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Kalkar Nach Corona kommt die Hochzeitseuphorie

Im Wunderland Kalkar : Nach Corona kommt die Hochzeitseuphorie

Zuletzt mussten viele Trauungen verschoben werden oder im kleineren Kreis stattfinden. Nun scheint die Liebe wieder bessere Karten zu haben. Bei der Hochzeitsmesse in Kalkar wurden die aktuellen Trends vorgestellt.

Wenn schon, denn schon: Wer sich das Ja-Wort gibt, will die perfekte Traumhochzeit erleben. Der Tag der Trauung soll unvergesslich bleiben. Die Ansprüche sind hoch und die Auswahl riesig. Um erste Inspiration zu sammeln, waren Brautpaare am Wochenende beim Wunderland in Kalkar an der richtigen Adresse. Mehr als 40 Aussteller vom unteren Niederrhein präsentierten im Messe- und Kongresszentrum Brautkleider, Anzüge, Musikgruppen, Blumengestecke, Grußkarten, Fotographie oder pompöse Torten. „Sich inspirieren, beraten und verzaubern lassen“ lautete das Motto des Veranstalterteams rund um den Messeausrichter Steffen Bettray. Dazu wurde üppig Sekt gereicht.

 Für die Traumhochheit ein „Tortendesign mit Herz“ von Inga Hert-Weide aus Kranenburg.
Für die Traumhochheit ein „Tortendesign mit Herz“ von Inga Hert-Weide aus Kranenburg. Foto: Markus van Offern (mvo)

„In den vergangenen zwei Jahren haben viele Paare coronabedingt kleiner gefeiert, oder sie haben die Feier verschoben. Nun merken wir, dass endlich auch wieder größer geplant wird“, sagt Martin Wendring. Der Mann aus Bocholt begleitet Brautpaare mit privaten Drucksachen. Menükarten, Einladungsschreiben, Dankesgrüße – rund um eine Hochzeit muss eine Menge zu Papier gebracht werden. „Wir legen Wert darauf, ein durchgehendes Erscheinungsbild – ein Corporate Design – zu entwerfen. Alle Medien werden aus einem Guss ausgearbeitet“, erklärt Martin Wendring unserer Redaktion.

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Eine Falle habe während der Corona-Krise für Verliebte gelauert. „Die Corona-Regeln haben sich in regelmäßigen Abständen verändert. Dann ist es natürlich recht ungünstig, wenn ich im Oktober für den Mai nächsten Jahres einlade und auf die Testpflicht hinweise. Doch wer weiß, ob es eine solche Pflicht dann tatsächlich gibt? Und wenn man sich vorher festgelegt hat, ist es aufwendig, die geänderten Regeln zu kommunizieren. Daher macht es Sinn, Profis mit ins Boot zu holen“, so der Aussteller. Martin Wendring zu Folge würde der Trend zur Vintage-Boho-Hochzeit ungebrochen sein. Die charmante Lässigkeit der 20er Jahre, kombiniert mit Elementen der Hippie Bewegung – das macht den Charme einer Hochzeit im Bohemian Style aus. Brautpaare lösen sich so von Konventionen, feiern dafür kreative Trauungen an der frischen Luft. Es gibt viele zarte Töne, Spitze und Fransen. Der Schmuck ist häufig silber oder altgold, die Kleider sind weit und luftig.

Lettie de Boom führt das Brautmodengeschäft „Perfectdress“ an der Großen Straße in Kranenburg. Ihr zu Folge würden die Kleider zuletzt zunehmend transparent werden, Frau zeigt gerne Haut. „Weiß bleibt natürlich der Klassiker. Aber auch andere Töne wie Rosé oder Champagner liegen im Trend“, sagt Lettie de Boom, die in ihrem Geschäft auch Übergrößen anbietet. „Für den Hochzeitsmarkt waren die vergangenen zwei Jahre natürlich nicht einfach. Aber das Vertrauen kommt zurück“, sagt sie.

Sebastian Matheja vom Tanzhaus in Kleve führte in die Welt der rhythmischen Bewegungen ein. Er versicherte den Messebesuchern: Frauen und Männern ist das Tanzen gleichermaßen beizubringen, man muss nur wollen. „Es eignet sich die Kombination aus etwas langsamer Musik, dass man als Brautpaar den Moment für sich ganz persönlich genießen kann und die Gäste und Angehörigen die Chance haben, daran teilzunehmen und im Anschluss den Leuten den Weg auf die Tanzfläche mit schneller Musik zu ebnen“, sagt Matheja. Eine gute Vorbereitung sei also absolut unabdingbar.

„Man kann mit dem Tanzlehrer selbst kreativ werden und einen ganz individuellen Tanz auf die Beine stellen“, so Matheja. Viele aber würden es auch weiterhin recht klassisch aufziehen – Stichwort Walzer. „Es ist natürlich so, dass der Hochzeitstanz vielleicht nicht zum glücklichsten Moment der Männer gehört. Aber ich kann aus meiner Erfahrung heraus trotzdem sagen, dass es nur den richtigen Anfang und den richtigen Einstieg braucht. Und dann wird es vielleicht nicht unbedingt zur großen Leidenschaft der Männer, aber es wird dann recht schnell halb so wild“, so der Tanzlehrer.