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Kalkar: Kinder testen die Spielplätze der Stadt

Spielflächen-Erneuerung : Kinder testen Kalkars Spielplätze

Das Planungsbüro Stadtkinder begibt sich auf einen Streifzug durch die Kalkarer Spielplätze. Beim Auftakt in Wissel waren die wahren Experten die Kinder. Sie sagten, was sie toll finden und was verbesserungswürdig ist.

Kalkars Spielorte sollen optimiert werden. Das Planungsbüro Stadtkinder aus Dortmund übernimmt hierfür seit Mai die Analyse und Konzeption; jetzt steht die Begehung der bereits vorhandenen Spiel- und Bewegungsflächen mit den wahren Experten des Themas an: den Kindern. Bei insgesamt fünf Streifzügen mit Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersgruppen ermitteln die Planer die Aufenthaltsqualität, Ausstattung, topographische Grundlage der Orte und Bedürfnisse der tatsächlichen Nutzer. Dazu treffen sie sich mit einer Kleingruppe von maximal acht jungen Streifzüglern in verschiedenen Stadtteilen und gehen bis zu zwei Stunden lang durch Bezirk und Gelände.

Die grundlegenden Fragestellungen: Welche Plätze suchen die Kinder unbeeinflusst auf? Was, wie und mit wem bzw. wie vielen spielen sie? Was gefällt, was könnte besser sein? In Wissel ging der erste Streifzug mit vier Zweit- und vier Viertklässlern der St. Luthard-Grundschule los. Pascale Schulte von Stadtkinder begleitete die Truppe. „Die Kinder sind die Experten und wissen am besten Bescheid“, sagt sie. „Wir nehmen alles auf – auch Geheimorte und Lieblingsecken. Es ist wichtig, dass es Orte gibt, die aufgeladen sind von der Fantasie der Kinder und dass wir diese berücksichtigen“, sagt sie.

Zum Streifzug hieß es: Warnweste an, Ideen sammeln und zum ersten selbstgewählten Anlaufpunkt, dem beliebten Spielplatz in Wissel. Die Kinder waren perfekt vorbereitet und hatten in ihren Klassen schon Meinungen gesammelt. So das „Experten-Meeting“: Es könne vielleicht noch mehr Bänke und ein paar tolle Rutschen geben, die Schaukeln seien aber ganz gut. Neben der Ausstattung spielt auch die natürliche Fläche ein große Rolle: Der Gras-Hang am Spielplatz ist perfekt zum „Kullern“. Es müssen nicht immer Geräte sein, die zum Spielen einladen. Auch Bürgermeisterin Schulz sieht in den natürlichen Gegebenheiten ein großes Potenzial für Spielorte.

Im Mai wurde bereits eine Bestandserhebung erstellt: Kalkar hat 25 Spielflächen, davon 23 Spielplätze, von denen 21 in der Unterhaltungspflicht der Stadt stehen, so Schulte. Im Juni und Juli folgten anhand von Erhebungsbögen Analysen über Qualität der Flächen, Einwohnerdaten und Topographie. Das ist sinnvoll, um Orte zu erkennen, in denen durch Generationswechsel mehr oder weniger Spielflächen nötig sein könnten. Nach den fünf Streifzügen zur authentischen Spielraumforschung, die bis nach den Herbstferien laufen, werden Planziele erstellt, Kosten aufgelistet und Empfehlungen ausgesprochen, so dass ab dem kommenden Frühjahr mit der Umsetzung begonnen werden kann, hofft Schulz. Pascale Schulte dokumentierte den Streifzug mit den kleinen Experten in Wissel sorgfältig. Letztlich erstellt Stadtkinder das Konzept auch unter dem Mehrgenerationen-Aspekt: Eltern und Großeltern sollen als Begleitpersonen der Kinder bei der bedarfsgerechten Optimierung ebenso berücksichtigt werden.