Bürgermeisterkandidat der CDU: Kampfabstimmung: Gebing gegen Janssen

Bürgermeisterkandidat der CDU: Kampfabstimmung: Gebing gegen Janssen

Der Klever CDU-Stadtverband wird am Montag im Kolpinghaus seinen Bürgermeisterkandidaten wählen. Bis Sonntagnachmittag war Wolfgang Gebing der einzige Kandidat. Jetzt gibt es einen zweiten Bewerber, den Ex-Fraktionschef Udo Janssen.

Die Entscheidung fiel spät, aber rechtzeitig: Udo Janssen (51) tritt am Montag auf der Versammlung des CDU-Stadtverbandes an, um sich zum Bürgermeisterkandidaten der Christdemokraten wählen zu lassen. Nachdem es wochenlang danach ausgesehen hatte, als sei der vom Vorstand des Stadtverbandes empfohlene Wolfgang Gebing einziger Kandidat, haben die Mitglieder jetzt plötzlich eine echte Wahlmöglichkeit. Am Montag wird die Klever CDU ab 19.30 Uhr im Kolpinghaus entscheiden, wer möglicher Nachfolger von Bürgermeister Theo Brauer werden soll.

Udo Janssen bestätigte auf Anfrage der Rheinischen Post, dass er gegen seinen Nachfolger als CDU-Fraktionschef antreten werde. "Ich habe den Stadtverbandsvorsitzenden am Sonntagabend informiert, dass ich Bürgermeisterkandidat der CDU werden möchte", sagte Janssen. Er habe lange überlegt, ob er diesen Schritt gehen solle, so Janssen, der in Kleve als Anwalt arbeitet. Eine Erkrankung sei mit dafür verantwortlich gewesen, dass er sich erst jetzt dazu entschieden habe, gegen Wolfgang Gebing anzutreten. Janssen hat eine Operation hinter sich.

Bis Sonntagnachmittag war Wolfgang Gebing der einzige Mann für den Posten des Bürgermeister-Kandidaten der CDU. Foto: Gottfried Evers

"Ich wollte zunächst abwarten, ob ich gesundheitlich fit bin. Jetzt weiß ich, ich bin es", sagt der Jurist. Gespräche mit Parteifreunden sowie auch Freunden aus seinem privaten Umfeld hätten mit den Ausschlag für diesen Entschluss gegeben. Nicht selten sei er auch aus der Bevölkerung gefragt worden, warum er nicht Nachfolger von Theo Brauer werden wolle. "Ich habe in den vergangenen Tagen viel Unterstützung für dieses Vorhaben erfahren", sagt Janssen.

Gute Voraussetzungen für den Job bringt der Ur-Klever, der sich in zahlreichen Vereinen engagiert, mit. Er war 15 Jahre CDU-Fraktionsvorsitzender im Klever Rat, ist demnach mit den Abläufen in der Verwaltung bestens vertraut. Seit der kommunalen Neugliederung gab es lediglich zwei CDU-Fraktionschefs vor Janssen. Dies waren Rudolf Kliver und Josef Joeken. Zudem dürfte juristisches Fachwissen bei einem Job in der Klever Verwaltung nicht von Nachteil sein. In diesem Punkt unterscheidet er sich aber nicht von seinem Mitbewerber Gebing.

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Zu den Zielen, die Janssen nach einer erfolgreichen Wahl zum Bürgermeister verfolgen wird, gehört, Verwaltungsabläufe zu straffen. "Der Bürger muss etwa bei Anfragen oder Genehmigungen schneller Antworten und Entscheidungen haben", sagt Janssen. Die Stärkung des Einzelhandels, er wolle Kleve noch stärker als Einkaufsstadt positionieren, sowie eine sorgsame Weiterentwicklung der Stadt gehören zu seinen Hauptanliegen.

"Kleve ist gut aufgestellt und hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt. Wenn ich mit Verwandten durch die Stadt gehe, die sechs, sieben Jahre nicht hier waren, sind diese hellauf begeistert", sagt er. Janssen will sich auch für die Ortschaften einsetzen: "Bei allen Investitionen und Entwicklungen in der Innenstadt darf man die Ortsteile nicht vergessen. Hier muss dafür gesorgt werden, dass diese lebendig bleiben." Die Kultur sei ein bedeutender Faktor für die Stadt. Diese dürfe nicht kaputt gespart werden, so der Jurist. "Wir haben hier kulturelle Einrichtungen, die von nationaler Bedeutung sind und somit für Kleve von enormem Wert", sagt der 51-Jährige.

Was seine Chancen betrifft, von der CDU-Versammlung zum Bürgermeisterkandidaten gewählt zu werden, sagt Janssen: "Wenn ich die nicht sehen würde, würde ich auch nicht antreten."

(RP)
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