Angela Merkel im Kreis Kleve: Kanzlerin empfängt niederländischen Ministerpräsidenten Rutte

Angela Merkel im Kreis Kleve : Kanzlerin empfängt niederländischen Ministerpräsidenten Rutte

In Kleve trafen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zu den ersten deutsch-niederländischen Regierungskonsultationen. Auch viele hochrangige Minister beider Länder waren vor Ort.

Um kurz nach 15.30 Uhr war der Empfang mit militärischen Ehren beendet. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatten die Ehrenformation abgeschritten. Anschließend zogen sich die Politiker zu den Gesprächen ins Museum Kurhaus zurück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die erste gemeinsame deutsch-niederländische Kabinettssitzung als überfällig. "So eng wie wir zusammenarbeiten, da treffen wir uns eigentlich sehr selten dafür", sagte sie am Donnerstag in Kleve auf einer Pressekonferenz nach den Gesprächen.

Man müsse aufpassen, dass man so gute Beziehungen nicht als selbstverständlich betrachte. Eben darum hätten beide Regierungen am Donnerstag in der niederrheinischen Stadt erstmals gemeinsam getagt.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte, es sei weiterhin das Ziel seiner Regierung, das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr auf 3 Prozent zu senken. "Deutschland - und das müssen wir ehrlich zugeben - steht im Moment besser da", sagte Rutte. Die Niederlande befinden sich in einer Rezession.

Punkt 15 Uhr war die Ehrenformation mit klingendem Spiel eingezogen, nachdem der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zehn Minuten zuvor mit einem Hubschrauber auf dem Sportplatz der DJK Kleve gelandet war. Die Minister marschierten mit schwarzen Regenschirmen auf. Etwa 500 Zuschauer waren trotz des strömenden Regens vor Ort und sahen sich die Parade an.

Gegen 14.45 Uhr hatten die Soldaten des Wachbataillons aus Berlin am Museum Kurhaus begonnen, sich zu formieren. Die Pressetribüne füllte sich mit Kamerateams. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla traf zuerst ein und wurde von Kleves Bürgermeister Theodor Brauer begrüßt.

Um 12.45 Uhr war die Maschine mit den deutschen Ministern am Flughafen in Weeze gelandet. Die Minister setzten sich in die wartenden Limousinen und machten sich auf den Weg nach Kleve. Die Kanzlerin kam später mit einem mit einem anderen Flieger aus Leipzig, wo sich noch die 150-Jahr-Feierlichkeiten der SPD besucht hatte.

Ein Heimspiel ist der Besuch für Kanzleramtsminister und Merkel-Vertrauten Ronald Pofalla (CDU), dessen Wahlkreis Kleve ist. Zwei Auftritte der Kanzlerin in der Heimat hat Pofalla bereits organisiert: 2007 und 2009 war Angela Merkel am Flughafen im benachbarten Weeze — dem Geburtsort des CDU-Politikers.

Ehrendoktorwürde für Merkel

Am Abend wurde der Kanzlerin im niederländischen Nimwegen die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen. In ihrer Dankesrede würdigte Merkel in bewegenden Worten die Freundschaft zwischen Deutschen und Niederländern als "gelebtes Europa".

Im Zweiten Weltkrieg habe Deutschland "unsägliches Leid" über die Niederlande gebracht, heute gebe es "unzählige Verbindungen" zwischen den beiden Ländern. Das sei nicht selbstverständlich, ebenso wenig wie das gesamte "Friedenswerk" der europäischen Einigung.

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(jco/top/jco/rl)
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