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Kalkar hat Hol- und Bringzone für seine Schulen angelegt

Elterntaxis in Kalkar : Sichere Schulwege trotz Elterntaxis

Die Stadt Kalkar hat eine Hol- und Bringzone nahe des Schulzentrums eingerichtet und diese an den Kreisverkehr Xantener Straße angeschlossen. Zu viele Eltern beachten bisher allerdings die Einbahnregelung nicht.

„Das ist doch nicht zu glauben. Diese Schilder kann man doch nicht übersehen!“ Britta Schulz winkt den Menschen, die da falsch vom Aldi-Parkplatz abbiegen, ärgerlich hinterher. Und erklärt, wenn jemand anhält, worum es geht: „Wir haben für die Sicherheit der Schüler eine Hol- und Bringzone eingerichtet, die nur als Einbahnstraße funktioniert. Bitte halten Sie sich an die Regelung!“ Die Bürgermeisterin fürchtet, demnächst mit Ordnungsgeldern agieren zu müssen. Wenn die Autofahrer weiter uneinsichtig sind, wird das Ordnungsamt fotografieren und Anzeigen schreiben müssen. Obwohl das eigentlich niemand will.

Die Vorgeschichte: Seit Jahrzehnten bereitet das Verkehrsgeschehen am Kalkarer Schulzentrum Probleme. Am Bollwerk gibt es den Busbahnhof mit gerade so viel Platz, dass Busse auf die Fläche und wieder aus der Straße hinaus fahren können. Wenn „Elterntaxis“ dort halten, wird es mehr als eng und dadurch gefährlich. Inzwischen ist die Zufahrt für private Pkw (Lehrerautos ausgenommen) regelrecht verboten. Denn es gibt ja eine Alternative, sein Kind nahe der Schule abzusetzen: die Hol- und Bringzone an der Xantener Straße.

„Morgens und mittags herrscht vor unseren Schulen Chaos“, sagt Britta Schulz. Seit auch noch die Grundschule auf die Seite von Gymnasium und Realschule gezogen ist, sind täglich rund 1250 Jungen und Mädchen Am Bollwerk unterwegs. Einige kommen mit dem Rad, wenige zu Fuß, eine große Zahl mit dem Bus – und allzu viele werden von den Eltern mit dem Auto gebracht. Da trotz aller Appelle die „Elterntaxis“ nicht weniger werden, musste eine Lösung gefunden werden. Die Stichstraße der Xantener Straße, die bislang vor dem Kreisverkehr versiegte, wurde an den Kreisel angebunden, die Stadt sorgte für Parkplätze und Haltebuchten. „Es ist zumutbar, glaube ich, die Kinder von dort aus laufen zu lassen“, meint die Bürgermeisterin. Zumal ein kurzes Wegstück mit so genannten „Leit-Boys“ gesichert ist. Der Fußweg soll noch verbreitert werden, vorerst schotten die Baken die Fußgänger zur Fahrbahn hin ab. Geeignete Querungen sind ebenfalls vorhanden. Die Stadt appelliert dringend an die Eltern, mit dem Privatfahrzeug vom Schulzentrum weg zu bleiben. „Jeder will das Beste für sein eigenes Kind und gefährdet damit hunderte andere“, stellt Schulz fest.

Das Problem: Insbesondere die Aldi-Kunden (aber auch die Besucher der Polizeiwache nebenan) ignorieren häufig das Gebot „Links abbiegen“. Sie ziehen es vor, nach rechts zurück Richtung Grabenstraße und Innenstadt zu fahren. Damit kommen sie aber verbotswidrig denjenigen entgegen, die der Einbahn folgen. Und das wiederum gefährdet die Sicherheit vor allem der jungen Fußgänger.

Wer vom Aldi-Parkplatz abbiegt, sieht ganz bestimmt das Schild, das nach links weist und genauso dasjenige, das die Einbahnstraße ausweist. Die schwarzen Pfeile in beide Richtungen beziehen sich auf den Geh- und Radweg. Mag sein, dass es mancher noch nicht begriffen hat, aber tatsächlich ist dieser Abzweig der Xantner Straße nun keine Sackgasse mehr. Er führt vielmehr über den Kreisel auf die Bahnhofstraße, die Rheinstraße, die Kastellstraße oder Richtung Xanten. Nur eben nicht auf direktem Weg in die Innenstadt. Wer zurück ins Zentrum möchte, muss einen kleinen Umweg in kauf nehmen.

Die Stadt hat Infozettel drucken lassen, die alles noch mal ganz genau erklären. Die Schulleiter bitten alle Eltern, sich nach den neuen Regeln zu richten. Zum Wohl aller Kinder.