1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Kalkar. Saisoneröffnung im Kalkarer Wunderland

Wunderland Kalkar : Das Wunderland ist zurück

Der Kalkarer Freizeitpark hat seit Samstag wieder geöffnet. Bis zu 2000 Gäste dürfen täglich kommen. Bisher fällt der Ansturm jedoch durchwachsen aus. Die Einbuße der vergangenen Monate sind längst millionenschwer.

Dieser Tage läuft Han Groot Obbink mit gemischten Gefühlen durch das Wunderland. Der Geschäftsführer sagt: „Ich erlebe die schwerste Krise meiner Zeit hier in Kalkar. Ein Freizeitpark ohne Menschen ist kein Freizeitpark.“ Die Corona-Krise hat seinen Betrieb empfindlich getroffen. Erst mit fünf Wochen Verspätung startete das „Kernie“ nun in die Saison. An Normalität ist rund um den Schnellen Brüter aber noch längst nicht zu denken. „Normalerweise würde es um diese Zeit herum total voll hier sein. Doch die Leute haben scheinbar noch Bedenken. Es geht jetzt für uns darum, Vertrauen zu gewinnen“, sagt Obbink. Während sonst bis zu 9000 Gäste den Park besuchten, waren es am vergangenen Samstag bloß 400 – und das unter besonderen Hygiene-Vorkehrungen.

So sind Besucher dazu angehalten, die Eintrittskarten im Internet zu reservieren.

 Han Groot Obbink zeigt in „seinem“ Wunderland Kalkar die Hände-Desinfektionsstation.
Han Groot Obbink zeigt in „seinem“ Wunderland Kalkar die Hände-Desinfektionsstation. Foto: Markus van Offern (mvo)

Auf diesem Wege kann das Wunderland nicht nur steuern, wie viele Besucher kommen, sondern auch mit Sicherheit sagen, wer genau vor Ort gewesen ist. „Wenn jetzt allerdings Oma und Opa mit ihren Enkelkindern vorbeikommen, ohne vorher reserviert zu haben, werden wir sie sicher nicht wegschicken“, sagt Obbink. Allerdings würden dann an der Kasse die Namen mitsamt Kontaktdaten notiert.

  • Es gibt inzwischen mehr als 100
    Pandemie in Mönchengladbach : Wie die Stadt die Corona-Testzentren überwacht
  • Angela Merkel.
    „Land am Laufen gehalten“ : Merkel würdigt schwierigen Einsatz der Beschäftigten in Corona-Krise
  • Die Fahrlehrer der Fahrschule ToTo 77:
    Motorrad-Führerscheine besonders gefragt : Fahrschule in Dormagen erfolgreich trotz Corona

Auch eines der Alleinstellungsmerkmale schlechthin ist bis auf Weiteres untersagt: die Selbstbedienung nach dem All-inklusive-Prinzip. Pommes, Soft-Eis und Erfrischungsgetränke werden von den Mitarbeitern gereicht. Obligatorisch für Gäste ist die Wahrung des Abstands von anderthalb Metern zueinander. Gleiches gilt für das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Überall stehen im Park Desinfektionsmittel zur Verfügung. Doch zumindest Wunderland-Entertainer Eddie kann das Coronavirus offenbar nicht allzu viel anhaben. „Nur mit einem Lachen kommt man durch die schwere Zeit“, sagt Eddie. Er verbreitet auf seinem Einrad und mit seinen Jonglierkeulen unbeirrt gute Laune.

„Ich habe großes Verständnis für die Corona-Maßnahmen. Und trotzdem sage ich: All das nimmt einem auch hier im Wunderland ein wenig die Leichtigkeit“, sagt der Niederländer Peter van de Linde, der sich mit seinen Kindern auf den Weg gen Kalkar gemacht hat. Zwar sei er durchaus erfreut darüber, dass der Besucherandrang nicht allzu groß sei. Doch auch er gibt zu verstehen: „Irgendwas fehlt hier schon, der Trubel gehört doch dazu.“ Diesen sehnt sich auch Obbink herbei. Nicht nur, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen. „Wir sind froh, dass es endlich wieder los geht. Die Kosten für die Corona-Maßnahmen sind aber hoch und eigentlich sind wir auf Menschenmengen angewiesen. Mit denen können wir vorläufig aber nicht rechnen“, sagt der Niederländer.

Um den Park fit für den Saisonstart zu machen, setzte er am vergangenen Wochenende auf die Arbeitskraft von 35 Mitarbeitern. Eine hohe Anzahl, wie Obbink erklärt. In der nächsten Zeit genüge wohl auch eine knappere Personaldecke. Immerhin sind auch noch nicht alle Attraktionen bereits wieder in Betrieb. 40 Spielgeräte warten auf Kinder und Jugendliche. Die neue Wellenrutsche gehört noch nicht dazu. „Wir haben die Zeit genutzt, um sie aufzubauen. Nur braucht man Matten, um herunterzurutschen. Die dürfen wir wegen der Corona-Gefahr aber nicht auslegen“, sagt Obbink.

Für ihn stünde außer Frage: Die Einbuße der vergangenen Monate seien in diesem Jahr schon längst nicht mehr einzuholen. Bereits jetzt handele es sich um Millionen-Beträge, die in der Kasse des Wunderlands fehlen.

Besonders bitter sei die Absage aller Messen auf dem großen Areal. Aktuell befinde sich erst ein Termin auf dem Kalender des Kalkarer Tagungszentrums, in einigen Wochen gastiert eine kleine Fachmesse an der Griether Straße. Ansonsten herrscht unverändert Tristesse im Wunderland.