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Kalkars Ortsteil Grieth will seinen Markt verschönern.

Stadtentwicklung : Grieth plant seine neue Mitte

Mit Hilfe von Studenten hat der Förderverein Grieth eine Bürgerbefragung zur Belebung des Marktplatzes durchgeführt. Die Politik beschloss nun, dass ein Planungsbüro verschiedene Ideen erarbeiten soll.

Kalkar kann nicht nur auf seinen großen Marktplatz vor dem Rathaus stolz sein, sondern durchaus auch auf den im Schifferstädtchen Grieth. Zumal der locker 100 Jahre älter ist, wie Hubert Hell, Gastronom im Ort, im jüngsten Bauausschuss betonte. Jener Marktplatz jedenfalls hat gute Chancen, demnächst verschönert zu werden. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, ein fachlich geeignetes Ingenieurbüro zu suchen, das eine Entwurfsplanung erarbeitet.

Wichtige Vorarbeiten dazu sind bereits getan, denn seit Jahren kümmern sich Studierende der Hochschule Rhein-Waal im Rahmen eines interdisziplinären Projekts um die Entwicklung des Dorfes, das seit dem Mittelalter eher ein Städtchen ist. „Starke Dörfer“ heißt dennoch das Interreg-Projekt, das die Maßnahme (und 54 weitere orte in Deutschland und den Niederlanden) unterstützt. In der Sitzung stellten eine Dozentin und ihr Mitarbeiter die Befragung vor, die im vergangenen Sommer in Grieth durchgeführt wurde. Etwa ein Drittel der Fragebögen kam damals zurück – ein gutes Ergebnis, das zeige, wie wichtig den Bewohnern die Zukunftsfähigkeit ihrer Heimat sei.

Jeder Besucher, der – oft mit dem Fahrrad oder dem Schiff – nach Grieth kommt, spaziert über den Marktplatz. Seit einigen Jahren trinkt er auch einen Kaffee im Hanselädchen oder nimmt ein paar niederrheinische Spezialitäten mit. Auf jeden Fall wird er durch die engen Gassen wandern und sich über die einerseits herrschaftlichen, andererseits winzigen alten Häuser im Kern wundern. Beides hat mit Grieths Lage am Fluss zu tun: Sowohl wohlhabende Kaufleute, als auch arme Fischer lebten hinter dem Deich. Viele von ihnen sind bis heute erhalten und machen den Charme des Schifferstädtchens aus.

Abgesehen von den Ausflüglern soll der Ort aber natürlich vor allem für die Bewohner selbst lebenswert bleiben. Der Förderverein „Hansestadt Grieth“ als Zusammenschluss der Griether Vereine, Institutionen und Bürger hatte bereits 2017 einen Bürgerantrag zur baulichen und gestalterischen Aufwertung des Marktplatzes gestellt. Vor allem stört viele Bürger die Trafostation, die dort im Weg steht (deren Umsetzung aber teuer sein wird), viele finden auch das Brunnendach nicht mehr in die Zeit passend. „Wobei sich die Griether da nicht einig sind“, merkte Sven Wolff (CDU) an. Immerhin schütze das Dach vor Regen. In jedem Fall möchte wohl jeder Griether eine nettere Möblierung des Platzes und eine andere Parkregelung für Autos. Wobei die Verwaltung darauf hinwies, dass ein Großteil der Griether gezwungen ist, sein Fahrzeug im öffentlichen Raum abzustellen, weil er auf eigenem Grundstück keinen Platz dafür habe. Für den Marktplatz gilt das ganz besonders.

Die bisherigen Poller und Ketten sollen jedenfalls verschwinden. Planungskosten in Höhe von 20.000 Euro sind veranschlagt.