1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kalkarer Landwirte helfen Circus Maximum mit Futterspenden

Kreislandwirtschaft : Landwirte helfen Zirkus in Not

Kalkarer Bauern spenden Futter für die Tiere des Circus Maximum.

Ein Konvoi von acht Traktoren teilweise mit voll geladenen Anhängern und zwei Lieferwagen rollt auf den Platz vor dem Wunderland Kalkar. Etliche Strohballen und Heu werden abgeladen. Aus den Lieferwagen purzeln Säcke mit Kleie und Müsli, Maisflocken, Hundefutter, Futterpellets sowie Möhren, die sofort den Kamelen kredenzt werden.

In Zeiten des Coronavirus setzen Kalkarer Landwirte ein Zeichen und spenden Futter für die Tiere des Circus Maximum, der am Wunderland Kalkar seine Wohnwagen geparkt und sein Zelt aufgeschlagen hat und wegen der Ausgangsbeschränkungen derzeit ohne Einnahmen ist. Seit dem 19. März steht der Zirkus auf dem Platz. Er kam aus den Niederlanden, wo im Januar die diesjährige Tournee begann. In Tilburg und Dordrecht veranstaltete der Zircus noch jeweils für zwei Wochen Vorstellungen, Anfang März wurden die Aufführungen von den Behörden wegen der Corona-Pandemie untersagt. „Zunächst durften wir 100 Leute reinlassen, danach keine mehr. Die Gastspiele in Ede und Uden fielen gänzlich aus, was ein Verlust von 11.000 Euro bedeutete“, sagt Roman Zinnecker, Chef des Familienbetriebes. Zu seiner Familie gehören seine Ehefrau, fünf Kinder und bald zehn Enkelkinder.

Die Artisten sind nach Hause geschickt worden. Doch zehn Kamele sowie 13 Pferde müssen täglich gefüttert werden. „Wir stehen bereits zum fünften Mal hier in Kalkar. Ostern würde die erste Vorstellung über die Bühne gehen, und wir bleiben zumeist bis zum Ende der Herbstferien. Wir sind eine große Familie, aber: Wie soll es weitergehen?“, fragt Zinnecker, der überlegt, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. „So hart hat es uns noch nie getroffen.“

Roman Zinnecker ist dem Geschäftsführer des Wunderlandes, Han Groot Obbink sehr dankbar, dass der Circus Maximum auf dem Gelände des Freizeitparks bleiben kann. Auch bei Bürgermeisterin Britta Schulz, die den Kontakt zu einem hiesigen Landwirt hergestellt hat, bedankt sich Zinnecker. Michael Seegers, Bezirksvorsitzender der Rheinischen Landwirte organisierte mit Landwirten aus Kalkar und Umgebung die bemerkenswerte Hilfsaktion. „Dem Zircus fehlen die Einnahmen, wir Landwirte wollen ein Zeichen setzen und stehen Gewehr bei Fuß. Wir bleiben in Kontakt und hoffen, dass weitere Landwirte diese Aktion auch unterstützen“, erklärt Seegers. „Ich bin begeistert“, sagt Zinnecker freudestrahlend und erklärt, dass die Menge des gespendeten Futters für etwa zwei Wochen reichen wird. Außerdem bittet er um Spenden auf das Konto: DE 50 100 100 100 128 435 121. „Als Dankeschön für alle Spender, gibt es freien Eintritt“, verkündet Zinnecker.