Kalkarer Rat diskutiert über neuen Bauhof

Rat Kalkar: Kalkar braucht einen neuen Bauhof

Kommunalagentur NRW legte dem Kalkarer Stadtrat das Ergebnis ihrer Organisationsuntersuchung vor. Eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Kommune Bedburg-Hau scheint nur begrenzt möglich zu sein.

Einfach so aus dem Bauch wollte die finanziell klamme Stadt Kalkar dies nicht entscheiden, deshalb engagierte sie die Kommunalagentur NRW für eine Organisationsuntersuchung zum Bau- und Betriebshof. Der wird seit geraumer Zeit nicht zuletzt von der Gemeindeunfallkasse kritisch beäugt, denn er entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Hygiene. Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Fraktion FBK den Antrag gestellt, ein Grundstück im Gewerbegebiet Ost zu reservieren, um in absehbarer Zeit dort zu bauen. „Wir müssen allerdings feststellen, dass die Verwaltung darauf bis heute nicht reagiert hat. Und jetzt erfahren wir von der Kommunalagentur, dass ein Neubau wohl nicht zu vermeiden ist“, wundert sich Günter Pageler, der Fraktionsvorsitzende.

Neben der Frage, ob der Bau- und Betriebshof neben der Feuerwehr zukunftsfähig ist, gab es auch den Auftrag, festzustellen, ob eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Bedburg-Hau sinnvoll wäre. Denn es geht der Stadt nicht nur darum, bürgerfreundlich zu sein und viel Service zu bieten, die Einrichtung muss auch kostengünstig sein. Deshalb scheint es nahe liegend, Geräte und Personal mit den Nachbarn zu teilen. Aber das ist offenbar nur theoretisch eine nahe liegende Lösung.

„Ihr Bauhof soll ein moderner Dienstleister werden, den Vorgaben entsprechen und die Ressourcen vorhalten“, schickte der Berater der Agentur voraus. Viele wichtige Schritte seien schon vollzogen, der Leiter habe mit der Umstrukturierung begonnen und setze eine zeitgemäße Software ein. „Die Mitarbeiter haben viel Erfahrung, sind flexibel und nehmen ein breites Aufgabenspektrum wahr“, erklärte er. Bekannt sei aber auch ein hoher Krankenstand. Der liegt sicher zum einen an der Art der Arbeit (Verletzungen drohen, Leute müssen bei jedem Wetter raus), er könnte aber auch mit Unzufriedenheit zu tun haben, äußerten einige Kommunalpolitiker. Neben der Leitung sind 17 Mitarbeiter und ein Azubi beschäftigt – im Grunde genügend Leute, heißt es. Baulich liegt manches im Argen. „Es gibt zu wenig Toiletten und Waschmöglichkeiten, keine Duschen, keine Umkleideräume, auch fehlen Räume für Besprechungen.“ Stadtbaurat Frank Sundermann teilte mit, dass inzwischen bessere Büros zur Verfügung stünden, weil dazu eine benachbarte Betriebswohnung ausgebaut werden konnte. Aber auch die Werkstatt und die Unterbringung der Fahrzeuge genügt den Anforderungen nicht. Für einige Fahrzeuge ist nicht einmal ein Hallen-Platz vorhanden, sie stehen im Freien.

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Weil Kalkar und Bedburg-Hau zusammen etwa 20 Kilometer „lang“ sind, müsste ein gemeinsamer Bauhof in der Mitte liegen. Bedburg-Hau hat keinen Bedarf für einen Neubau, von dort aus den Bereich abzudecken wäre kaum möglich. Schon der Winterdienst wäre so kaum zu managen, Baum- und Grünpflege auch nicht.

„Was möglich ist: Spezialisten zu beschäftigen, die bedarfsweise in der einen oder anderen Kommune tätig werden. Auch Fachkräfte für Fortbildung oder ein Verwaltungskraft kann man eventuell gemeinsam nutzen“, sagten die angereisten Berater. Eventuell wäre auch noch eine Werkstatt für beide Bauhöfe denkbar, vielleicht eine stellvertretende Leitung, viel mehr aber wohl nicht.

„Der Bauhof wird vom Bürger stark wahrgenommen“, merkte Carsten Nass (CDU) an. Vor allem in seinen weniger überzeugenden Leistungen, also wenn Pflegemaßnahmen fehlen oder Aufräumarbeiten sich verzögern. Kinderspielplätze in schlechtem Zustand, Sandflächen verschmutzt, rutschiges Laub auf den Wegen, gar etwa eine Straße vereist: Das kann – auch juristisch – Ärger geben. Beschlossen wurde, dass die Verwaltung sich mit der Bauhofsleitung und Fachleuten an einen Tisch setzt und überlegt. Ein Neubau, eventuell an anderem Ort, scheint unvermeidlich.