Kalkar Kulturpfad am Samstag, 14. September und Sonntag 15. September.

Tagestipp : Auf dem Kulturpfad durchs alte Kalkar

Keramik, Schmuck und Kunst, Filz und Fotos in alten Kalkarer Häusern gibt es am Wochenende in Kalkar zu sehen.

Andrea Holemans malt, zeichnet auf rauem Papier feine Akte, schwungvolle Tänzer. Sie macht aber auch das Papier, auf dem sie zeichnet – grobes und feines, handgeschöpftes, dekoratives und das, worauf man eigentlich nur mit einem guten Tintenfüller schreiben sollte. Papier, das man anfassen und erfahren kann, mit dem Notiz-Bücher eingebunden werden, die bei Holemans richtig lange prächtige Bänder haben, die die Seiten zusammenhalten und hinten aus dem Einband heraus schauen. Sie macht auch papierleichten Schmuck: Dann windet sich eine Horde tiefblauer Schmettlinge um den schlanken Hals, gibt’s bunte Bommeln an langen Kettchen.

Für Andrea Holemans steht die Arbeit mit dem Papier am kommenden Wochenende im Mittelpunkt beim Kalkarer Kulturpfad, der am Samstag, 14. und Sonntag 15. September von 11 bis 18 Uhr, eine wunderbare Runde durch die mittelalterliche Stadt führt. Der Pfad öffnet auch den Zugang zu den alten Häusern, die sonst verschlossen sind. Hier präsentiert sich die Gilde der Kalkarer Künstler, Kleinkünstler und Kunsthandwerker in ihren Häusern und Geschäften, es gibt Keramik und Kunst, Kunsthandwerk und Schmuck, Fotos und Filz und selbst ganz alte Uhren.

Andrea Holeman, Susanne Oster-Friedrichsen und Christel Verhalen sitzen am Holztisch in der guten Stube im ersten Stock an der Grabenstraße 44 in Kalkar. Es ist das Elternhaus von Christel Verhalen, in dem die Kalkarer Malerin arbeitet und Kurse gibt. Durch die tiefen Fenster scheint die Sonne herein, man guckt auf die Dächer gegenüber und ahnt die mächtige Clematis, die sich draußen an der Hauswand emporwindet. Allein in dem Haus Grabenstraße wird Christel Verhalen ihre Malerei, Keramik und Farbradierungen sowie Arbeiten aus ihren Kursen zeigen, wird Marita Müller im Garten hinterm Haus ihre Keramik ausstellen und Andrea Holemans im Wintergarten die Papierarbeiten, Susanne und Jürgen Hesse werden Schmuck- und Uhren-Unikate präsentieren. Schmuck ist die Profession von Susanne Oster-Friedrichsen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre eigenen Kollektionen entwirft und seit 2011 in dem schmalen Haus mit spitzem Dach an der Altkalkarer Straße 5 ihr Atelier hat. Hier ist ihre kleine Schmuckmanufaktur, die nach einem Brand wieder frisch renoviert ist und wo sie jetzt ihre neuen Arbeiten zeigt: Ringe, ein silberner Armreif, Ketten, als Silber- und Edelstahlschmuck, dazu natürlich auch Partner- und Trauringe in Silber, Gold und Edelstahl.

Christel Verhalen hatte die Idee zu diesem Kunstpfad, den sie in anderen Städten wie Kalkar schon erlebt hatte. „Das müssen wir hier auch machen, wir haben die Künstler und die schönen Häuser“, sagt sie. Fast alle machten mit: Es geht in mittelalterliche Häuser Stadt und wer mit dem Rad oder dem Auto eine Tour machen möchte, kann im Hanselädchen in Grieth nicht nur einen feinen Kaffee, sondern auch gute Fotografie von Konrad Hamacher erleben. Auf der Monrestraße in Kalkar zeigt Sabine Artmann Keramik und Karen Denecke Fotografie und Grafik, in der Galerie Hof3 am Markt läuft die Ausstellung Daniel Zerbst. In der Kesselstraße 38 präsentiert Gertrud Loch ihre Filzsachen und auch der idyllische Taubenturm, an dem einst Alfred Sabisch sein Atelier hatte, öffnet seine Pforten.

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