguet aus der Diözese Clermont, der selbst im September 1944 nach Dachau deportiert worden war, zum Priester geweiht.

 Wurde im KZ Dachau zum Priester geweiht: Karl Leisner.
Wurde im KZ Dachau zum Priester geweiht: Karl Leisner. Foto: privat

Im jüngsten Rundbrief des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) wird auf zwei bedeutsame kommende Daten im Leben des niederrheinischen Märtyrers hingewiesen: 2014 – vor 70 Jahren Priesterweihe von Karl Leisner (am 17. Dezember 1944) und vor 70 Jahren Primiz (am 26. Dezember 1944) im KZ Dachau. Am 28. Februar 2015 ist der 100. Geburtstag des am 23. Juni 1996 seliggesprochenen Glaubenszeugen, der in Rees geboren wurde und in Kleve aufwuchs.

Im Gedenken an die Priesterweihe Karl Leisners im KZ Dachau am Gaudetesonntag vor 69 Jahren feiert der IKLK einen Gedenkgottesdienst im Xantener Dom, wo sich das Grab des Seligen befindet. In diesem Jahr zelebriert Propst Johannes Mecking aus Kleve am Sonntag, 15. Dezember, ab 11.30 Uhr das Hochamt und hält auch die Predigt. Anschließend ist die Jahreshauptversammlung im Haus Michael, zu der auch Nichtmitglieder des IKLK willkommen sind. Eine Besonderheit erfährt die diesjährige Gedenkveranstaltung dadurch, dass nach der Sitzung an Gaudete die Mitglieder des IKLK mit dem Präsidium und weiteren Interessierten zum Stiftsmuseum an die Nordseite des Domes gehen, um dort den Grundstock für ein Karl-Leisner-Archiv zu legen. Alles, was mit seiner Person zu tun hat und erhalten ist, soll dort seinen Platz finden. "Im Karl-Leisner-Archiv sollen Forscher eines Tages alles zur Hand haben, was das Leben Karl Leisners lebendig werden lässt", sagt Pfarrer Hans-Karl Seeger, Archivar des IKLK. Unter den Gegenständen werden sich die zahlreichen Original-Tagebücher des Opfers der KZ-Haft befinden. Diese werden nach Fertigstellung der Lebenschronik Karl Leisners und der Aufarbeitung des Archivs ins Stiftsmuseum kommen.

Zu den weiteren Gegenständen gehören: Kasperlepuppen mit denen Karl Leisner und seine Gruppe Aufführungen durchführte, die Weiheurkunde, ein Zingulum, eine Schneidemaschine, die in der KZ-Dachau-Fotoabteilung angefertigt worden war, wo es vier Fotografen gab. Dazu kommt ein gestickter Christuskopf, der über die Patene gelegt wird, ein Wimpel von Karls Gruppe sowie ein Geschenk an Karl: eine holzgeschnitzte Burse für Hostien, die innen mit einer Schönstattmedaille versehen war. Ein Metallkreuz, das in der Mühle an der Merowingerstraße in Kleve und später im Klever Jugendheim der Stiftspfarre hing gehört ebenfalls dazu, wie auch Gegenstände der Eltern von Karl Leisner aus der Flandrischen Straße 11 in Kleve. Dazu zählen die Grabinschrift des Birkenkreuzes, ein Holzkreuz aus dem Esszimmer, ein Bild mit dem Haussegen, ein Brotteller der Familie Leisner und ein Fahrradwimpel mit Hakenkreuz. Auch sein Messgewand und der Kelch, der für den Primizkelch gehalten wird, gehören dazu.

(RP)