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Kalkar genießen: Kulinarisches und Kunst

Kalkar : Kalkar – genussvoll und gemütlich

Obwohl das Wetter nicht ganz so gut mitspielte, war das Fest „Kalkar genießen“ wieder eine gelungene Veranstaltung, die die Gastronomen der Stadt nutzen, um sich zu präsentieren. Wer mochte, sah sich die Ausstellung im Museum an.

Gut, wer sich schon am Freitag auf den Weg machte, denn da hielten die Wolken noch dicht. Deutlich kühler als in den vielen Sommerwochen zuvor war es zwar, aber durchaus draußen-tauglich. Der Samstag ließ die Kalkarer und ihre Freunde nicht ganz ohne Regen, was die Fans von „Kalkar genießen“ aber nicht davon abhielt, auf ein Stündchen mal zum Marktplatz zu kommen. Einen Fehler der Vorjahre hatten die Veranstalter nicht wiederholt: zu wenig Sitzplätze. Bereits im Pressegespräch vorab hatte Werbering-Vorsitzender Han Groot Obbink angekündigt, diesmal für deutlich mehr Komfort zu sorgen: 350 Plätze stellte schon die Händlergemeinschaft „Kalkar aktiv“ auf, hunderte weitere Sitzgelegenheiten brachten die Gastronomen mi. Ergebnis: Jeder, der mochte, konnte sich mit seinem Tellerchen und dem Getränk bequem niederlassen. „Wir wollen ja nicht, dass die Gäste stundenlang an einer Stelle sitzen bleiben“, hatte es zuvor geheißen, aber andererseits wollen gastfreundliche Wirte natürlich, dass sich ihre Besucher wohl fühlen. Die Neuerung wurde dankbar zur Kenntnis genommen und genutzt.

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Ohnehin sorgten die ansprechenden Gerüche, die den einzelnen Pagodenzelten entströmten, dafür, dass kaum jemand sich auf eine Portion beschränkte. Zwei, drei, eine Nachspeise dazu, durften es schon sein. Mit fünf Euro für jedes kleine Gericht und 2,50 Euro fürs Dessert war die finanzielle Belastung für die Genießer überschaubar. Für die Wirte andererseits war’s eine Herausforderung, mit dem Geld zurecht zu kommen. Aber schließlich ging es an diesem Wochenende nicht darum, Gewinn zu machen, sondern darum, seine Küche vorzustellen, um neue Gäste für sein Haus zu interessieren oder die bisherigen bei der Stange zu halten. Unter Marketinggesichtspunkten dürfte die Beteiligung an „Kalkar genießen“ ein recht gutes Geschäft gewesen sein.

Wie immer fand Han Groot Obbink als Moderator passende Worte, um alle auf das Ereignis einzuschwören. „Genießen Sie das schöne Ambiente, die ruhige Musik, unseren gemütlichen Marktplatz“ empfahl er. Bürgermeisterin Britta Schulz musste zur Unterhaltung der Gäste etwas tun, was sie laut eigener Aussage gar nicht gerne macht: kochen. Genauer gesagt: Sie half am Grill des Restaurants Marco Polo. Chef Zeljko Botica zeigte der Rathaus-Chefin, wie man Cevapcici wendet. Was offenbar nicht einfach ist, denn während des kleinen Interviews mit Britta Schulz musste Groot Obbink (schließlich selbst vom Fach) dazwischenrufen: „Pass auf, das Fleisch!“ Nach dem Ausflug ins Küchenfach zog die Bürgermeisterin sichtlich erleichtert Kochschürze und –mütze wieder aus. Immerhin durfte sie nicht nur ein Fleischröllchen probieren, sondern bekam auch ein Geschenk: einen Plüsch-Kernie vom Wunderland fürs gerade vor einer Woche geborene erste Enkelkind. Große Freude.

Kroaten wie Familie Botica können nicht nur Fleisch, sondern auch Meeresfrüchte, stellten die Probierer fest. Vom Mühlenhof-Restaurant kamen Steak-Burger und Vegetarisches, der „Ratskeller“ gab zartes Carpaccio und Salat mit Räucherlachs aus. Gleich zweimal kam ein mächtiger Parmesanlaib zum Einsatz, in dem Pasta geschwenkt wurde: eine leckere und ziemlich gehaltvolle Nudelmahlzeit. Köstliche Kleinigkeiten der besonders originellen Art waren ganze Eier in Kräuterkruste, von denen sich bestimmt mancher Hobbykoch fragt, wie die (ohne Schale!) wohl zubereitet werden. Vielleicht erfährt man’s beim nächsten Besuch des Beginenhofs. Oder Rinderbacken-Raviole waren ähnlich delikat, aber auch die Garnelen mit Aioli (ein Renner im Moyländer Restaurant) und die Asia-Pfanne der „Post“ kamen bestens an. Das „Campino’s“ aus Wissel bereitete einmal mehr Spare Ribs zu, und „Rocco“ verfeinerte seine Parmesan-Nudeln sogar mit italienischem Sommertrüffel. Die Wunderland-Gastronomie kam mit ihrem Wok-Gericht gut an, und größtes Lob erhielt das Appeldorner Haus „Op den Huck“ nicht nur für seine Speisen, sondern auch für einen köstliche Aperol-Spritz, vom Chef großzügig gemixt.

An den Tischen wurde gegessen, getrunken und erzählt, man traf Nachbarn und Verwandte, häufig auch aus den Nachbarstädten und –gemeinden. Denn viele Niederrheiner kommen zielgerichtet zum Essen nach Kalkar und nutzen gerne die Gelegenheit, Neues kennenzulernen. Am Freitag unterhielt dazu der Nimweger Sänger Ward Palmen das Publikum mit bekannten Rock- und Pop-Songs. Den Samstagabend bestritt Jack Claessen an seinem weißen Piano.

Die Ausstellung in der Galerie und im Museum stießen auf eingies Interesse, mancher unternahm auch einen kleinen Spaziergang zum Dominikaner Bongert, um die dort positionierten Skulpturen zu bewundern (und vielleicht noch einen Apfel zu essen). Last but not least erfreute der Oldtimerkonvoi des „Rotary Classic Car Rallye Kevelaer” am Samstagnachmittag die Freunde älterer Fahrzeuge.